Die Bibel wieder ins Bewusstsein rücken

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Seine Bibelsammlung stellte der Neu-Isenburger Karlheinz Frank zur Verfügung.

Neu-Isenburg - Für Christen auf der ganzen Welt ist die Bibel das „Buch der Bücher“. Doch nicht immer sah sie so aus wie heute.

Die Geschichte ihrer Entwicklung – zumindest seit der Zeit des Buchdruckes – zeigt eine Ausstellung des evangelischen Bibelwerks im Rheinland, die derzeit in der Kirche der Buchenbuschgemeinde zu sehen ist.

Angereichert wurde die Schau durch private Bibeln, die Mitglieder der Gemeinde beisteuerten. Der Isenburger Karlheinz Frank ist gar mit 176 seiner über viele Jahre hinweg gesammelten Exemplare aus verschiedenen Jahrhunderten vertreten.

Der Gottesdienst zur Eröffnung stand denn auch ganz im Zeichen des Buches der Bücher. Pfarrerin Susanne Lenz ging auf die sehr unterschiedlichen Ausprägungen von Schrift und Bildern ein, die sich im Laufe der Zeit beträchtlich geändert hätten. „Wir haben ganz wertvolle Exemplare, aber auch recht ausgefallene wie eine Comic- oder eine Fußball-Bibel“, umriss die Pfarrerin.

Pfarrerin Susanne Lenz betrachtet mit Christiane und Harald Pieper eine aufwendig gestaltete Bibel.

Den Zeitpunkt der Ausstellung habe die Buchenbuschgemeinde ganz bewusst gewählt. „Wir haben einen schlimmen Jahrestag, es jährt sich zum 80. Mal die Machtergreifung der Nationalsozialisten“, erklärt Susanne Lenz. Dass gerade die Bibel für die von den Nazis gepeinigten Mitmenschen ein besonderer Halt war, belegt ein Schreiben von Dietrich Bonhoeffer an seinen Schwager.
Die eigentliche Idee zu der Ausstellung kam von Karlheinz Frank, der die Pfarrerin auf sein persönliches Hobby, das Sammeln von Bibelausgaben, aufmerksam machte. Auch wenn an manchem Exemplar der Zahn der Zeit genagt hat, strahlen die Bände eine Erhabenheit aus, die keinem anderen Buch eigen ist. Eine Ausnahme stellt die Bibel des Satire-Magazins Titanic dar. Doch auch diese hat für die Pfarrerin ihre Berechtigung im weit gespannten Bogen der Ausgaben.

„Diese hier ist besonders wertvoll“, zeigt sie auf den Nachdruck der Original-Luther-Bibel von 1534. Für Bernd Schellhasse ist die „Frankfurter Bibel“ von 1661 ein persönlich ganz wichtiges Stück, das er vererbt bekommen hat. Auch Christiane und Harald Pieper haben ihre Wartburg-Bibel zur Verfügung gestellt. Diese gehörte zu den ersten mit Zeichnungen illustrierten Ausgaben. Andere Exponate warten mit einer wertvollen Aufmachung auf. Dazu gehören ein goldener Einband, kunstvolles Leder oder ein aufwendiges Layout mit Bildern. Wäre die Chagall-Bibel mit Originalen des Künstlers bestückt, sie währe sicherlich unbezahlbar.

Mit den mehr als 200 gezeigten Exemplaren will Susanne Lenz die Bibel wieder mehr ins Bewusstsein rücken und so Gott ins Gespräch bringen.

Die Ausstellung ist am Sonntag zwischen 9.30 und 12 Uhr ein weiteres Mal in der Gemeinde zu sehen.

lfp

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