36 Gruppen an 15 Veranstaltungstagen / Eintritt frei, aber Ticket muss gebucht werden

Bunten Kultursommer-Cocktail für Neu-Isenburg

Der Rasenplatz hinter der Rollschuhbahn im Sportpark wird einen Monat lang zur pandemiekompatiblen Pop-Up-Spielstätte: Die Beschallung geht von der Bühne in den Wald, links hinten ist die Siemensstraße. Die Plakate für den Kultursommer präsentieren gestern am Ort des Geschehens (von links) Erster Stadtrat Stefan Schmitt, Michael Kercher, Bürgermeister Herbert Hunkel, Christopher George, Florian Fischer und Frank Müller.
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Der Rasenplatz hinter der Rollschuhbahn im Sportpark wird einen Monat lang zur pandemiekompatiblen Pop-Up-Spielstätte: Die Beschallung geht von der Bühne in den Wald, links hinten ist die Siemensstraße. Die Plakate für den Kultursommer präsentieren gestern am Ort des Geschehens (von links) Erster Stadtrat Stefan Schmitt, Michael Kercher, Bürgermeister Herbert Hunkel, Christopher George, Florian Fischer und Frank Müller.

Es geht tatsächlich bald wieder was in Neu-Isenburg: Nachdem das öffentliche Leben pandemiebedingt seit Monaten nahezu lahmgelegt war, soll im Spätsommer der Iseborjer Kultursommer als eine Art kultureller Rettungsanker entschädigen. Open Air. Im Sportpark. Bei freiem Eintritt. Und das gestern vorgestellte Programm kann sich sehen lassen.

Neu-Isenburg - Die Macher der Veranstaltungsagentur 12 Löwen haben in Kooperation mit der Stadt einen bunten Cocktail angerührt, der alle Vorlieben von Kulturliebhabern bedienen soll: Musik, Comedy mit dem Duo Mundstuhl, Theater und ein Opernabend, Jazzfrühschoppen und Familientag, Schlagerparty und zum Finale das Musikfestvial Open Doors samt Konzert der Rodgau Monotones – für nahezu jeden Geschmack ist etwas dabei.

Insgesamt 36 Musik- und Künstlergruppen treten an 15 Veranstaltungstagen vom 27. August bis 19. September auf. Vonstatten gehen wird das Ganze auf dem Rasenplatz hinter der Rollschuhbahn. Dort soll „ein kleines, intimes und gemütliches Festival-Szenario entstehen, selbstverständlich nach allen behördlichen Vorgaben zur Eindämmung der immer noch bestehenden Pandemie“, sagt Christopher George, der zusammen mit Michael Kercher die Geschäftsführung der „12 Löwen“ innehat. Auf dem Fußballplatz wird eine Bühne aufgebaut, von der aus sternförmig bestuhlt wird.

Bis zu 1000 Gäste können so nach derzeitigem Planungs- und Pandemiestand pro Veranstaltung auf dem Gelände ihren Platz einnehmen – wenn eine solche Zahl auch in diesen Zeiten stets mit Fragezeichen versehen sein muss. Die Konzepte, sagt George, seien für möglichst viele Eventualitäten gewappnet, „letzten Endes können wir falls nötig auch runterschrauben auf 500 oder 200 Gäste“.

Es seien entsprechend „intensive Wochen der Vorbereitung“ mit sehr viel Bürokratie gewesen, bis der Kultursommer stand. Ein umfassendes Hygienekonzept musste beim Gesundheitsamt eingereicht, das Sicherheits- und das Verkehrskonzept mit dem Ordnungsamt abgestimmt werden.

Sogar einen Bauantrag müssen die Organisatoren beim Kreis stellen, weil das Gelände umfriedet werden muss und der Zaun für mehrere Wochen stehen soll. Aber zum Glück, so betonen George und Kercher, laufe die Zusammenarbeit mit Stadt, Kreis, Sportamt und DLB, Stadtwerken und vielen anderen mehr sehr gut und reibungslos.

Der Auftakt zum Programm ist ein Klassiker: Die Eröffnungsparty am 27. August schmeißen die Lokalmatadore The Gypsys. Gut drei Wochen lang folgen dann Termine wie eine Comedy-Night mit Mundstuhl (4. September) oder am Tag davor ein „barocker Sommerabend“ mit klassischem Konzert der Kammeroper Frankfurt. Eine Theateraufführung des NN Theaters mit dem Stück „Exit Casablanca“ folgt auf einen Tag, der ausschließlich für die Vielfältigkeit der Neu-Isenburger Vereine steht und mit den Rock’n’Rollern von „Krüger Rockt!“ in einer 50s-Party gipfelt.

Ein Höhepunkt soll auch der schräge Schlagerabend mit Roy Hammer & den Pralinées (10. September) werden, der von der DJ-Combo Buffalo & Wallace mit ihrer ausgeflippten „Alles 90er Party“ noch getoppt werden soll.

Ein Highlight, verrät George, sei für ihn zum Beispiel auch das Konzert der in Hamburg aufgewachsenen Soul- und R&B-Musikerin Oceana am 13. September, die vielfach mit goldenen Schallplatten ausgezeichnet wurde. Ihr Name sagt vielleicht nicht jedem etwas, eins ihrer Lieder aber bestimmt: „Endless Summer“ hieß der offizielle Song zur Fußball-EM 2012, den Oceana sang.

Jazzfreunde können beim Frühschoppen am 5. September zur Livemusik mitwippen, während eine Woche später mit vielen Mitmach-Aktionen ein ganzer Tag im Zeichen der Familien und der Kinder steht.

Wie berichtet, ist auch die Isenburger Eventagentur „8 Days a Week“ mit im Boot. Deren Streaming-Format „Club 8“, bisher bekannt aus YouTube, ist mit regionalen Künstlern vertreten und erstmals live vor Publikum zu erleben. So kommt die junge Gießener Schlager-Pop-Band Lebendig zum Einsatz, aber auch die Spaghetti-Ska-Sensation Gastone aus Frankfurt.

Zum Projektfinale steigt dann das Open-Doors-Festival auf dem Areal – als Ersatz für den Julitermin in der Innenstadt. Es beginnt am Donnerstag, 16. September, mit einem Newcomer-Abend. Vom 17. bis 19. September sind dann täglich mehrere Gruppen zu sehen – von Tributebands wie Purple Rising am Freitag bis zu den Rodgau Monotones als Hochkaräter zum Abschluss am Sonntag.

Möglich macht diese große Open-Air-Reihe, die gut 520 000 Euro kosten soll, bekanntlich eine erfolgreiche Bewerbung der „12 Löwen“ beim vom Land Hessen aufgelegten Förderprogramm „Ins Freie!“ für Open-Air-Spielstätten. Dadurch schießt das Land etwa 360 000 Euro zu.

Was ganz wichtig ist: Der Eintritt ist zwar frei, ein Ticket muss jedoch online gebucht werden über die eigens gestaltete Homepage, die gestern online gegangen ist. Es gehe dabei nicht zuletzt darum, „den Besucherstrom pandemiegerecht zu kontrollieren und eventuelle Ansteckungsrisiken möglichst auf null zu halten“, erläutern die Organisatoren. Bei der Registrierung müssen Besuchswillige unter anderem ihren Status (Geimpft, genesen,... ) vermerken. Auch ein Testzentrum auf dem Gelände werde man einrichten, sagt George. Die Anmeldung sei „kinderleicht“ gestaltet.

Bürgermeister Herbert Hunkel ist es dennoch wichtig zu ergänzen, dass niemand benachteiligt werden dürfe, „der nur analog unterwegs ist“. Wer Hilfe bei der Ticketbuchung benötige, könne sich ans Kulturbüro (z 747412) wenden. Tickets können laut George ab sofort gebucht werden.

Infos im Internet

iseborjer-kultursommer.de

Von Barbara Hoven

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