Tag der offenen Tür

Brüder-Grimm-Schule: „Viel besser als ihr Ruf“

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Die speziell ausgebildeten Mediatorinnen (von links) Alisha Ayooba Pasha, Oumaima Uageh, Inas Bachiri und Michelle Gosenheimer haben eine wichtige Funktion bei der Streitschlichtung.

Neu-Isenburg - Wohin nach der vierten Klasse? Die Brüder-Grimm-Schule hat mit ihrem Tag der offenen Tür Eltern und Kindern Argumente geliefert, warum sie sich für die Haupt- und Realschule mit Förderstufe entscheiden sollten. Von Leo F. Postl 

Und Arbeitsgemeinschaften stellten vor, wie vielfältig das Nachmittagsangebot an der Schule ist. „Wenn es für die Goetheschule nicht reicht, dann bleibt nur die Brüder-Grimm-Schule.“ „Ich würde mein Kind ja gerne auf die Brüder-Grimm-Schule gehen lassen, wenn dort das Gewaltproblem gelöst wäre.“ Solche Äußerungen gibt es in Neu-Isenburg immer noch ab und zu – nicht nur unter den Eltern schulpflichtiger Kinder scheint sich das einstige Negativ-Image teils hartnäckig zu halten. Obwohl, und auch dies muss hervorgehoben werden, es immer mehr Eltern gibt, die eine deutliche Verbesserung aller einst vernommenen Kritikpunkte sehen. „Was die dort jetzt in der Förderstufe machen, ist aller Ehren wert“, meint etwa Mutter Katharina Bokrezion. Wer sich selbst vom neuen „Schulbild“ der BGS überzeugen wollte, dem bot sich der Tag der offenen Tür als beste Gelegenheit an.

„Wir wollen Ihnen zeigen, was wir bieten, was unsere Schüler können und wie wir unsere Schulgemeinschaft leben – wir haben keine Geheimnisse“, betont Schulleiterin Regine Barth bei der Eröffnung. Der Schulelternbeirat freut sich am „Tisch der Nationen“ über rege Kontaktaufnahme und Gespräche. Und die Klasse 6aF um Tony de Vita steht bereit, um den Gästen bei der Schulrallye die offenen Räume zu zeigen.

Schon im Foyer informieren die Förderschullehrer Stefanie Zuppke und Roland Ossenberg über ihre Arbeit zur inklusiven Schule. „Wir wissen um die Bedenken mancher Eltern, aber wir wissen auch um die notwendige Wertschätzung, die jeder Schüler erfahren sollte. Genau dies setzen wir um und es geschehen oft Wunder – auf beiden Seiten“, betont Zuppke.

Auch der Schulsanitätsdienst präsentiert sich und seine Arbeit. „Wir bringen uns nicht nur als Ersthelfer innerhalb der Schule ein, sondern viele erwerben durch Zusatzqualifikationen auch die Lizenz, um bei Hilfsorganisationen eingesetzt werden zu können“, erklärt Tony de Vita.

Michelle Gosenheimer, Inas Bachiri, Alisha Ayooba Pasha und Oumaima Uageh fühlen sich in letzter Zeit nicht mehr so gefordert, wie es schon mal war. „Das ist ja auch gut so, wenn es auf dem Schulgelände wenig Probleme gibt“, erklärt Michelle die Hintergründe. Die Schülerinnen sind nämlich Mediatoren, die im Rahmen von Gesprächen auf Augenhöhe die aufgetretenen Probleme unter Schülern zu lösen versuchen. „Man muss ja nicht gleich zur Schulleitung rennen, sondern wir versuchen erst einmal einer Klärung – und oft gelingt es auch“, betont Inas Bachiri. Anhand von großen Plakaten erläutern die Mediatorinnen nicht nur ihr Vorgehen, sondern auch Ursachen, die ihre Arbeit nötig machen. „Mit uns reden die ganz anders als mit der Rektorin oder dem Klassenlehrer“, weiß Alisha Ayooba Pasha aus Erfahrung.

Auch Einblicke in den praktischen Unterrichtsalltag dürfen nicht fehlen. „Where are you from?“ wird in der Klasse 5cF gefragt. Dort erzählen die Schüler, aus welchem Land ihre Eltern oder sie selbst kommen – und markieren ihre Heimat auf der Weltkarte; freilich alles in Englisch.

Mit Zaubertricks überraschen die „Zauberer“ der Klasse 5aF die Besucher. Welche vielfältigen Arbeiten die Schüler in der Kunstwerkstatt geschaffen haben, ist auf dem Flur in einer Ausstellung zu sehen. Spannende Experimente gibt es wieder im Naturwissenschaftlichen Bereich zu sehen, der ja erst vor Kurzem mit neuen Gerätschaften ausgestattet wurde.

Auf viel Interesse stoßen auch die Sport- und Kletterangebote in der Sporthalle sowie die Fahrradwerkstatt um Matthias Vogel. Zudem lockt die Schüler-AG um Heike Adam und Heike Rupp mit frisch gebackenen Waffeln.

„Diese Schule hat wirklich eine Förderung verdient, denn sie ist bedeutend besser als ihr Ruf – diesem wollen wir entgegenwirken“, betont Susanne Meißner, die Leiterin des Staatlichen Schulamtes in Offenbach. So wird die BGS bald eine Mensa erhalten, damit das Ganztagsangebot entsprechend ausgeweitet werden kann. Dies kommt dem gesamten Ablauf in der Schule zugute.

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