Unter Quarantäne gestellt

Kreis Offenbach meldet drei Coronafälle in Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge

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Drei Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in der Meisenstraße in Gravenbruch sind positiv auf das Coronavirus getestet. (Symbolbild)

Drei Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in der Meisenstraße in Gravenbruch sind positiv auf das Coronavirus getestet. 

  • Der Infektionsfälle in Flüchtlingsunterkunft
  • Alle Bewohner unter Quarantäne gestellt
  • Diakonischen Werks Offenbach leistet  viel Aufklärungsarbeit

Gravenbruch - Die Familie, in der drei Personen positiv auf Corona getestet wurden, sowie das komplette Haus stehen unter Quarantäne. Mitarbeiter des Gesundheitsamtes vom Kreis Offenbach waren in Gravenbruch vor Ort und haben rund 30 Bewohner getestet – die Ergebnisse stehen noch aus.

Coronavirus in Flüchtlingsunterkunft: Alle in Quarantäne

„Um die Übertragungsketten zu unterbrechen, haben wir die gesamte Gemeinschaftsunterkunft unter Quarantäne gestellt“, sagt Landrat Oliver Quilling. „Wir verfahren in diesem Fall analog der Vorgehensweise in Altenheimen. Durch die intensiven Kontakte der Bewohner untereinander gibt es aus medizinischer Sicht keine andere Möglichkeit“, betont der Landrat.

Alle Personen in der Einrichtung im ehemaligen „Singh-Haus“ an der Meisenstraße haben vom Kreis eine sogenannte Absonderungsverfügung bekommen, die besagt, dass sie möglichst auf ihren Zimmern bleiben sollen. Sie können sich innerhalb des Hauses bewegen, dürfen aber das Grundstück keinesfalls verlassen.

„Wir haben in den vergangenen beiden Tagen viel Aufklärungsarbeit geleistet und in möglichst einfachen Worten erklärt, was Quarantäne bedeutet. Dazu gehört, dass die Leute nicht eben schnell noch einkaufen können oder die Kinder auch nicht noch schnell ihre Aufgaben in der Schule vorbei bringen“, erläutert Martina Geßner, Bereichsleiterin des Diakonischen Werks Offenbach, Rodgau, Dreieich, das mit der Betreuung der Einrichtung vom Kreis Offenbach beauftragt ist.

Coronavirus in Flüchtlingsunterkunft: Ausbreitung verhindern

Sie bleibt in dieser Ausnahmesituation entspannt: „Wir haben uns in den vergangenen Wochen sehr intensiv auf eine solche Situation vorbereitet, um schnell reagieren zu können und eine weitere Ausbreitung der Infektion zu vermeiden, falls es zu einer Corona--Infektion in dem Haus kommen sollte. Denn in der Wohnsituation einer Gemeinschaftsunterkunft ist es natürlich viel schwieriger, Abstand voneinander zu halten“, erklärt Geßner weiter. Alle Absprachen mit dem Kreis waren für den Fall einer Infektion getroffen und greifen jetzt: Das Haus hat einen Sicherheitsdienst bekommen, der für die Einhaltung der Quarantäne sorgt, und die Bewohner werden von der Arbeiterwohlfahrt mit Lebensmitteln versorgt. Die telefonische Beratung bei Fragen der Bewohner ist durch die Diakonie gewährleistet.

Die erkrankten Menschen gehören zu einer Familie, die auch isoliert innerhalb des Hauses lebt und zumindest ein separates Bad und Toiletten benutzt. „Die Familie hat nur schwache Erkältungssymptome und es geht ihr so weit gut“, ist Geßner erleichtert. Durch die schnelle Isolation der Betroffenen hoffen die Verantwortlichen, dass sich das Virus noch nicht weiter im Haus verteilt hat.

Sicherheit bringen aber erst die genommenen Tests. „Das müssen wir jetzt erst abwarten, aber auch für den Fall, dass sich weitere Bewohner mit dem Corona-Virus angesteckt haben, gibt es einen Plan.“

Die Quarantäne für die Einrichtung in Gravenbruch gilt jetzt zunächst für zwei Wochen. „Unsere beiden Mitarbeiter, die zumindest zu Kurzbesuchen in den vergangenen Wochen zur Betreuung der dort lebenden Menschen im Haus waren, stehen sicherheitshalber auch unter Quarantäne und wurden ebenfalls getestet“, berichtet die Bereichsleiterin der Diakonie.

Coronavirus in Flüchtlingsunterkunft: Bürgermeister ist beruhigt

Bürgermeister Herbert Hunkel ist beruhigt: „Es besteht keine Gefahr. Das Haus steht unter Quarantäne und es wurde alles getan, was wir tun konnten“, betont der Rathauschef. Landrat Quilling habe ihn persönlich angerufen, er selbst habe dann den Ortsbeiratsvorsitzenden Edgar Fischer in Kenntnis über den Coronafall in Gravenbruch gesetzt.

Hunkel hält es für richtig, auch die Öffentlichkeit zu informieren: „In der Einrichtung sind so viele Menschen tätig und wir gehen lieber transparent damit um, bevor es Gerüchte gibt.“ Der Rathauschef hofft jetzt darauf, dass die Testergebnisse schnell kommen.

VON NICOLE JOST

Um sie vor einer Corona-Infektion zu schützen hat eine Flüchtlingshelferin aus dem Kreis Offenbach eine syrische Familie bei sich zu Hause aufgenommen.

Unterdessen gibt es neue Infizierten-Zahlen für Stadt und Kreis Offenbach, Hanau und die Region. Auch neue Todesfälle wurden bestätigt. Museen in Offenbach sind noch geschlossen. Das soll sich bald ändern. Besucher erwartet wegen Corona viel Ungewohntes. Die Schulen haben bereits geöffnet. In der Stadt Offenbach ist sogleich das Worst-Case-Szenario eingetreten: Ein Schüler hat Corona

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