38-Jähriger geht für die FDP ins Rennen

Bürgermeisterwahl: Thilo Seipel tritt an

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Einstimmig wählte die FDP Thilo Seipel (Mitte) zu ihrem Kandidaten. Das Foto zeigt ihn zusammen mit der Fraktionsvorsitzenden Susann Guber und dem Vorsitzenden Jörg Müller.  

Neu-Isenburg - Die Bürgermeisterwahl wird doch keine One-Man-Show. Die FDP wählte am Donnerstagabend Thilo Seipel einstimmig zu ihrem Kandidaten, der am Sonntag, 27. September, gegen Amtsinhaber Herbert Hunkel antritt. Von Holger Klemm

Punkten will der 38-jährige Thilo Seipel mit dem Blick von außen auf die Verwaltung und entsprechend neuen Ideen. „Zu unserem Demokratieverständnis gehört, dass die Menschen die Wahl haben sollen“, betont Vorsitzender Jörg Müller. Und mit dem neuen Fraktionsgeschäftsführer Thilo Seipel ist er sicher, den richtigen Mann gefunden zu haben. Der Auserkorene selbst hofft, durch seine Kandidatur mehr Leute zur Stimmabgabe am 27. September bewegen zu können.

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Seipel, der 1977 in Groß-Gerau geboren wurde, in Darmstadt zur Schule ging und in Rostock Betriebswirtschaft studierte, lebt seit 2007 mit seiner Frau in Neu-Isenburg. „Das war eine bewusste Entscheidung. Ich lebe gerne hier.“ Seit 2002 arbeitet er beim Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen und ist dort in der Prüfungsstelle für die Sparkassen tätig. Der Kandidat ist seit 1993 Mitglied der FDP und übernahm seitdem verschiedene Vorstandsposten. Der stellvertretende Vorsitzende des Stadtverbands ist seit Anfang Juli Fraktionsgeschäftsführer als Nachfolger von Gerhard H. Gräber. Hinzu kommen die Tätigkeit in der AG Flughafen und die Mitgliedschaft in verschiedenen Vereinen wie dem Ehrensenat für den Lumpenmontag.

Auf die Frage, was ihn am Amtsinhaber Herbert Hunkel stört, antwortet er, dass er manchmal bei ihm Dynamik vermisst. Durch einen Blick von außen komme man eher zu neuen Ideen, als wenn man seit mehr als 40 Jahren in der Verwaltung tätig ist. Einen Anti-Hunkel-Wahlkampf will Seipel aber nicht führen, sondern vielmehr mit eigenen Vorstellungen punkten. Seine Schwerpunkte seien die Themen Verkehr und Infrastruktur, Bildung und da vor allem die Erweiterung der Stadtbibliothek sowie die Wirtschaft. Er will das Controlling im Rathaus stärken, um Kostensteigerungen bei Projekten wie dem Hallenbad rechtzeitig zu sehen und somit verhindern zu können. Beim „Ampel-Ei“ an der Hugenottenallee/Carl-Ulrich-Straße sollte man noch einmal schauen, wie sich dort Staus verhindern lassen.

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Seipel spricht sich gegen eine Verlängerung der Straßenbahn aus, da sie die Stadt teilen und während der Bauzeit so manchen Einzelhändler an der Frankfurter Straße gefährden würde. „Es gehört schon Mut dazu“, antwortet der Kandidat auf die Frage, ob der Amtsinhaber nicht übermächtig sei. Seipel nimmt die Herausforderung aber mit viel Sportsgeist an und freut sich auf den Wahlkampf.

Vorsitzender Jörg Müller findet es immer noch erstaunlich, dass die SPD als größte Oppositionsfraktion keinen eigenen Kandidaten stelle, sondern Hunkel unterstützte. „Man darf ja nicht vergessen, dass er Kandidat der CDU ist.“ Eine Gefahr für die bürgerliche Koalition, zu der die FDP ja gehört, sieht er nicht. „Wir haben schon immer Hunkel kritisiert, wenn uns etwas nicht gefallen hat.“ Das werde die FDP weiterhin tun. In den Blick von außen auf die Verwaltung sieht Müller einen Vorteil des Kandidaten. Das Votum der Mitglieder fiel übrigens einstimmig aus. „Bei der CDU hat es fünf Gegenstimmen zu Hunkel gegeben“, so der FDP-Chef. In Kürze soll die Homepage www.thilo-seipel.de geschaltet werden.

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