Bei Übung gelingt Räumung in sechs Minuten

Den Ernstfall im Isenburg-Zentrum geprobt

Vor dem Alarm im Isenburg-Zentrum werden zusätzlich Mitglieder der Haussicherung eingewiesen. Mit dabei sind Stefan Werner von der Feuerwehr und Henry Faltin, Leiter der Polizeistation (Zweiter und Dritter von links).
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Vor dem Alarm im Isenburg-Zentrum werden zusätzlich Mitglieder der Haussicherung eingewiesen. Mit dabei sind Stefan Werner von der Feuerwehr und Henry Faltin, Leiter der Polizeistation (Zweiter und Dritter von links).

Im Isenburg-Zentrum wird der Ernstfall geprobt. Bei einer nicht angekündigten Übung gelingt es, innerhalb von sechs Minuten, den Einkaufstempel in Neu-Isenburg zu räumen. Doch so einfach ist das Vorhaben nicht.

Neu-Isenburg- „Achtung, Achtung! Eine wichtige Durchsage. Wegen einer Betriebsstörung muss unser Haus umgehend geräumt werden. Bitte begeben Sie sich sofort ins Freie und suchen die ausgewiesenen Bereiche auf.“ So hallt es am Mittwoch gegen 11.30 Uhr durch das Isenburg-Zentrum. Aber auch nach der dritten Durchsage reagieren einige der rund 2 500 Besucher nicht entsprechend der Anweisung.

„Ich warte noch auf meinen Burger“, meint ein hungriger IZ-Besucher. Andere wollen ihren Cappuccino noch austrinken. Das ist dann die Stunde der Haussicherungsgruppe. Ein paar Minuten zuvor gibt es eine etwas „kryptische“ Durchsage. Diese ist jedoch die Aufforderung für die speziell ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in verschiedenen Shops, sich unverzüglich zum Center Management zu begeben. Dort werden ihnen ihre Bereiche zugewiesen. „Wir müssen auf alle Eventualitäten vorbereitet sein, denn es kann Situationen geben, in denen unsere Haussicherheitskräfte nicht in ausreichender Zahl verfügbar sind“, erklärt Center-Managerin Anna Reinhardt. Dann wird der Probealarm ausgelöst. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, das Zentrum innerhalb von fünf Minuten zu räumen“, betont sie.

Mit der Durchsage greifen weitere festgelegte Aktionen. So werden die Zufahrten zu den Parkhäusern blockiert, die Parkuhren deaktiviert und die Ausfahrten geöffnet. Dort gibt es aber immer wieder Kunden, die erst versuchen, ihr Parkticket zu entwerten. Da wäre ein Hinweis an den Parkautomaten „Ausfahrt frei“ vielleicht besser als „außer Betrieb“.

Im Gebäude selbst wäre alles perfekt abgelaufen, wenn sich alle Besucher an die Anweisungen der mittlerweile ausgeschwärmten Haussicherungsgruppe gehalten hätten. Doch viele gehen einfach am nächstgelegenen Ausgang vorbei und wollen dort das Gebäude verlassen, wo es für sie „passender“ ist. „Mein Auto steht im anderen Parkhaus, da muss ich dringend hin.“ Solche Aussagen sorgen für Verzögerungen. Dennoch, der Haussicherungsgruppe gelingt es mit höflichen, aber bestimmten Anweisungen, dass die Räumung nach knapp sechs Minuten als abgeschlossen gemeldet werden kann. Nach dem Ende der Übung dürfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Shops als erste wieder zurück.

Sichtlich zufrieden, wie reibungslos und eingespielt das alles abläuft, ist Henry Faltin, Leiter der Polizeistation. „Ich das erste Mal dabei und bin beeindruckt.“ Für Stefan Werner, der für die Feuerwehr bereits zum wiederholten Mal eine Räumungsaktion des IZ verfolgt, ist alles nahezu perfekt. „Es gibt immer wieder neue Erkenntnisse, wo es noch besser ablaufen könnte, das werden wir analysieren“, meint Reinhardt. Sechs Minuten sind für ein so großes Haus schon eine respektable Zeit – ganz zur Sicherheit aller Besucher.

Von Leo F. Postl

Mitarbeiter passen während der Übung an den Eingängen auf, dass niemand in das Einkaufszentrum kommt.

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