Bilanz nach fünf Jahren

Carsharing in Neu-Isenburg

Die Nutzer des Carsharing haben an den drei Standorten in Neu-Isenburg – wie hier an der Kurt-Tucholsky-Straße – die Auswahl zwischen verschiedenen Fahrzeugen.
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Die Nutzer des Carsharing haben an den drei Standorten in Neu-Isenburg – wie hier an der Kurt-Tucholsky-Straße – die Auswahl zwischen verschiedenen Fahrzeugen.

Wer in einer Stadt unkompliziert ein Auto mieten kann, braucht kein eigenes mehr. Soweit die Theorie. Vor allem in Großstädten setzen Verkehrsplaner große Hoffnungen ins Carsharing. Und auch in Neu-Isenburg haben die Bürger nun seit genau fünf Jahren die Möglichkeit, sich bei Bedarf ein „Auto zu teilen“: Im März 2016 ging die Kooperation der Stadt mit einem privaten Partner – der Aschaffenburger Firma App2Drive – an den Start.

Neu-Isenburg - An zunächst sieben Standorten im Stadtgebiet parkten damals die Leihfahrzeuge, die über die App beziehungsweise Homepage des Anbieters gebucht werden können. Allein: Obwohl das Thema Carsharing in aller Munde ist, spiegelte sich dies in den Nutzungszahlen der ersten Isenburger Carsharing-Offerte nicht wieder; diese blieben in den vergangenen Jahren hinter den Erwartungen zurück.

Die Folge: Aus wirtschaftlichen Gründen wurde 2019 die Anzahl der angebotenen Standorte von dann inzwischen acht auf drei reduziert. Erhalten blieben damals „die, die am häufigsten genutzt werden“, wie es der Magistrat formulierte. Mietautos des Anbieters stehen seither noch an drei Standorten in der Hugenottenstadt: auf den Parkplätzen am Rathaus in der Hugenottenallee 53, am Wilhelmsplatz sowie in der Kurt-Tucholsky-Straße. „Jährlich werden im Schnitt 500 Autos ausgeliehen“, heißt es nun anlässlich des fünften Geburtstags der Kooperation aus dem Rathaus.

„Carsharing entlastet die Umwelt, schont den Geldbeutel, spart Ressourcen und leistet einen Beitrag zur Energieeinsparung im Verkehr“, wirbt Bürgermeister Herbert Hunkel ein weiteres Mal für die Mobilitätsalternative. Und weist auf eine vor einigen Monaten hinzu gekommene, interessante Variante hin: Ergänzend zu dem bestehenden Angebot bieten die Isenburger Stadtwerke in Zusammenarbeit mit der Stadt seit vergangenem Jahr mit einem Elektroauto eine spezielle Form des Carsharings, die sich „Hop-On-Sharing“ nennt. Meint: Bürger können einen Dienstwagen der Rathausmitarbeiter nach Feierabend gegen Entgelt mieten. Das Elektro-Fahrzeug, ein Renault Zoe, steht am Rathaus an der dortigen Ökostrom-Ladestation. Tagsüber wird es von Stadt-Mitarbeitern für den Dienst genutzt, aber außerhalb der Geschäftszeiten kann das Auto von allen Bürgern privat gefahren werden. „Dieses neue Konzept des Carsharing sorgt für eine hohe Auslastung und senkt die Kosten von Fahrzeugen, gerade von Dienstwagen“, erläutert Kirk Reineke, Geschäftsführer der Stadtwerke.

Die Reichweite des Autos: bis zu 300 Kilometer. Am Rathaus-Parkplatz kann es ohne Fahrzeugschlüssel übernommen werden, denn das Öffnen erfolgt für registrierte Nutzer über das Smartphone. Nach Ablauf des Buchungszeitraums muss es an der Ladesäule am Rathaus wieder abgestellt werden und es wird ohne weitere Kosten für die Nutzer aufgeladen.

Gebucht werden kann das

„Isy-Mobil-Hop-On“ von Montag bis Donnerstag von 17 bis 8 Uhr des nächsten Morgens sowie an den Wochenenden von Freitag, 13 Uhr, bis maximal 8 Uhr am Montagmorgen. Zu haben ist das Elektroauto ab 4,90 Euro pro Stunde (inklusive zehn Freikilometer), der Übernacht-Tarif liegt bei 19 Euro (50 Freikilometer), für ein Wochenende legt der Mieter 69 Euro hin, da sind 200 Freikilometer mit drin. Jeder weitere Kilometer schlägt mit 19 Cent zu Buche. Die Buchung läuft ausschließlich über das Smartphone per App, die vorher installiert werden muss. Nach erfolgter Registrierung können die Zeiträume gebucht werden. Die Fahrten werden per Kreditkarte oder Lastschrift beglichen. Allgemeine Infos zu „Isy-Mobil-Hop-On“ sind auf den Internetseiten der Stadtwerke (www.swni.de) zu finden.

Doch noch einmal zurück zur ursprünglichen Offerte. Das Auto-Teilen mit App2Drive funktioniert wie folgt: Nach der Anmeldung können die Miet-Mobile via Webseite oder App gebucht werden – spontan oder im Voraus: Über die Funktion „Fahrzeug buchen“ wird das nächste, verfügbare Wunschauto angezeigt. Nach der Nutzung kann es an einem der zahlreichen App2drive-Standorte abgestellt werden. Die Abrechnung erfolgt anhand des Buchungszeitraums und der gefahrenen Kilometer.  hov

Infos im Internet

app2drive.com

Das Elektroauto der Stadtwerke, ein weißer Renault Zoe, kann außerhalb der Dienstzeiten von allen Bürgern genutzt werden. Es steht am Parkplatz des Rathaus neben den anderen Carsharing-Fahrzeugen.

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