Er stammt aus Neu-Isenburg

Auswanderer in Costa Rica kann nicht im Mai in Deutschland heiraten

+
Als der Strandbesuch noch erlaubt war: Robert Busch mit Freundin und Hund. Sie erleben die Corona-Pandemie in Costa Rica. Eigentlich wollte das Paar im Mai in Deutschland heiraten, doch die Reisebestimmungen machen das unmöglich.

Robert Busch aus dem Kreis Offenbach lebt mit seiner Freundin in Costa Rica. Das Paar kann jetzt nicht wie geplant in Deutschland heiraten.

  • Robert Busch aus Neu-Isenburg bei Offenbach lebt in Costa Rica
  • Er wollte seine Freundin im Mai in Deutschland heiraten, doch das geht jetzt nicht
  • Wegen der Coro na-Pandemie darf das Paar nicht gemeinsam nach Deutschland einreisen

Neu-Isenburg - Robert Busch lebt und arbeitet seit vier Jahren in Costa Rica. Im Touristenort Nosara an der Pazifikküste gibt der Yogalehrer, Autor und Musiker Konzerte und Yoga-Stunden in Bars und Hotels. Eigentlich wollte er Ende April seine Zelte in dem kleinen mittelamerikanischen Staat abbrechen und in seine Heimat Neu-Isenburg bei Offenbach  zurückkehren, wo er im Mai seine Freundin heiraten wollte.

Doch die Corona*-Pandemie machte ihm einen Strich durch die Rechnung: „Ich hätte zwar die Gelegenheit gehabt, bei einer Rückholaktion der Bundesregierung mitzufliegen, aber ich wollte meine Freundin und meinen Hund nicht zurücklassen.“ Als US-Staatsbürgerin hätte seine Zukünftige nämlich nicht mitfliegen dürfen. „Sobald sich die Gelegenheit ergibt, werden wir heimfliegen.“

Auswanderer aus Neu-Isenburg: Hochzeit in Deutschland aktuell nicht möglich

Costa Rica habe sehr früh auf den Ausbruch der Corona-Pandemie reagiert, erzählt der Robert Busch. „Anfang März gab es hier den ersten Fall, kurze Zeit später wurde alles dichtgemacht.“ Die Grenzen wurden geschlossen, eine Maskenpflicht für die Hauptstadt San José eingeführt. Corona-Tests und Behandlungen für Menschen mit schweren Krankheitsverläufen könnten allerdings nur in der knapp 200 Kilometer entfernten Hauptstadt gemacht werden.

Das Land habe im Zuge der Maßnahmen unter anderem die Strände gesperrt, „auch Surfen war somit verboten“. Die Polizei griff hart durch, um die Corona-Einschränkungen durchzusetzen: Robert berichtet von einem Surfer des Olympiateams, der gemeinsam mit anderen Wassersportlern verbotenerweise trainierte. 

Auswanderer berichtet: Strände in Costa Rica wegen Corona geschlossen - Polizei schießt auf Surfer

Beim Verlassen des Wassers habe die Polizei bereits auf die Surfer gewartet, „als einige flüchteten, schossen die Cops mit Platzpatronen auf sie“. Auch wegen der frühen und strikten Maßnahmen sei das Land bisher glimpflich davon gekommen: „Bisher gab es im Land nur sieben Corona-Tote, allein in New York sind mehr Costa Ricaner an dem Virus gestorben.“ 

In den Nachbarländern gebe es dagegen bereits hunderte Tote, in Nicaragua herrsche Chaos. „Der Regierungschef dort hat gesagt, Corona sei die Strafe Gottes für die USA“, erzählt der Auswanderer aus dem Kreis Offenbach.

Obwohl sich der Staat bisher mit großen wirtschaftlichen Hilfspaketen zurückhielt, akzeptierten die meisten Einheimischen die Corona-Einschränkungen. „Einwanderer und ausländische Investoren fordern hingegen Lockerungen.“ Die „Ausländer“ seien auch meist diejenigen, die keine Masken trügen. In den Tourismusgebieten gebe es viele US-Amerikaner, die das Virus für eine harmlose Grippe hielten.

Offenbacher darf wegen Corona-Pandemie nicht gemeinsam mit Freundin nach Deutschland reisen

Der deutschen Politik bescheinigt er aus der Ferne ein gutes Krisenmanagement: „Im Großen und Ganzen finde ich es vernünftig, wie in Deutschland mit dem Thema umgegangen wird.“

Obwohl der Auswanderer aus dem Kreis Offenbach mitsamt Freundin und Hund in Costa Rica festsitzt, sieht er seine derzeitige Situation trotz der Ungewissheit entspannt: „Die Haupt-Urlaubssaison von November bis April ist vorbei und ich würde momentan sowieso nicht mehr viel Geld verdienen.“ 

Um sich die Zeit zu vertreiben, gebe er Online-Yogastunden, außerdem trifft er sich fast täglich in Video-Chatdiensten der sozialen Netzwerke mit Freunden und ehemaligen Bandmitgliedern aus der hessischen Heimat zu „Online-Talkrunden“. „Daily Dudes Worldwide“ nennen sie ihr Programm, in dem sie über Corona und andere Themen öffentlich plaudern.

Auch drei Musiksongs sind auf diesem Wege bereits entstanden, und sogar bekannte TV-Prominenz hat sich schon an der Talkrunde beteiligt: So machte der Moderator Nilz Bokelberg in der vergangenen Woche seine bevorstehende Hochzeit in dem Unterhaltungsformat bekannt.

Von Niels Britsch  

Eine junge Frau aus Obertshausen macht sich Anfang März auf den Weg nach Panama. Es sollte die Reise ihres Lebens werden. Doch dann kam Corona.

Die strengen Corona-Maßnahmen für Spanien gelten auch auf Mallorca. Ein Auswanderer aus Frankfurt vergleicht die Lage mit Deutschland.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare