Der Dritte im Bunde will sich für frischen Wind in der Stadt einsetzen

Bürgermeisterwahl in Neu-Isenburg: Thilo Seipel geht ins Rennen

Thilo Seipel zum Zweiten: Für den 44-Jährigen ist auch bei seiner erneuten Kandidatur seine Frau Inga Mielmann-Seipel eine wichtige Unterstützerin.
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Thilo Seipel zum Zweiten: Für den 44-Jährigen ist auch bei seiner erneuten Kandidatur seine Frau Inga Mielmann-Seipel eine wichtige Unterstützerin.

Jetzt sind’s drei. Die Kandidatenliste für die Bürgermeisterwahl im Herbst füllt sich. Auch Thilo Seipel, Fraktionsvorsitzender der FDP, hat mitgeteilt, den Kampf um die Nachfolge von Bürgermeister Herbert Hunkel aufzunehmen. „Mit dieser Wahl wird der Reset-Knopf gedrückt und die Karten werden komplett neu gemischt“, spielt er auf die langen und dominanten Amtszeiten der vorhergehenden Verwaltungschefs an.

Neu-Isenburg – Allein das sei Grund genug, sich für einen neuen Wind in der Hugenottenstadt einzusetzen.

Wie berichtet, hat Hunkel sich kürzlich entschieden, nicht mehr für eine weitere Amtszeit anzutreten. Den Hut in den Ring geworfen haben bisher Oliver Gröll für die Grünen und der SPD-Mann Gene Hagelstein.

Ob auch Seipel im Namen seiner Partei oder als Unabhängiger kandidieren wird, hat er noch nicht entschieden. „Es gibt sicher Bürger, die nicht die Parteizugehörigkeit, sondern mich als Person wählen wollen“, sagt er anlässlich eines Pressegesprächs am Dienstagabend.

Dabei betont Michael Seibt, der Vorsitzende des FDP-Ortsverbandes: „Egal in welcher Konstellation, Thilo Seipel hat unsere vollste Unterstützung.“ Sei er doch ein „führungsstarker und durchsetzungsfähiger Kandidat“, der auch inhaltlich in seinem Wahlprogramm keinerlei Diskrepanzen zu den Freidemokraten aufzeige. Für weitere Unterstützung setzt der 44-jährige Seipel, der beim Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen beschäftigt ist, auf seine unmittelbare Umgebung.

„Wir gehen als Tandem ins Rennen“, sagt er und verweist dabei auf seine Frau Inga Mielmann-Seipel, eine Rechtsanwältin, mit der er seit dem Jahr 2010 verheiratet ist. Schließlich brauche jeder Kandidat ein Backup, das ihn trägt. Entsprechend kündigt der Kandidat an: „Meine Frau wird viele Aufgaben übernehmen, besonders wichtig ist der Austausch, den wir pflegen, so werde ich am Ende auch gut entscheiden können.“

Dermaßen aufgestellt, fühlt sich Thilo Seipel für die Wahl am 26. September gut vorbereitet. Bereits vor sechs Jahren war er – damals als einziger Gegenkandidat von Hunkel – am Start. Mit mehr als einem Achtungserfolg: Am Ende bekam Seipel knapp 23 Prozent der Stimmen. „Das war viel für einen Newcomer“, sagt er.

In der aktuellen Runde setzt der Diplom-Kaufmann auf die vier großen Bereiche Wirtschaft und Finanzen, Digitalisierung der Verwaltung, Stadtplanung und Verschönerung und Verkehr. So kündigt er an, in Kürze ein Zehn-Punkte-Programm für Wirtschaftsangelegenheiten herauszugeben. Dabei werde nicht nur das Thema Grundsteuer eine Rolle spielen, auch dem durch die Pandemie gebeutelten Einzelhandel und der Gastronomie will Seipel sich intensiv widmen. „Vielleicht können wir bei der Außengastronomie und auch bei den entsprechenden Heizmöglichkeiten großzügiger sein“, sagt er.

In Richtung Stadtplanung empfiehlt der Kandidat, sich mehr auf das französische Erbe der Hugenottenstadt zu besinnen und etwa mit Fassadengestaltung ein südländisch angehauchtes Flair zu schaffen. „Gerade der Alte Ort muss erlebbarer werden, wir sollten auch den Gedanken eines Wiederaufbaus des alten Rathauses nicht gleich beiseite legen.“

Einen „Wow-Effekt“ wünscht sich Seipel für die Stadteingänge mit mehr Grünflächen. Und aus dem Wohnzimmer der Stadt, der Hugenottenhalle, möchte er ein modernes Begegnungs- und Kulturzentrum machen.

Was den Verkehr angeht, so setzt Seipel unter anderem auf innovative Lösungen wie autonome Busse und intelligente Möglichkeiten bei den Ampelschaltungen. „Ich spreche mich durchaus für ein Radverkehrskonzept aus und für die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs“, betont er. Jedoch: „Es darf auch nicht alles zulasten des Autofahrers gehen.“ Gebaut werden soll in „sinnvoller Nachverdichtung“, in Kontakt kommen möchte der Kandidat mit denjenigen, die über Brachflächen in der Stadt verfügen. „Dort müssen wir Anreize zur Bebauung schaffen, aber auch klar machen, dass Eigentum verpflichtet.“

In all den kommenden Diskussion wünscht sich Seipel ein „unideologisches Miteinander“. Neu-Isenburg kennt er wie seine Westentasche, in der Vereinslandschaft fühlt er sich wohl und hat sich mit manchem Projekt einen Namen gemacht. „Wir haben das Glück, dass wir im Sozialbereich gut aufgestellt sind“, stellt er fest. Den ehrenamtlichen Institutionen verspricht er zumindest, den Stand an Unterstützung erhalten zu wollen. „Auch wenn die Stadt es sicher nicht schaffen wird, die Entwicklung durch die Corona-Krise komplett auszugleichen.“

Auf den „sicher stark personalisierten Wahlkampf“ freut sich Seipel. „Ich lebe gerne hier und bin immer noch neugierig und interessiert an Menschen und Ideen jenseits einer Parteiausrichtung“, sagt er. Und wenn auch die sozialen Medien zunehmend wichtig seien, hoffe er doch auf viele Präsenztermine und Begegnungen. (Barbara Scholze)

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