Anlaufstelle für Flüchtlinge

Café Grenzenlos hat sich als Treffpunkt etabliert

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Inge Manus und Josta Trischler kümmern sich im Café Grenzenlos liebevoll um den Nachwuchs.

Neu-Isenburg - In der Ecke am Fenster des Gemeindesaals der Marktplatzgemeinde spielt die kleine Deborah mit einem Puzzle. Am Tisch sitzen neben dem kleinen Mädchen noch mehrere Kinder, die malen, basteln oder ebenfalls puzzeln.

Inge Manus und Josta Trischler kümmern sich um die Kleinen, damit die Erwachsenen Zeit für ihre Gespräche haben. Denn auch die anderen Tische sind an diesem Nachmittag im Café Grenzenlos dicht besetzt. Die Menschen unterhalten sich, essen den vom Café Ernst gespendeten Kuchen und löffeln einen Teller Suppe, den der Treffer alle zwei Wochen zur Verfügung stellt. Es ist eine harmonische Stimmung und die Leute sind in Gespräche vertieft. „Dieser Treffpunkt ist immer noch sehr gut besucht“, sagt Michael Kaul, Sprecher der Flüchtlingshilfe in Neu-Isenburg. Mit der Schließung der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in der Rathenaustraße sei die Nachfrage sogar eher wieder größer geworden. „Zuvor waren viele Helfer ja konzentriert dort im Einsatz, Neu-Isenburg hatte in diesen Monaten ja sonst keine Flüchtlinge zugewiesen bekommen. Jetzt kommen die Helfer hierher und auch neue Flüchtlinge oder Familien, die nachgezogen sind, suchen im Café Grenzenlos Hilfe oder Kontakt“, erläutert der erfahrene Flüchtlingshelfer. Sprachpaten nutzen das Café, um sich bei Kaffee und Kuchen auf Deutsch zu unterhalten, ehrenamtliche Helfer, die in der Familienbetreuung sind, tauschen sich aus, wie sie bei ähnlichen Fragen und Problemen der Flüchtlingsfamilien helfen können.

Die meisten, die an diesem Nachmittag kommen, wollen einfach nur den Kontakt untereinander pflegen. Einige haben aber auch konkrete Anliegen: Eine Dame ist verzweifelt, weil die Betten ihrer Familie Bettwanzen haben, eine der ehrenamtlichen Helferinnen verspricht, sich darum zu kümmern, was zu tun ist. Ahmad Raslan hat auch einen Wunsch, dabei ist der Mittvierziger gerade fast wunschlos glücklich. Der Familienvater aus Syrien, der seit einem Jahr in Isenburg wohnt, konnte vor drei Tagen endlich seine Familie nach mehr als zwei Jahren wieder in die Arme schließen. Fünf Kinder und seine Frau. „Ich hätte jetzt gerne für die beiden Großen ein Fahrrad“, erklärt er Franz Drews. Der Vorsitzende des ADFC Neu-Isenburg hat sich mit einer großen Liste an einen der Tische gesetzt. „Wir haben jetzt ausgemacht, dass wir in der Fahrradwerkstatt keine Anfragen mehr annehmen, sondern dass die Leute hierher kommen sollen. Sonst kommen die Helfer dort gar nicht mehr dazu, die Räder zu reparieren“, erläutert Drews.

Bilder: So helfen Sie Flüchtlingen in der Region

Die Nachfrage nach den Räder ist immens, alleine am vergangenen Mittwoch schreibt der ADFC-Chef 26 Leute auf, die sich ein Rad wünschen – darunter auch das Anliegen von Ahmad Raslan, der sich sehr oft dafür bedankt. „Drei Räder sind fertig repariert, zwölf weitere sind gerade in Arbeit. Gerade Kinderräder sind immer sehr begehrt und sehr knapp – wir haben also noch Bedarf, wenn jemand spenden möchte“, wirbt Franz Drews um Fahrradspenden.

Auch Inge Manus hat noch einen Wunsch: „Es wäre toll, wenn wir noch ein oder zwei Helferinnen gewinnen würden, die Lust haben, uns bei der Betreuung der Kinder zu helfen“, sagt die engagierte Kommunalpolitikerin. „Flüchtlingshilfe ist eine sehr schöne Aufgabe. Ich selbst habe noch eine somalische Familie, denen ich Unterstützung geben konnte, sich in Deutschland zurecht zu finden. Die Arbeit mit den Kinder macht einfach nur Spaß“, kann Josta Trischler es nur empfehlen, sich zu engagieren. Wer sich ebenfalls im Café Grenzenlos engagieren möchte, ein Fahrrad spenden will oder sich für die Flüchtlingshilfe interessiert, kann sich beim nächsten Café Grenzenlos am Mittwoch, 2. November, um 15 Uhr in der Marktplatzgemeinde informieren. (col)

Bilder: Umgang mit Flüchtlingen in der Region

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