Realistischer Einblick in Arbeitswelt

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Schulleiterin Jeanette Knippel und Alexander Hoffmann von Genworth unterzeichnen den Kooperationsvertrag.

Neu-Isenburg - Wie es in der Arbeitswelt wirklich zugeht, können selbst der beste Lehrplan und der beste Pädagoge nur schwer anschaulich vermitteln. Da hilft nur Praxiserfahrung. Von Katrin Stassig

Damit Schüler die sammeln können, haben die Brüder-Grimm-Schule und die Firma Genworth Financial einen Kooperationsvertrag geschlossen.

Die Idee ist in der Bürgerstiftung Jugend und Beruf geboren worden. Ziel ist es, die Jugendlichen der Haupt- und Realschule „noch besser auf die Praxis, auf die Ausbildung vorzubereiten“, sagt Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos). Er hofft, dass andere Firmen dem Beispiel des Finanzdienstleisters folgen.

„Soziales Engagement gehört für uns zum Tagesgeschäft“, erklärt Christel Liedke von Genworth. „Wir haben ein Projekt gesucht, bei dem wir Kinder unterstützen können.“ Über die Bürgerstiftung ist der Kontakt zur Brüder-Grimm-Schule entstanden. Das gemeinsame Projekt, das den Schülern die Praxis näherbringt, soll im Herbst starten.

Das Thema Berufsorientierung gehört in der Grimm-Schule zum Unterrichtsstoff. „Die Lehrer erklären zwar, wie die Arbeitswelt gestrickt ist“, sagt Schulleiterin Jeanette Knippel. Aber es sei etwas anderes, diese tatsächlich vor Ort in einem Betrieb zu erleben. Dort können die Jugendlichen sich ein realistisches Bild von Arbeitsplatzbedingungen und Anforderungen machen. Außerdem soll ihr Interesse an der Wirtschaftswelt geweckt werden.

Langfristige Zusammenarbeit

In den achten und neunten Klassen der Haupt- und Realschule absolvieren alle Schüler regelmäßig Blockpraktika. In den Hauptschulklassen wurde außerdem ein betrieblicher Praxistag eingeführt. Das bedeutet, dass über einen Zeitraum von zirka 20 Wochen an jeweils einem Wochentag kein Unterricht in der Schule stattfindet, sondern die Jugendlichen in einem Unternehmen praktische Erfahrungen sammeln.

Mit dem Kooperationsvertrag hat die Schule nun zum ersten Mal die Möglichkeit, keine einmalige, sondern eine langfristige Zusammenarbeit einzugehen. Diesen unterzeichneten Jeanette Knippel und Alexander Hoffmann, Hauptbevollmächtigter und Managing Director bei Genworth, in dieser Woche. Beide Partner gehen davon aus, dass eine bessere Kenntnis über die gegenseitigen Erwartungen und Anforderungen den Jugendlichen bei der Vorbereitung auf ihre berufliche Zukunft zugute kommt.

Im Rahmen der Kooperation sollen Bewerbungstrainings, Workshops für Präsentationstechniken und MS-Office-Kurse auf dem Stundenplan stehen. Die Angebote finden für die achten bis zehnten Haupt- und Realschulklassen entweder im Unternehmen oder in der Schule statt. Von den Präsentationstechniken profitieren die Schüler der Abschlussklassen, die bei ihren Prüfungen auf die gewonnenen Erkenntnisse zurückgreifen können. Beim Bewerbungstraining lernen die Jugendlichen, welche Unterlagen erforderlich sind und werden mit Rollenspielen auf Vorstellungsgespräche vorbereitet.

Für die Wirtschaftslehrekurse der zehnten Realschulklassen gibt es Angebote zu Budgetplanung und privater Vorsorge. Nicht zuletzt sollen die Schüler auch Praxistage in der Firma verbringen.

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