Der besondere Moment

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Diese Fotografie von Enrico Sauda wird in der Ausstellung zu sehen sein.

Neu-Isenburg - Zwölf Monate war er in Neu-Isenburg mit der Kamera unterwegs. Zwölf Monate hat er die großen und kleinen Ereignisse festgehalten. Nun legt Stadtfotograf Enrico Sauda die Ergebnisse seiner Arbeit in einer Ausstellung vor, die unter dem Motto „Durchblick - eine Stadt im Aufnahmezustand“ am Dienstag, 3. Februar, um 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek eröffnet wird. Von Holger Klemm

Für den 37-Jährigen war Neu-Isenburg auch vorher kein unbekanntes Pflaster, ist er doch als freier Journalist und Fotograf der Offenbach-Post schon seit 1992 in der Hugenottenstadt und in Dreieich im Einsatz. Und doch war es eine Herausforderung, als er vor Jahresfrist von Theo Wershoven, Vorsitzender des Forums zur Förderung von Kunst und Kultur (FFK), gefragt wurde, das Amt des Stadtfotografen zu übernehmen. Kam es ihm doch darauf an, die Aktivitäten im Jahresablauf einer Stadt nicht einfach abzulichten, sondern den besonderen Moment, den Blick hinter den Kulissen einzufangen.

„Ich hatte kein festes Konzept“, gibt der in Turin geborene Italiener zu, der seit 1974 in Deutschland lebt. Er sah sich vielmehr als Chronist, der Feste, Veranstaltungen und Menschen und damit das Leben in Neu-Isenburg in Szene setzt.

Ein Jahr lang war Enrico Sauda als Stadtfotograf unterwegs.

Denn zu seinen Lieblingsmotiven zählen Menschen, die Sauda aber nicht in gestellten, gekünstelten Situationen fotografieren möchte. Am besten sei es, wenn die Leute gar nichts davon mitbekommen, fotografiert zu werden. Gerade Überraschungsmomente schätzt er. „Die Menschen haben dann einen ganz anderen Ausdruck in den Augen.“ So könne man ihnen etwas entlocken.

In den vergangenen 365 Tagen gab es als Fotograf natürlich technisch nichts dazu zu lernen, an Erfahrung im Umgang mit anderen aber schon. Besonders gerne erinnert sich Sauda an die vielen Begegnungen. Doch nicht nur Fotos von Menschen werden die Ausstellung bestimmen, sondern auch ungewöhnliche Perspektiven auf das Stadtbild. Um diese zu erzielen oder das richtige Licht zu finden, war der in Frankfurt wohnende Fotograf zu den unterschiedlichsten Tages- und Nachtzeiten vor Ort. Entstanden ist so beispielsweise die Aufnahme, auf der der „Grüne Baum“ bei Nacht in blaues Licht getaucht zu sein scheint.

Wie bewertet Sauda Neu-Isenburg nun nach diesem Jahr? „Bei der Durchsicht der vielen Fotos fiel mir auf, wie multikulturell die Stadt doch ist.“ Bei allen Festen sind Menschen der unterschiedlichsten Nationen und Hautfarben dabei. Ihre selbstverständliche Teilnahme und ihre Begeisterung sind nicht zuletzt auch ein Zeichen dafür, dass sie gut integriert sind.

Aus einer Vorauswahl von weit mehr als 300 Fotos haben Theo Wershoven, Jutta Duchmann und Wolfgang Lamprecht vom FFK 46 Motive ausgesucht, die ab dem kommenden Dienstag für vier Monate in der Stadtbibliothek zu sehen sein werden. Bei der Vernissage, die von Wershoven eröffnet wird, bietet sich die Gelegenheit, ein Jahr in Neu-Isenburg Revue passieren zu lassen. Für die musikalische Umrahmung sorgt Johnny Torpedo mit dem Schifferklavier.

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