CDU-Empfang im Zeichen des möglichen Ämterwechsels

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Der Andrang beim traditionellen Neujahrsempfang im Foyer der Hugenottenhalle jedenfalls war so groß wie selten.

Neu-Isenburg - Waren es nun die geballte Kraft des Hessischen Doppelministers Jürgen Banzer, die erwartete Aussage von Bürgermeister Oliver Quilling zu seiner Landratskandidatur oder der Ausblick auf die Vorhaben der Isenburger CDU in den kommenden Jahren? Der Andrang beim traditionellen Neujahrsempfang im Foyer der Hugenottenhalle jedenfalls war so groß wie selten. Von Leo F. Postl

CDU-Stadtverbandsvorsitzender Torsten Klees ging in seinem Grußwort auf die jüngsten Errungenschaften in der Hugenottenstadt ein: Der Kunstbahnhof erstrahlt in neuem Glanz, ebenso das renovierte Bürgerhaus in Zeppelinheim. Zudem wird am Wochenende das Zeppelinmuseum eröffnet. Mit der Auslastung der Hugenottenhalle sei man zwar recht zufrieden, dennoch seien 70 Prozent noch zu wenig. „Deshalb haben wir uns entschlossen, einen Veranstaltungsmanager zu verpflichten, um eine höhere Auslastung zu erreichen“, verkündete Klees. Quillings Landratskandidatur sieht er als Chance für die Übernahme des Bürgermeisteramtes durch den parteilosen Ersten Stadtrat, Herbert Hunkel.

Quilling selbst zog in seiner Rede zunächst eine positive Bilanz der Isenburger Rathauspolitik. Man habe es verstanden, mit „Du Pont“ einen bedeutenden Arbeitgeber wieder anzusiedeln, und für das zwar „leider gescheiterte“ Autohaus-Projekt vor dem Güterbahnhof gebe es bereits „gute Anzeichen“ einer Alternative. Mit dem Umzug des Jugendbüros in das derzeit in Sanierung stehende alte Schulhaus werde auch die Jugendarbeit auf neue Füße gestellt, so Quilling. Und: „Das bisher so erfolgreiche Streetworker-Programm“ werde zwar weiter geführt, „allerdings nicht mehr unter der Beteiligung von Seishin“.

Im Bereich der Kinderbetreuung sei Isenburg deutschlandweit an der Spitze, und auch um die Senioren sei es recht gut bestellt. „Mit der Inneren Mission haben wir einen Vertrag zum Bau von 48 weiteren Pflegeplätzen speziell für an Demenz erkrankte ältere Menschen unterzeichnet“, sagte Quilling. Dann folgte seine mit Spannung erwartete Stellungnahme zur Kandidatur als Landrat des Kreises Offenbach. „Ich habe die Kreisverwaltung nie nur als höhere Verwaltungsebene sondern als Partner der Städte und Gemeinden angesehen“, betonte Quilling. Als künftiger Landrat könne er sich auch für „seine“ Stadt Neu-Isenburg einbringen. Dem oft diskutierten Wegfall von Kreisverwaltungen erteilte der Bürgermeister eine Absage: „Ich halte nichts von Mega-Kreisen mit immer mehr bürgerferner Verwaltung“, sagte er unter Beifall.

Jürgen Banzer schließlich äußerte sich primär zur Schulpolitik: Schule müsse weg vom reinen Lernort und sich mehr zum ganztägigen Lebensraum entwickeln, forderte der Minister.

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