Deko mit Geschichte

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Die Wandbespannung mit „Rauchern aus verschiedenen Kulturen“ ist ein Hingucker im Zeppelin-Museum. Darüber, dass das außergewöhnliche Exponat nun im Besitz der Stadt ist, freuen sich (von links): Theo Wershoven, Klaus Zoufal, Dr. Gerhard Jäger, Walter Metzger, Herbert Hunkel, Marianne Großjohann und Jessica Siebeneich.

Zeppelinheim - Mit einem Ruck ziehen Bürgermeister Herbert Hunkel, Klaus Zoufal und Walter Metzger von der Sparkasse Langen-Seligenstadt, Kulturdezernent Theo Wershoven und Jessica Siebeneich, die Leiterin des Zeppelin-Museums, das Tuch von der fünf mal 2,20 Meter großen Wandbespannung aus dem Luftschiff LZ 130. Von Leo F. Postl

Der Verbleib des einzigartigen Ausstellungsstücks im Zeppelin-Museum ist gesichert.

„Das Zeppelin-Museum ist ein Kleinod der besonderen Art und ist nun um ein einmaliges Exponat reicher“, betont Kulturdezernent Wershoven. Er dankt insbesondere der Stiftung der Sparkasse Langen-Seligenstadt, vertreten durch Walter Metzger, sowie der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, aber auch dem Forum zur Förderung von Kunst und Kultur, an dessen Spitze er selbst steht, für das gemeinsame Bemühen, die Wandbespannung „Raucher aus verschiedenen Kulturen“ in den Besitz der Hugenottenstadt zu bringen.

„Finanzielle Situation der Städte nicht gut“

„Die finanzielle Situation der Städte ist ja bekanntlich derzeit alles andere als gut, deshalb ist diese konzertierte Aktion besonders hervorzuheben“, meint Wershoven. Auch Bürgermeister Herbert Hunkel ist überzeugt, dass der Erwerb dieses Exponats eine enorme Außenwirkung für das Zeppelin-Museum mit sich bringt.

„Die Sparkasse Langen-Seligenstadt ist ein Institut in der Region, und unser Erfolg soll auch der Region zugute kommen“, sagt Vorstandsvorsitzender Klaus Zoufal, der auch Vorstandsmitglied der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen ist.

Die Wandbespannung war bisher im Besitz der Nachfahren eines Zeppelinsteuermanns und seit 1988 als Dauerleihgabe im Zeppelin-Museum zu sehen. „Die Familie ist an das Museum herangetreten, um das Objekt zu verkaufen, es ist nun das erste Exponat im Besitz der Stadt“, erklärt Bürgermeister Hunkel. Über den Kaufpreis wurde allerdings Stillschweigen vereinbart.

„Raucher aus verschiedenen Kulturen“

Die Wandbespannung zeigt „Raucher aus verschiedenen Kulturen“: Männer aus Afrika, Arabien, Siam, China, Mexiko, Amerika und Lappland. „Die Trennwände im Zeppelin mussten alle sehr leicht sein, und so bespannte man Aluminium-Gerüste mit verschiedenen Stoffen“, erläutert Jessica Sieben-eich. „Diese wurden dann noch verziert.“ Diese Wandbespannung befand sich entweder in der Bar oder im separaten Raucherzimmer.

Im Fall der „Raucher aus verschiedenen Kulturen“ handelt es sich um eine Spritzdekoration, die aus dem damals berühmten Grafik-Atelier Otto Arpke stammt. Der Designer war mit der Wandgestaltung der Passagierräume der Luftschiffe LZ 129 und LZ 130 beauftragt. Dass diese Wandbespannung noch so gut erhalten ist, dürfte dem Umstand zu verdanken sein, dass bei der Abwrackung ein Luftschiffer mit Leib und Seele das Stück gerettet hat.

„Diese Wandbespannung des LZ 130 ist sowohl unter technik- als auch unter kultur- und kunsthistorischen Gesichtspunkten von großer Bedeutung“, hebt die Museumsleiterin hervor. „Ein solches Exponat in dieser Dimension findet man in keinem anderen Museum, es hat somit ein besonderes Alleinstellungsmerkmal“, freut sich auch Dr. Gerhard Jäger, Vorsitzender des Vereins für Zeppelin-Luftschiffahrt.

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