Bedenken bei Biotonne

Tüten helfen gegen Gerüche

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Frank Ullrich stellt die Handhabung der kleinen Biomülltonne zur Vorsortierung vor.

Neu-Isenburg - Die Biotonne kommt – der Gesetzgeber will es so. Unter die Versuche der Stadt mit anderen Entsorgungsverfahren setzte das Kreislaufwirtschaftsgesetz einen Schlussstrich.

Bei einer Info-Veranstaltung im Rathaus wollten die Stadt und der Dienstleistungsbetrieb (DLB) Bedenken ausräumen. Die Resonanz war mäßig, dafür hatten die mehr als 30 Teilnehmer genaue Fragen.

Gerüchte und Bedenken gibt es einige – beispielsweise zur Geruchsbelästigung vor allem im Sommer, aber auch von Maden ist oft zu hören. In seiner Begrüßung am Dienstagabend räumt Bürgermeister Herbert Hunkel ein, selbst kein besonderer Freund der Biotonne zu sein. Das Gesetz lasse aber keine andere Wahl. „Wir werden die Einführung so moderat wie möglich gestalten und sicherlich für alle eine verträgliche Lösung finden“, so Hunkel. Erster Stadtrat Stefan Schmitt selbst hat viele Klagen gehört: „Deshalb wollen wir im Vorfeld über alles, was es zu beachten gilt, informieren, um solche Beschwerden zu vermeiden.“

„Entsorgung ist billiger“

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DLB-Chefin Petra Klink verweist darauf, dass mittlerweile 80 Prozent aller Kommunen Biotonnen hätten: „Sie hat auch etwas Positives, die Entsorgung ist nämlich billiger.“ Jeder Haushalt könne im Durchschnitt rund 20 Prozent der bisherigen Müllmenge einsparen, denn dieser Anteil sei Biomüll. Die Entsorgung einer Tonne Restmüll koste derzeit rund 240 Euro, eine Tonne Biomüll nur 95 Euro. Der Biomüll wird in Frankfurt bei der Rhein-Main Biokompost GmbH (RMB) in einem Kombinationsverfahren aus Vergärungs- und Kompostierungstechnik zur Biogasgewinnung genutzt und zu hochwertigen Komposterden verarbeitet. Die Anlage in der Peter-Behrens-Straße im Osthafen arbeitet bereits seit 1999.

Frank Ullrich, Fachbereichsleiter Abfallentsorgung im DLB, erläutert die Details: Was darf hinein, was nicht? Wie geht man mit der Biotonne um, die es in der 120- und der 240-Liter-Ausführung geben wird? Um den Platzbedarf zu reduzieren, wird für Hausgemeinschaften eine Sonderlösung angeboten: Bis zu 20 Personen können eine 240-Liter-Tonne nutzen. Auch für drei benachbarte Grundstücke ist eine gemeinsame Tonne erlaubt. Ausnahmen gibt es nur für Eigenkompostierer – unter Bedingungen: Pro Bewohner müssen 25 Quadratmeter gärtnerisch oder landwirtschaftlich genutzter Fläche zur Verfügung stehen -– Rasenfläche zählt nicht.

Für große Wohnanlagen wird eine Sondervereinbarung getroffen. Zur Vorsortierung im Haushalt selbst bietet der DLB eine Tonne mit sieben Litern Inhalt an. Diese soll mit einer Papiertüte bestückt, dann der Bioabfall hinein gegeben werden.

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„Wir werden ab Mitte Januar mit der Verteilung der Tonnen beginnen, die Abholung erfolgt jedoch erst ab April“, erklärt Ullrich. Deshalb seien die Deckel auch vorerst versiegelt. Eine Infobroschüre klärt auf, was alles hin soll und was nicht hinein darf. Diese ist auch über die Internet-Seite des DLB abrufbar. „Um einen möglichst reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, werden wir die Restmülltonnen 2015 wöchentlich entleeren“, betont Ullrich. Danach erfolgt einen wechselseitige Leerung im 14-tägigem Rhythmus. „Wir können uns die wöchentliche Leerung der Restmülltonnen nur leisten, weil wir noch entsprechende Rücklagen haben“, meint DLB-Chefin Klink. Unter dem Strich wird es zunächst keine Gebührenerhöhung geben.

Bei der Fragerunde ging es um Stellflächen, aber auch um die befürchteten Gerüchen. „Geruchsbelästigung und Maden lassen sich dadurch verhindern, dass man den Biomüll nicht einfach wild in die große Tonne wirft, sondern diesen vorher in kleine Papiertüten gibt und entsprechend verschließt“, erklärt Ullrich, der das selbst so praktiziert. Dadurch lasse sich auch das Anfrieren des Biomülls im Winter vermeiden. Wer Fragen hat, kann sich an den DLB, 06102/781-107, wenden.

lfp

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