Ein Teamplayer fürs Rathaus

Bürgermeisterwahl in Neu-Isenburg: Oliver Gröll (Grüne) startet mit „Isen-Bürger-Dialog“ in den Wahlkampf

Unter der Moderation von Ralf Kellen (rechts) stellt sich der Kandidat Oliver Gröll in loser Folge den Wählern in der Videoserie „Isen-Bürger-Dialog“ vor. screenshot: leonhardt
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Unter der Moderation von Ralf Kellen (rechts) stellt sich der Kandidat Oliver Gröll in loser Folge den Wählern in der Videoserie „Isen-Bürger-Dialog“ vor. screenshot: leonhardt

Auch für Oliver Gröll, den Bürgermeister-Kandidaten der Grünen, hat der Wahlkampf hin zur Stimmabgabe am Sonntag, 26. September, längst begonnen. Bekannt als Politiker, der den intensiven Austausch mit seinen Mitbürgern sucht, hat der ehemalige CDU-Mann in der Pandemie-Zeit überlegt, wie er den Kontakt zu den Neu-Isenburgern aufrecht erhalten kann.

Neu-Isenburg - Herausgekommen ist aktuell ein Format, das sich online bequem verfolgen lässt: ein wöchentlicher Podcast unter dem Slogan „Isen-Bürger-Dialog“ zu den wichtigen Themen der Stadt.

Dabei stellt Gröll, ähnlich wie seine Mitbewerber Stefan Schmitt (CDU), Dirk Gene Hagelstein (SPD) und Thilo Seipel (parteilos) den Komplex Verkehr ganz nach vorne. Sah er doch unter anderem in der Aufgabe, Neu-Isenburg hinsichtlich der Mobilität zukunftsfit zu machen, einen Grund, die Partei zu wechseln. Die Hugenottenstadt sei „voll mit Fahrzeugen“, stellt der Grüne fest, betont aber auch: „Ich sage nicht, dass wir das Auto verbieten sollen, aber wir müssen Angebote schaffen, sodass Bürger und Besucher freiwillig auf das Auto verzichten.“

Entsprechend will der Betriebswirt den Durchgangsverkehr künftig mit einem ausgeklügelten Umleitungssystem möglichst aus der Stadt raushalten und die Parkraumbewirtschaftung neu gestalten. Alternative Verkehrswege wie der öffentliche Nahverkehr, Radwege und Fußwege sollen sich zu einem System verbinden mit einer Vernetzung der Buchungsoptionen. Damit komme man auch der jüngeren Generation entgegen: „Bei vielen jungen Menschen steht das Auto nicht mehr im Mittelpunkt.“

Darüber hinaus sei es erforderlich, eine sehr spezifische Parksituation genauer in den Blick zu nehmen. So habe es sich bei der letzten Sitzung des Ortsbeirates in Gravenbruch einmal mehr gezeigt, dass es viel „Unmut“ gebe wegen Kleintransportern und Anhängern, die in Wohngebieten abgestellt werden. „Dabei wäre es so einfach, wenn es uns gelänge, für diese Fahrzeuge Parkplätze außerhalb der Stadt anzubieten.“ Als Shuttle für die Fahrer vom Wohn- bis zum Arbeitsplatz, schlägt Gröll auch den aktuell diskutierten „Hopper-Kleinbus“ des Kreises vor.

Als weiteres Thema liegt dem Kandidaten, der die meiste Zeit seines Lebens in Neu-Isenburg verbracht hat, die „inzwischen viel besprochene Müllsituation“ am Herzen. Zwar lobt Gröll die zahlreichen Initiativen, auch auf freiwilliger Basis, die dafür sorgen, dass die Stadt herzeigbar ist. „Aber das ist nur die eine Seite der Medaille“, stellt er fest. Viel eher sei das Problem an der Wurzel zu packen und es gelte, Ideen zu finden, wie sich Müll grundsätzlich vermeiden lässt. Gleiches, nämlich neue Wege anzudenken, bestimme auch die Zukunft des örtlichen Einzelhandels. „Da gab es schon vor der Corona-Pandemie viele Probleme“, stellt Gröll fest. Habe sich doch das Einkaufsverhalten mit den Angeboten im Internet grundlegend geändert. „Viele kaufen heute lieber bequem vom Wohnzimmer aus.“ Etablieren will der Bewerber um das Bürgermeisteramt daher einen sogenannten Quartiersmanager. „Rein im Ehrenamt ist vieles nicht zu schaffen, ein Quartiersmanager könnte sich intensiver um die einzelnen Aufgaben kümmern.“ Ebenso möchte Gröll eine Initiative wiederbeleben, die er bereits vor 15 Jahren ins Leben gerufen hat: Die Neu-Isenburger-Mehrwertkarte (NIM), mit der sich vergünstigt einkaufen lässt und die dabei Vereine unterstützt. „Auch da könnte ein Hauptamtlicher mehr erreichen.“

In Richtung Gastronomie, einer „in der Pandemie sehr gebeutelten Branche“, stellt Oliver Gröll schließlich die Möglichkeit zur Diskussion, ob und wie die Außenbereiche zu vergrößern sind. „Vielleicht geht an der ein oder anderen Stelle dann ein Parkplatz verloren, aber das ist eine Sache der Abwägung“, sagt er.

Bei all seinen Vorhaben und Ideen und vor allem im Rahmen des erhofften Amtes setzt Oliver Gröll auf die Unterstützung durch seine Familie. Der Vater von vier erwachsenen Kindern betont: „Gerade jetzt, im Wahlkampf, sind alle mit engagiert.“ Auch auf sein örtliches Netzwerk kann der Kandidat sich verlassen. Sein Vater war ein erfolgreicher Schwimmer beim Schwimmclub, auch er selbst hat dort seine Wasserrunden gedreht. Gröll gehört vielen weiteren Vereinen an, hat getrommelt und ist karnevalsgestählt. „Er wird ein Teamplayer im Rathaus“, heißt es entsprechend in einem der Isen-Bürger-Dialoge.

»gruene-neu-isenburg.de

Von Barbara Scholze

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