Bürgerantworten auf europäische Fragen

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Petra Obach aus Neu-Isenburg übergibt Europaabgeordneten Thomas Mann die Bürgererklärung, welche die 50 Teilnehmer des Bürgerforums in anderthalbtägiger Arbeit formuliert haben.

Neu-Isenburg - (es) „Ich fand die Veranstaltung gelungen und würde sie mit einer guten Zwei benoten“, sagte Annette Christoph. Die Konrektorin der Albert-Schweitzer-Schule gehörte zu den 50 Frauen und Männern, die am Wochenende im Rathaus beim „Europäischen Bürgerforum“ verschiedene Themen debattierten. Dabei ging‘s vorrangig um die wirtschaftliche und soziale Zukunft Europas.

Bei dieser anderthalbtägigen Zusammenkunft, die von der europäischen Akademie Berlin organisiert wurde, erarbeiteten die Teilnehmer in Gruppen eine Bürgererklärung. Diese übergaben sie vor der Abschlussdiskussion den anwesenden Politikern. Gekommen waren: Michael Zenner, Beauftragter für Kommunikation im Auswärtigen Amt, Dr. Wolf Klinz (FDP), Mitglied des europäischen Parlaments, Michael Gahler (CDU), ebenfalls Europaabgeordneter, sowie Thomas Mann (CDU), Mitglied des europäischen Parlaments, Bundestagsabgeordnete Uta Zapf (SPD) sowie Bürgermeister Oliver Quilling (CDU). Durch das Programm führte Professor Dr. Eckart D. Stratenschulte.

Zum Thema Klima und Umwelt fordern die Neu-Isenburger unter anderem, „dass alle Gebietskörperschaften in der EU eine langfristige Wirtschaftsplanung unter Kosten-Nutzen-Geschichtspunkten vorlegen“. Zudem verlangen sie „Umweltschutzmulitplikatoren statt Einzelprojekte“, eine „verstärkte Förderung des öffentlichen Nahverkehrs“ sowie „eine Vorreiter- und Vorbildrolle von Europa im Umweltschutz und beim Energiesparen“. Die Vision, die die Hugenottenstädter in punkto Migration und Chancengleichheit ausarbeiteten, umfasst unter anderem die Förderung der Spracherziehung durch Abbau von Sprachbarrieren sowie die Verpflichtung von Sprachkursen für Migranten in der jeweiligen Landessprache. Außerdem wollen sie, dass europaweit die Schul- und Ausbildungsabschlüsse anerkannt werden und fordern ein „einheitliches Niveau der Förderung der Bildung in jedem Land der EU“. Im Bereich der Sozialstandards verlangen die Teilnehmer unter anderem Mindestlöhne in allen Mitgliedsstaaten, eine Verbesserung der Ausbildung sowie eine stärkere Förderung der Familien.

Europa sei für viele sehr weit weg, sagte Bürgermeister Quilling in seiner Abschlussrede. „Wir wollten mit der Beteiligung am Bürgerforum dazu beitragen, das Bewusstsein der Bürger in Bezug auf Europa zu verändern“, so der Rathauschef. Schließlich seien sich nur die wenigsten Menschen darüber bewusst, „dass uns das, was in Brüssel entschieden wird, ständig berührt“.

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