Brunnen in Neu-Isenburg

Wo es wieder plätschern könnte

+
Der mit viel Aufwand angelegte und wegen Anwohnerbeschwerden später stillgelegte Brunnen auf dem Bertha-Pappenheim-Platz im Buchenbusch ist der einzige von insgesamt neun stillgelegten Brunnen, den die Fachleute in ihrem Prüfbericht mit dem Prädikat „reaktivierbar“ versehen haben. Überall sonst wären aus ihrer Sicht umfangreiche (und teure) Neubauten nötig.

Neu-Isenburg -  Mit mehr Brunnen die Stadt zu verschönern – diese Idee wurde in Isenburg schon oft diskutiert. Im Auftrag des Stadtparlaments hat die Stadt nun untersucht, wo künftig (wieder) Brunnen plätschern könnten.

Der nun vorgelegte Prüfbericht macht Fans der Idee zur Reaktivierung verschwundener Fontänen aber wenig Hoffnung: Bis auf eine Ausnahme könne keiner der neun stillgelegten Brunnen mit vertretbarem Aufwand reaktiviert werden. Hoffnung auf mehr „blaue Infrastruktur“ gibt’s aber dennoch. Stichwort: Stadtumbau.

An sechs Stellen im Stadtgebiet sprudelt nach Rechnung des Magistrats aktuell das Wasser: Es gibt einen Springbrunnen am Andreas-Loeber-Platz, an der Bansamühle und am Bürgerhaus in Zeppelinheim. Ein Brunnenstein steht am Westendplatz am Bahnhof, ein Brunnen am Dr.-Eckener-Platz in Zeppelinheim. Und das Wasserspiel auf dem Rosenauplatz sorgt im Sommer für Erfrischung für den Nachwuchs.

Als „Beitrag zur Stadtverschönerung“ und für eine Steigerung der Aufenthaltsqualität auf öffentlichen Plätzen hatte die Koalition Ende 2016 – damals noch aus CDU, Grüne, FWG und der mittlerweile ausgestiegenen FDP bestehend – ihren Prüfantrag zur Reaktivierung stillgelegter Brunnen in der Stadt vorgebracht. Der Magistrat erhielt damals vom Stadtparlament den Auftrag, zu prüfen, ob und falls ja zu welchen Kosten Brunnen wieder plätschern können. Zunächst sollte dafür erfasst werden, welche in der Stadt derzeit außer Betrieb oder gar vollständig zurückgebaut worden sind.

Gestern Abend hat sich der Haupt- und Finanzausschuss mit einem Prüfbericht befassen können, der nun den Stadtverordneten vorliegt und sich mit der Frage befasst, ob und wo künftig (wieder) Brunnen plätschern könnten.

Neun ehemalige, inzwischen stillgelegte Brunnen- und Wasserspielstandorte hat die Verwaltung dafür unter die Lupe genommen. Gemeinsam mit Fachleuten vom Dienstleistungsbetrieb (DLB) habe man das Potenzial zu Reaktivierung beziehungsweise zum Neubau eines Brunnes erörtert. Zur Bewertung wurden Kriterien wie Aufwertungspotential, Lage und zu erwartende Kosten herangezogen.

Ein Ergebnis: „Generell wird mit Kosten zwischen 25.000 bis 45.000 Euro für die Reaktivierung beziehungsweise 100.000 bis 145.000 Euro für den Neubau gerechnet“, ist dem Bericht zu entnehmen.

Aktuell sprudelt an sechs Orten in Neu-Isenburg das Wasser. Darunter auch diese kleinen Fontänen auf dem Rosenauplatz am Isenburg-Zentrum, die bei Kindern beliebt sind.

Die Untersuchung habe ergeben, „dass bis auf den Brunnen am Bertha-Pappenheim-Platz im Buchenbusch keiner der in der Vergangenheit still gelegten neun Brunnen wieder reaktiviert werden kann. In fast allen Fällen wären umfangreiche Neubauten erforderlich“, berichtet der Magistrat. Die anderen Ex-Brunnen-Standorte, darunter beispielsweise im Sportpark, in Neuhöfer- und Rheinstraße (Dreieichanlage), am Calvinplatz oder in der Fußgängerzone, haben von den Experten daher das Prädikat „nicht reaktivierbar“ erhalten. Zumal fünf dieser Brunnen im Zeuge einer Neugestaltung des Standorts entfernt wurden. Bei drei weiteren wurde nur der Brunnen mit Erde befüllt und bepflanzt oder „anderweitig entfernt“.

Auch der Alte Ort, wo einst ein kleiner Brunnen im Alten Rathaus auf dem Marktplatz gestanden hat, taucht im Bericht auf. Ein Neubau eines Brunnens auf dem Marktplatz, heißt es im Bericht, weise durchaus einen „sehr hohen Nutzwert“ für mehr Aufenthaltsqualität auf. Allerdings, so gibt Erster Stadtrat Stefan Schmitt (CDU) zu bedenken, habe man sich seinerzeit auch aus durchaus guten Gründen dafür entschieden, den Platz weitgehend frei zu halten. Und nun, da der Neubau rund um den Grünen Baum hinzukomme, sei der verfügbare Raum ja auch nicht eben mehr geworden.

Leserbilder: Die schönsten Plätze in Neu-Isenburg

Ein weiteres Thema sind mögliche Lärmbelastungen für Anwohner. Dieser Punkt ist insbesondere vor dem Hintergrund von Bedeutung, dass vor vielen Jahren der kleine Brunnen am Bertha-Pappenheim-Platz im Buchenbusch wegen einer Klage einer Anwohnerin abgestellt werden musste. Eine Wiederinbetriebnahme müsste folglich mit den Anwohnern geklärt werden, weiß die Politik.

Und wie geht’s nun weiter? „Der Magistrat schlägt vor, den Prüfbericht jetzt erst einmal zur Kenntnis zu nehmen und die Brunnen dann im Zuge des Stadtumbau-Programms ‘Vom Alten Ort zur Neuen Welt’ zu thematisieren“, antwortet Stefan Schmitt.

Denn grundsätzlich, so ist im Bericht zu lesen, weise besonders das Stadtumbaugebiet am ehesten ein Potenzial für weitere Brunnen auf. „Im Rahmen des Förderprogramms werden daher Brunnen als eine Option der blauen Infrastruktur vertieft erörtert“, kündigt der Magistrat gestern an. Denn dort spiele natürlich auch das Thema eine Rolle, dass in stark versiegelten Städten mit Wasser und Stadtgrün dem Klimawandel begegnet und die Aufenthaltsqualität gesteigert werden soll – im Fachjargon „blaue und grüne“ Infrastruktur genannt. (hov)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare