Gewobau-Geschäftsführer stellt Pläne vor

Birkengewann: Wohnungsbau im ganz großen Stil

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Auch diesen Entwurf für 72 barrierefreie Wohnungen im Baugebiet Birkengewann zeigte Gewobau-Geschäftsführer Stephan Burbach im Bauausschuss. Hier zu sehen: der geplante Innenhof, der auch als schmucke Variante einer Feuerwehrzufahrt dient.

Neu-Isenburg - Das Mammutprojekt Birkengewann ist derzeit Dauerthema. Was die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewobau dort alles bauen wird, hat deren Geschäftsführer Stephan Burbach diese Woche im Bauausschuss vorgestellt. Barrierefreie Wohnungen, Reihenhäuser, Obdachlosenunterkunft: An einigen Stellen soll es schon sehr bald losgehen.

Die Gewobau treibt nun ein Bauprogramm voran, in dessen Rahmen sie in den nächsten Jahren mit Investitionen von 60 Millionen Euro kalkuliert. Wie dieses Geld verbaut werden soll, hat Burbach im Ausschuss erläutert. Neben privaten Bauherrn und verschiedenen Bauträgern wird die Stadttochter Gewobau im Birkengewann 224 Wohneinheiten errichten. Genauer: 24 Reihenhäuser und 200 Wohnungen. Gerechnet wird mit einer Bauzeit von etwa vier Jahren, gebaut wird Abschnitt für Abschnitt. Losgehen soll es bereits im Spätsommer 2017 mit den ersten 72 Wohnungen, verteilt auf drei Häuser. Barrierefrei werden sie sein, und zu haben in drei Größen: 24 Zwei-Zimmer-Wohnungen mit etwa 64 Quadratmetern stehen in den Plänen, 32 Drei-Zimmer-Wohnungen (83 Quadratmeter) sowie 16 Vier-Zimmer-Domizile mit 116 Quadratmetern. Alle Erdgeschoss-Wohnungen verfügen über Terrassen, diejenigen in den drei Obergeschossen bekommen Balkone.

Die drei Häuser samt Innenhof werden komplett unterkellert. Ihre Autos werden die Bewohner auf insgesamt 92 Tiefgaragen-Stellplätzen parken können. Hinzu kommt dort unter den Häusern für jede Wohnung ein eigener Kellerraum – plus gemeinsame Räume zum Abstellen von Fahrrädern. Damit der auf diesen Grundstücken sehr hohe Grundwasserstand keine Bedrohung für die Neubauten darstellt, wird das Untergeschoss als sogenannte „Weiße Wanne“ gebaut, bekommt also eine wasserundurchlässige Stahlbetonkonstruktion.

Bezugsfertig sollen die Wohnungen 2019 sein, ab Mitte 2018 will die Gewobau in die Vermietung gehen. Angepeilt sei eine Kaltmiete von 10,50 Euro pro Quadratmeter, sagt Burbach. Hinzu kommen 2,60 bis 2,80 Euro Nebenkosten. Im Herbst 2017 soll es außerdem bereits losgehen mit dem Bau der 24 Reihenhäuser im westlichen Teil des Baugebiets. Dabei kooperiert die Gewobau mit der GWH Bauprojekte GmbH, die selbst weitere 33 Reihenhäuser im Birkengewann baut. Noch laufen die Planungen, doch bereits in diesem Sommer soll Verkaufsbeginn sein.

„Sehr positiv“ nehme der Bauausschuss die Gewobau-Pläne zur Kenntnis, fasst Oliver Gröll (CDU), der Vorsitzende des Gremiums, zusammen. „Sehr gelungen“ finde er das Präsentierte, sagt auch Markus Munari (SPD). Die Wohnungen hätten ja fast Loft-Charakter. Man könne hier durchaus „von einem Meilenstein für die Gewobau“ sprechen. Die SPD vermisst jedoch in den Plänen für die barrierefreien Wohnungen Gemeinschaftsräume. Auf diese habe man sich schließlich einst im Parlament geeinigt, ruft Munari in Erinnerung.

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

Es sei noch zu früh, die Frage nach den Gemeinschaftsräumen abschließend zu beantworten, erwidert Bürgermeister Herbert Hunkel. Für die 72 Wohnungen, so räumt er ein, seien derzeit Gemeinschaftsräume nicht geplant. Es gebe aber andere Ideen, die noch besprochen würden – „beispielsweise im Bereich der neuen Kita Gemeinschaftsräume zu schaffen“.

Einem weiteren Bauvorhaben geben die Ausschuss-Mitglieder am Sitzungsabend ihr Okay: Die Gewobau baut im Auftrag der Stadt eine neue Obdachlosenunterkunft. Dies ist bekanntlich nötig, weil die derzeit in der Sankt-Florian-Straße befindliche Unterkunft baufällig und ein Fall für den Abrissbagger ist. Auch die neue Bleibe für Wohnungslose entsteht in der Sankt-Florian-Straße. „Baubeginn soll bereits in drei Monaten sein“, berichtet Burbach. Das Ziel: Fertigstellung und Umzug im November 2017. Hochgezogen wird das zweigeschossige Gebäude in Modulbauweise. Auf einer Gesamtfläche von 880 Quadratmetern soll es bis zu 56 Bewohnern Unterkunft bieten. 32 davon werden im Obergeschoss leben, in 16 Doppelzimmern. Ein Gründach mit Solaranlage ist vorgesehen, ein Zaun wird das Gelände umgeben, samt Tor. Es sei der Stadt auch aus Sicherheitsgründen wichtig gewesen, „dass man das als nicht öffentlichen Bereich erkennen kann“, erläutert Burbach. - hov

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