Diebstahl nimmt zu

Öffentliche Grünflächen: Blumenklau am Straßenrand

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Gepflegt, gehegt, gestohlen: Der Blumendiebstahl auf öffentlichen Grünflächen nimmt zu, immer wieder finden die DLB-Gärtner inzwischen solche Lücken in Beeten und Kübeln in der Stadt.

Neu-Isenburg - In vielen Beeten und Kübeln im Stadtgebiet und in Gravenbruch und Zeppelinheim leuchtet der Sommerflor derzeit in schillernden Farben.

Was in den Gewächshäusern des städtischen Dienstleistungsbetriebs (DLB) in den vergangenen Monaten vom Gärtnermeister und seinen Auszubildenden gezogen wurde, hat nach den Eisheiligen seinen Weg ins Freie gefunden. Allein: Nicht immer haben die DLB-Gärtner in letzter Zeit Grund zur Freude, wenn sie die bunten Blumen in den öffentlichen Grünflächen anschauen. Die werden nämlich zunehmend als Selbstbedienungsladen missbraucht: Immer wieder werden frisch bepflanzte Beete und Kübel offenbar mutwillig beschädigt.

„In diesem Jahr ist der Blumenklau besonders groß“, klagt Steffen Heß, Gärtnermeister in Diensten des DLB. Blumen würden herausgerissen und für den heimischen Garten oder Balkon verwendet. Manch einer lasse auch seinen Hund in Beeten oder Kübeln scharren, so dass die frischen Pflanzen gänzlich zerstört würden.

In einem Blumenbeet in der Frankfurter Straße beispielsweise hat der Blumenklau bedenkliche Auswüchse genommen: Zum zweiten Mal in diesem Jahr haben unbekannte Langfinger dort rund 20 Geranien gestohlen. Auch die Beete am Südausgang Neu-Isenburgs wurden geplündert, heißt es vom DLB. In Gravenbruch, in der Altstadt sowie am Haus der Vereine seien die Blumenkübel betroffen. Im gesamten Stadtgebiet wurden so in letzter Zeit etwa 300 Pflanzen geklaut. Den entstandenen Schaden beziffern die Fachleute vom DLB auf rund 1000 Euro.

Bilder: Altstadtfest in Neu-Isenburg

Und wer jetzt meint, es sei doch wohl eher unter „Kavaliersdelikt“ zu verbuchen, wenn sich jemand einfach so im Vorübergehen mal ein paar Blümchen pflückt, der irrt – die Polizei kennt da keinen Spaß. Ein Kavaliersdelikt, so erklärt eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Südosthessen auf Anfrage, gebe es bei Diebstahl aus Sicht der Polizei nicht. Heißt: Auf einen ertappten Blumendieb kann durchaus eine Anzeige oder eine Schadensersatzforderung warten. Der DLB jedenfalls hofft nun, den Langfingern mit der Hilfe von Zeugen auf die Schliche zu kommen. Wer sachdienliche Hinweise zum Blumendiebstahl geben kann, wird gebeten, sich mit dem Dienstleistungsbetrieb unter 06102/3702-0 in Verbindung zu setzen.

Schaut man sich auf diese Meldung vom Blumenklau hin einmal im Städtchen um, so kommt man schnell ins Gespräch mit Leuten, die ähnliche Anekdoten vom Friedhof zu erzählen haben. „Neulich erst habe ich einen schönen Strauß zum Geburtstag für meinen verstorbenen Vater gekauft und an sein Grab gebracht“, erzählt gestern ein Isenburger. „Und schon am nächsten Morgen war er weg.“ (hov)

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