Digitale Beantragung von derzeit abgeschaltet

Bewohnerparkausweise: Keine Daten von Isenburgern geklaut

Neu-Isenburg - „Kein Hackerangriff in Neu-Isenburg“ – unter dieser Überschrift reagiert die Stadt gestern auf Berichte über ein Datenleck in Rathäusern der Region. Die mögliche Sicherheitslücke bei der Online-Beantragung von Bewohnerparkausweisen werde umgehend geschlossen.

So ist der neue Online-Service seit dem 1. November auf www.neu-isenburg.de zu finden. Umgehend gesperrt hatte die Stadt nach Bekanntwerden der Sicherheitslücke allerdings den Zugang zur Rubrik „Bewohnerparkausweis“.

„Auf Grund technischer Probleme steht der Online-Service Bewohnerparkausweise vorübergehend nicht zur Verfügung“ liest derzeit, wer den entsprechenden Bereich auf den Internetseiten der Stadt aufruft. Der Grund für die Abschaltung: Wie gestern berichtet, haben sich bei einem gemeinsam genutzten Internet-Programm der Kommunen Sicherheitslücken aufgetan. Nach Recherchen des Hessischen Rundfunks war es nicht nur in Neu-Isenburg, sondern auch in Frankfurt und Offenbach möglich, beim Ausfüllen von digitalen Anträgen für Parkausweise persönliche Daten anderer Bürger direkt aus dem Einwohnermelderegister zu erhalten – zum Beispiel Geburtsdaten und genaue Anschriften. Entdeckt wurde die Sicherheitslücke von Mitgliedern des Chaos-Computer-Clubs.

Wie gestern aus dem Rathaus zu erfahren ist, wurde die Stadt am 3. Januar um 18.13 Uhr von Hessens größtem kommunalen IT-Dienstleister ekom21, den Neu-Isenburg mit der Softwarelösung für das Beantragen von Bewohnerparkausweisen beauftragt hat, über eine Sicherheitslücke im Bereich des digitalen Serviceangebotes „Bewohnerparkausweis“ auf der Homepage der Stadt unterrichtet. Sofort habe man daraufhin reagiert und den Zugang zu diesem Onlineportal gesperrt, betont der Magistrat. „Im Internet wurde darauf hingewiesen, dass der Online-Service Bewohnerparkausweis vorübergehend nicht zur Verfügung steht und die Ausweise nur über das Antragformular als pfd-Dokument ausgedruckt werden beziehungsweise die Bürger ihren Bewohnerparkausweis persönlich oder schriftlich beantragen können.“

Umgehend seien die Protokolldateien ausgewertet worden. Ergebnis: „In Neu-Isenburg wurden zu keinem Zeitpunkt Daten von Isenburger Bürgern unrechtmäßig abgerufen, es gab keinen Hackerangriff“, schreibt der Magistrat. Wie man von der ekom21 mitgeteilt bekommen habe, „wurde keine missbräuchliche Benutzung oder Verwendung von Personendaten festgestellt“.

Andere digitale Serviceangebote – wie die Möglichkeit, Knöllchen online zu bezahlen – seien sicher und von keinem potenziellen „Datenleck“ betroffen. Ekom21 habe zugesichert, die mögliche Sicherheitslücke umgehend zu schließen: „Eine softwaretechnische Umstellung wird eingeleitet, die einen automatisierten Rückschluss auf datenschutzrelevante Daten unterbindet.“ Nach dieser Umstellung – samt umfangreicher Tests und einem umfassenden Qualitäts- und Freigabeprozess – soll die Anwendung voraussichtlich in der zweiten Kalenderwoche wieder zur Verfügung stehen. So hat es Bürgermeister Herbert Hunkel auf Nachfrage von der Geschäftsführung der ekom 21 gesagt bekommen.

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Seit gut zwei Monaten (Stichtag war der 1. November) bietet die Stadt bekanntlich einzelne Leistungen der öffentlichen Verwaltung für die Isenburger auch digital an. „Die Leistungen werden gut angenommen“, berichtet Hunkel im Gespräch mit unserer Zeitung. So hätten 42 Isenburger seit der Freischaltung die Möglichkeit genutzt, einen Bewohnerparkausweise online über das Portal zu beantragen beziehungsweise zu verlängern. Das sind rund die Hälfte aller Anträge dieser Art, die in diesem Zeitraum in Sachen Bewohnerparken gestellt wurden. (hov)

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Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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