Den „weitesten beidhändigen Tischtennisball-Weitwurf“ erzielt

Christian Pöllath aus Neu-Isenburg hat den Plopp raus

Die Urkunde beweist’s: Christian Pöllath hat mit seiner Plopper-Technik den Weltrekord im „weitesten beidhändigen Tischtennisball-Weitwurf“ aufgestellt.
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Die Urkunde beweist’s: Christian Pöllath hat mit seiner Plopper-Technik den Weltrekord im „weitesten beidhändigen Tischtennisball-Weitwurf“ aufgestellt.

Christian Pöllath aus Neu-Isenburg hat den Dreh – pardon: den Plopp – einfach raus. Er hat gerade den Weltrekord im „Weitploppen“ aufgestellt.

Neu-Isenburg – Christian Pöllath klatscht mit der offenen rechten Hand gegen seine geschlossene linke. Plötzlich saust ein Ball in Tischtennis-Größe nach vorn, geht ab wie eine Mini-Rakete. „Man kann ihn natürlich auch in die Höhe schießen“, sagt der Zeppelinheimer. Doch das interessiert beim „Ploppen“ – ein spaßiges und variantenreiches Spiel, das der 56-Jährige vor 15 Jahren selbst erfunden hat – diesmal weniger: Schließlich hat Pöllath gerade den Weltrekord im „Weitploppen“ aufgestellt.

Das mit dem Rekord sagt das stets gut gelaunte Energiebündel aus dem Neu-Isenburger Stadtteil, das in der Region auch als früherer Vize-Weltmeister im Trampolinturnen sowie durchs Trampolin-Duo „Flying Bananas“ ein Begriff ist, nicht nur so dahin. Pöllath hat ihn vielmehr dokumentieren lassen, von der RHR, der Record Holders Republic. Das Unternehmen begleitet nach entsprechender Beauftragung Rekordversuche diverser Art und kreiert damit einen Nachweis für den Fall, dass jemand etwas auf besonders hohem Niveau geschaffen hat. „Die RHR ist weltweit aktiv und kommt zum Beispiel zum Einsatz, wenn in TV-Formaten wie dem ZDF-Fernsehgarten Rekordversuche gestartet werden“, weiß Pöllath. Im Fall von „Mr. Plopper“, wie man den Erfinder des Ploppens und nun auch offiziellen Weltrekord-Halter getrost nennen darf, fand der (per Videokamera festgehaltene) Rekordversuch in einer Halle statt. Dies war wichtig, um den Einfluss des Windes, der den Tischtennisball hätte tragen oder bremsen können, zu minimieren. „Ich habe extra einen handelsüblichen Pingpong-Ball, der knapp drei Gramm wiegt, verwendet“, sagt Pöllath. „So kann es jeder nachmachen und probieren, den Rekord zu knacken.“

Die Messlatte hat Pöllath bei einer Distanz von 11,57 Metern gelegt. Es war der erste dokumentierte Weltrekord im Ploppen überhaupt, weshalb auch jede andere Weite gereicht hätte. Wer aber mit dem Üben beginnt, merkt rasch, dass die Trauben nun durchaus hoch hängen. Und eine zweite Option, den Rekord zu übertreffen, entpuppt sich bei erstem Probieren kaum als solche: Offiziell hat Pöllath den Rekord bei der RHR nämlich im „Weitesten beidhändigen Tischtennisball-Weitwurf“ aufgestellt. „Das heißt, dass man den Tischtennis-Ball auch wie bei einem Einwurf im Fußball mit beiden Händen über den Kopf schleudern darf“, sagt Pöllath und lacht. In dem Wissen, dass seine eingangs geschilderte Plopper-Technik den Ball auf den ersten Metern deutlich effektiver beschleunigt, wenn man sie richtig ausführt.

Wie man das macht, daraus macht Christian Pöllath freilich kein Geheimnis, sondern gibt auf seiner Website ploppen.info sogar Tipps. Denn: „Ploppen ist ein Spiel, das man spielt, und keins, das man gewinnen muss.“ Insofern wäre der Zeppelinheimer auch nicht böse, würden sich nun möglichst viele an den Versuch machen, seine Weite zu überbieten. Auch mit dem Verlust des Rekords könnte er leben – Hauptsache, das Ploppen gewinnt weiter an Bekanntheit.

Denn in Pöllaths Augen bietet seine Kreation vielfältige Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Neben Weit- und Hochploppen könne man zum Beispiel „Dosenploppen“ machen, bei dem der Ball gezielt in aufgestellte Dosen befördert werden muss.

Entstanden ist seine Idee vor 15 Jahren übrigens aus einem Umweltgedanken heraus: „Schon als Kind habe ich aus Abfall gern ein Spiel gemacht. 2006 lag ich am Walldörfer Badesee und sah dort Flaschenverschlüsse liegen. Die nahm ich in die eine Hand, schlug mit der anderen dagegen. Zunächst ist da gar nichts geflogen.“ Nach einigen Versuchen aber setzten sich die Verschlüsse in Bewegung – die Idee war geboren, und das beim Wegsausen der Verschlüsse entstandene Geräusch gab dem Ploppen den Namen.

Wegen der einfacheren Handhabung sattelte Pöllath schließlich auf den Tischtennisball um. Er experimentierte aber auch schon mit etwas schwereren Bällen, ließ sich von einem Dieburger Unternehmern sogar einen Prototypen im 3D-Drucker anfertigen. Ein etwas windstabileres Spielgerät könnte er beispielsweise in diesem Sommer gut brauchen, wenn der Erfinder die nächste kleine Verrücktheit plant: Nahe dem Schloss Neuschwanstein gibt es tatsächlich die „Pöllath-Schlucht“: „Dorthin will ich mit einem zum Carado-Plopp-Mobil umfunktionierten Carado-Camper reisen“, blickt Christian Pöllath voraus. „Und in der Schlucht will ich dann eine Challenge im Ploppen veranstalten.“ Auf dass der Einfall des Zeppelinheimers eines Tages ganz groß rauskommt. (Von Jens Dörr)

Infos im Internet

mr-plopper.de

Beim Ploppen klatscht man mit der offenen Hand gegen die geschlossene andere – und kann den Tischtennisball so meterweit in die Höhe oder Weite befördern.

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