In Hochwassergebieten geholfen

Dank für Einsatzkräfte aus Neu-Isenburg

Stellvertretend für die Neu-Isenburger Einsatzkräfte ehrte Bürgermeister Hunkel Iris Heß, Ralph Schrod und Steffen Bock (von links).
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Stellvertretend für die Neu-Isenburger Einsatzkräfte ehrte Bürgermeister Hunkel Iris Heß, Ralph Schrod und Steffen Bock (von links).

In den Hochwassergebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen waren in den vergangenen Wochen, wie berichtet, auch Einsatzkräfte aus Neu-Isenburg vor Ort. Bürgermeister Herbert Hunkel ließ es sich gestern im Rathaus nicht nehmen, den unermüdlichen Helfern zu danken

Neu-Isenburg - „Die Menschen in den betroffenen Gebieten müssen jede mögliche Unterstützung erhalten. Ich bin froh, dass wir auch aus Neu-Isenburg einen Beitrag leisten konnten.“ Das Stadtoberhaupt überreichte ein kleines Präsent sowie eine Spende für ein gemeinsames Frühstück.

Für das Deutsche Rote Kreuz arbeitet Iris Heß bei der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV), die sich um Menschen kümmert, die unvorbereitet durch plötzliche Not- und Unglücksfälle aus der Normalität ihres Lebens herausgerissen werden. „Ja, ich habe gelernt, schwierige Nachrichten zu überbringen, meist mit der Polizei, meist Todesnachrichten. Aber einem ganzen Dorf an der Ahr zu sagen, dass eben dieses evakuiert werden müsse und möglicherweise nie wiederaufgebaut werden würde, das war eine Situation, die auch die Vertreterin vom Inneren Dienst des Landes so sicher nie wieder erleben wollte“, berichtet sie von ihrem schwierigen Auftrag. Letztlich brachte sie es aber nicht übers Herz, an diesem Tag den Menschen, die alles verloren haben, diese schlimme Nachricht zu überbringen.

„Was wir da vorgefunden haben, ähnelte Verwüstungen nach einem Krieg.“ Sie berichtet von Müllbergen mit dem ganzen Hab und Gut sowie persönlichen Erinnerungen der Betroffenen. Auf einen war ein schlammverschmierter Teddy gesetzt worden. Helfen musste sie auch Menschen, die sich an Steinen und Glas verletzt haben, „als sie nach den wenigen Habseligkeiten gesucht haben, die vielleicht noch brauchbar sein würden. Viel war es nicht“, so Heß

Im Katastrophengebiet war auch Edda Schulz-Jahn, die sich im Landesverband des THW engagiert. Sie übernahm mit dem Einsatznachsorgeteam die Betreuung der Helferinnen und Helfer. Der THW-Ortsverband war mit insgesamt 24 Helfern vom 15. bis 26. Juli in Ahrweiler, Grafschaft Heimersheim, im Einsatz. Mit dabei waren Christian Simon, Marvin Scherzer, Lukas Kuptz-Paniagua, Philipp Stein, Henning Ralston-Hilse, Jonathan Schröer, Marion Blickhan, Kay Blickhan, Carsten Chantre, Peter Desch, Katrin Georgi, Constantin Geyer, Armin Jäger, Tim Jung, Bahri Kosar, Kai Krüger, Michael Jung-Mazura, Danny Nährig, Thorsten Paulus, Daniel Tröger, Dietmar Scherf, Frederik Opitz, Nick Skala, Benjamin Schäfer und Stephan Bock. Dabei übernahmen die Neu-Isenburger an der Ahr vor allem das Abpumpen von Wasser aus Gebäuden, erledigten kleinere Reparaturen und kümmerten sich darum, Häuser sowie Gelände von Schutt und Unrat zu befreien. Steffen Bock berichtet ebenfalls von unglaublichen Szenen, aber auch von der unglaublichen Hilfsbereitschaft. Freiwillige kamen aus vielen Teilen des Landes. „Die Hilfe organisierte sich fast von selbst“, sagt Ralph Schrod, Elektriker der Hugenottenhalle, der, wie bereits berichtet, für die Organisation @fire vor Ort war.

Iris Heß erzählt von der Hilfe zur Selbsthilfe. Ein Schuhgeschäft in Bad Neuenahr habe die noch vorhandenen Schuhe zum Mitnehmen rausgestellt. Denn auch daran habe es vielen Betroffenen gefehlt.

Von Holger Klemm

Verwüstungen, die an einen Krieg erinnern: Iris Heß war für die Psychosoziale Notfallversorgung des DRK im Ahrtal unterwegs und machte diese bedrückende Aufnahme.

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