Bildungsauftrag erfüllt

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Comedy in der Hugenottenhalle ist beim Publikum besonders beliebt, aber nur ein Teil des umfangreichen Kulturprogramms in Isenburg. Komiker Olaf Schubert kommt am 6. März.

Neu-Isenburg ‐ Das besondere Augenmerk des Dezernats für Sport und Kultur lag im vergangenen Jahr auf Zeppelinheim. Dort wurden im Februar Museum und Bürgerhaus neu eröffnet. Die zahlreichen Veranstaltungen dort seien zum Teil – nicht alle – sehr gut besucht gewesen, berichtet Sport- und Kulturdezernent Theo Wershoven. Von Katrin Diel

Etwa 1.000 Besucher kamen nach Zeppelinheim. Insgesamt hat das Dezernat im vergangenen Jahr etwa 250 Veranstaltungen umgesetzt. Ähnlich viele sollen es in diesem Jahr sein. 100.000 Besucher zählten die Fachbereiche Kulturbüro, Stadtbelebung und Hallenmarketing 2009. Kultureller Mittelpunkt der Stadt ist die Hugenottenhalle. Sie wird zum einen als Veranstaltungsort von Agenturen gemietet. Hinzu kommen so genannte Eigenveranstaltungen, die vom Kulturbüro eingekauft werden und das Angebot bereichern sollen. „Wir erfüllen auch einen Bildungsauftrag“, sagt Dr. Bettina Stuckard, die Leiterin des Kulturbüros.

60 Prozent Auslastung der Hugenottenhalle

Die Hugenottenhalle war im vergangenen Jahr an 174 Tagen (von 299 möglichen) belegt, was einer Auslastung von 60 Prozent entspricht. Die Zahl der Eigenveranstaltungen des Kulturbüros ging von 64 auf 55 zurück, die der Vereine von 22 auf 19. Konstant geblieben ist mit 100 die Zahl der Fremdveranstaltungen, also Vermietungen. „Das heißt natürlich auch, dass die Auslastungskapazität der Hugenottenhalle sehr eng mit der Zahl der Eigenveranstaltungen zusammenhängt“, erklärt Thomas Leber, Fachbereichsleiter Hallenmarketing. Diese habe man aufgrund der Haushaltslage etwas vorsichtiger geplant.

Hinzu kam, dass die Halle an 66 Tagen nicht belegt werden konnte, wie Theo Wershoven hinzufügt – unter anderem deshalb, weil die Toilettenanlage saniert werden musste, was fünf Wochen in Anspruch nahm. Die Einnahmen aus den Vermietungen haben sich im Vergleich zu 2008 von 187.000 auf knapp 175.000 Euro (netto) reduziert.

Überlegungen für ein neues Konzept

Zu den Terminen, auf die im Jahr 2009 – auch mit Blick auf die Finanzen – verzichtet wurde, gehören die Kirchenmusiktage. „Wir sind aber dabei, uns ein neues Konzept zu überlegen. Wir wollen das nicht ganz aufgeben“, betont Kulturdezernent Wershoven. „Wir sind im Gespräch mit den Kirchen.“

Bei den Veranstaltungen in der Hugenottenhalle seien Komödie und Kabarett sehr gefragt und fast immer ausverkauft, so Wershoven. Die Komödienreihe ist nur eine von dreien im Bereich Theater. Hinzu kommen anspruchsvolle Schauspielstücke und die Musikreihe mit Operetten und Musicals. Letztere hebe die Hugenottenhalle von anderen Häusern in der Region ab, in denen es ein solches Angebot nicht gebe, sagt Bettina Stuckard.

Besonderer Beliebtheit erfreut sich das Kindertheater. Es gibt Aufführungen für Vorschulkinder ab vier Jahren und für Grundschulkinder ab sechs Jahren. Viele davon waren ausverkauft.

In der Vergangenheit war es immer etwas schwierig, Kinder und Jugendliche an das Theater heranzuführen“, meint Theo Wershoven. Gute Erfolge habe dabei auch eine Zusammenarbeit mit der Goetheschule gebracht. 40 Gymnasiasten nutzen derzeit das Theater-Abo, es gibt dort eigens eine AG. Auch von anderen Abonnenten positiv wahrgenommen würden dabei die Rezensionen, die Schüler nach dem Theaterbesuch in der OFFENBACH-POST veröffentlichen.

Budget nur unbedeutend gekürzt

 Was die Finanzen angeht, blickt Stadtrat Wershoven nicht allzu pessimistisch in die Zukunft. Das Budget werde nur unbedeutend gekürzt, für die Haushaltsjahre 2010/2011 könne man sich nicht beklagen. „Wir gehen davon aus, dass wir unser finanzielles und qualitatives Niveau halten können.“ Gut drei Millionen Euro gebe die Stadt jährlich für Sport und Kultur aus, wovon allerdings auch der Unterhalt der Hallen gezahlt werden müsse.

 Auf jeden Fall können sich die Besucher auch in diesem Jahr auf eine bunte Mischung aus unterhaltsamen und anspruchsvolleren Veranstaltungen freuen – zum Beispiel auf die Oper „La Traviata“ (19. April), das Theaterstück „Wahlverwandtschaften“ (6. Oktober), den Rapper Kool Savas (2. Juni), das Schlager-Duo „Amigos“ (19. Februar) und den Comedian Rüdiger Hofmann (2. Dezember). Das Musikspektakel „Open Doors“ findet in diesem Jahr vom 11. bis 13. Juni statt, das Altstadtfest vom 25. bis 27. Juni und das Weinfest vom 6. bis 15. August. Die Schottischen Hochlandspiele soll es 2011 wieder geben, dafür steht in diesem Jahr eine Neuauflage der Veranstaltung „Runter vom Sofa – Raus aus dem Haus“ an.

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