Tausende Bücher virtuell gelesen

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Die PC-Arbeitsplätze in der Stadtbibliothek werden rege genutzt. Unser Bild zeigt den neunjährigen Kevin.

Neu-Isenburg - Dieneuen Medien sind auf dem Vormarsch. Dieser Trend zeigt sich auch in einer klassischen Kultureinrichtung wie der Stadtbibliothek. Die setzt längst nicht mehr nur auf Bücher, sondern verleiht auch CDs, DVDs oder Hörbücher. Von Katrin Stassig

Und wer ein Buch lesen will, muss nicht zwingend den Weg in die Frankfurter Straße oder in eine der Zweigstellen gehen. Über die „Onleihe“ stehen 35.000 Medien zum Download auf den heimischen Computer zur Verfügung. Demnächst bietet die Bibliothek außerdem vier E-Book-Reader zum Ausleihen und Ausprobieren an.

Das Konzept der Stadtbibliothek, mit einer Mischung aus klassischen und modernen Medien, geht offenbar auf. Knapp drei Prozent Zuwachs bei den Ausleihen hat die Einrichtung 2011 im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Die Zahl der Neuanmeldungen ist um zehn Prozent gestiegen. Jeder Isenburger war im Schnitt vier Mal pro Jahr in der Bibliothek. Die stärkste Nutzergruppe ist zwischen sechs und 15 und zwischen 35 und 45 Jahre alt.

Mehr als zehn Prozent Neuanmeldungen

Im Gegensatz zu vielen anderen Büchereien ist die Ausleihe der Printmedien (also Bücher oder Zeitschriften) in der Hugenottenstadt kaum rückläufig (minus 0,7 Prozent). Die Non-Books haben hingegen um 4,6 Prozent zugelegt. Absoluter Renner sind die Hörbücher.

Spitzentitel unter den Büchern waren 2011 Richard David Prechts „Wer bin ich –und wenn ja, wie viele“ sowie Axel Hackes und Giovanni di Lorenzos philosophische Gespräche „Wofür stehst du?“. Beliebt sind zudem Lernhilfen und Literatur zu den Themen EDV und Gesundheit.

Jutta Duchmann, Leiterin der Stadtbibliothek, kündigt an, dass ab März vier E-Book-Reader zur Ausleihe angeboten werden. Die Kunden können die verschiedenen Geräte ausprobieren und haben damit eine Entscheidungshilfe, falls sie selbst über den Kauf eines E-Book-Readers nachdenken. Duchmann sieht hier klar einen Trend der Zukunft. Sie verweist auf England, wo im vergangenen Jahr mehr virtuelle als gedruckte Bücher verkauft worden seien.

Der Technik nicht verschließen

Öffentliche Büchereien, die konkurrenzfähig bleiben wollen, können sich also der modernen Technik nicht verschließen. „Bibliotheken mit technischer Ausstattung werden genutzt“, stellt Jutta Duchmann fest. Sie berichtet, dass die Internetarbeitsplätze rege frequentiert werden. Auch die Onleihe sei beliebt, vor allem bei Berufstätigen, die nicht zu den Öffnungszeiten vorbeischauen können. 6000 virtuelle Ausleihen hat die Stadtbibliothek verzeichnet. Sie liegt damit unter den 20 Bibliotheken im Onleihe-Verbund Hessen weit vorne und kann Zahlen wie das deutlich größere Hanau vorweisen. Seit kurzem können übrigens auch 5000 Musiktitel (überwiegend aus der Klassik) auf den PC oder MP3-Player geladen werden.

Was hat die Stadtbibliothek für dieses Jahr noch geplant? Der ganz große Um- oder Neubau ist zwar noch Zukunftsmusik, im Sommer wird aber zumindest das erste Obergeschoss der Hauptstelle renoviert und neu eingerichtet. Es gibt eine neue Decke und ein neues Regalsystem. Eine neue Beleuchtung sorgt für mehr Helligkeit zwischen den Regalen.

Eine weitere technische Neuerung – von vielen Lesern schon länger gewünscht – ist außerdem geplant. Es werden so genannte „Hotspots“ eingerichtet, damit die Kunden in der Stadtbibliothek auch mit privaten Notebooks, Tablets oder Smartphones einen Zugang zum Internet haben.

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