Diese Jungs hassen die Stille

+
„Faith Effect“ wollten punkrocken wie „Sum 41“, entwickelten aber eine eigene Gangart. Dimitri Bitsch (Bass), Benjamin von Chamier (Schlagzeug), Marco Mazur (Gesang) und Anton Lindig (Gitarre) treten beim Isla-Festival auf.

Neu-Isenburg - „Wir sind keine Band, weil wir die Musik mögen, sondern weil wir die Stille hassen.“ So lautet das Credo von Dimitri Bitsch (Bass), Benjamin von Chamier (Schlagzeug), Marco Mazur (Gesang) und Anton Lindig (Gitarre). Von Enrico Sauda

Zusammen bilden sie die Band „Faith Effect“ und geben am Freitag, 25. September, in der Hugenottenhalle ihr drittes Konzert. „Sie eröffnen das Festival, weil sie die Band sind, die die meisten Karten verkauft hat“, erklärt Dirk Kühnel vom Jugendcafé, das den Konzertreigen in der Hugenottenhalle veranstaltet.

Und im Jugendcafé probt das Quartett auch. Gespielt wird Punkrock mit hauptsächlich englischen Texten, aber auch einigen deutschen Passagen.

Mitte Februar haben sich die Jungs das erste Mal getroffen, um gemeinsam zu musizieren. Für Dreiviertel der Band war dies gleichzeitig das erste Mal, dass sie ihre jeweiligen Instrumente in Händen hielten. „Wir kennen uns alle schon von der Schule“, berichtet Marco, der „Maggo“ gerufen wird und zurzeit die Berufsfachschule im benachbarten Sprendlingen besucht. „Wir gingen zwar alle in die Heinrich-Heine-Schule, aber es hat sich nie die Gelegenheit ergeben, gemeinsam Musik zu machen“, sagt Dimitri, der noch eine Ausbildungsstelle such. Lust hätten sie schon „vor langer Zeit“ gehabt. Aber erst, als sie sich im vergangenen Winter zum „Guitar Hero“-Spielen trafen, ließen sie den Vorsätzen Taten folgen. „Guitar-Hero“ ist ein Videospiel, bei dem es darum geht, auf imitierten Instrumenten möglichst genau vorgebene Lieder nachzuspielen.

Einzig Gitarrist Anton, der mit Spitznamen „ÄnT“ heißt, spielt schon seit zwei Jahren Gitarre. „Ich habe mit der Klassischen angefangen und bin dann im Februar auf die Elektrische umgestiegen.“

Gemeinsam mit Marco werkelt er an den Texten, und er komponiert auch die Songs. „Anton kommt mit Akkorden an, wir spielen dann dazu und schrauben so lange an den Liedern rum, bis sie uns gefallen“, sagt Drummer Benjamin, der eine Lehre als Elektrotechniker für Energie- und Gebäudetechnik absolviert.

Zwei bis drei Proben dauert es, dann stehen die Arrangements, zu denen Marco dann seine Texte singt. „Weil ich nicht so gut Englisch kann, ist das eine sehr gute Übung für mich, um mich zu verbessern“, findet der Heranwachsende. In seinen Texten geht es „klar, um die Liebe“, aber auch darum, „dass man sich nicht unterbuttern lassen soll“.

Zwei bis drei Mal pro Woche treffen sie sich, um zu üben. „Marco und ich kommen auch schon öfter zusammen, um Lieder zu schreiben“, sagt Anton. Das lohnt sich, denn inzwischen haben sie sieben Stücke zusammen – „alles eigene, keine nachgespielten“.

Vorbilder haben sie nicht, jedoch haben sie sich von Größen wie der Gruppe „Sum 41“ inspirieren lassen. Aber das war einmal. „Anfangs wollten wir so klingen wie sie, das ist wahr. Doch mit der Zeit haben wir gemerkt, dass wir davon abweichen wollen“, sagen sie unisono.

Im Vordergrund steht bei „Faith Effect“ der Spaß. „Wir sind an die Sache rangegangen, ohne genau darüber nachzudenken“, erinnert sich Marco. „Die ersten Proben waren schlecht, aber wir haben uns nicht unterkriegen lassen“, fügt Benjamin hinzu. Dieses Durchhaltevermögen hat sich ausgezahlt. In jederlei Hinsicht. Das bestätigt auch Thorsten Kolotzek, der sich im Jugendcafé um die Band kümmert und ihnen Tipps gibt. „Ich brauche fast gar nichts zu tun“, sagt Kolotzek, der selbst Musiker ist. „Sie denken sich alles selbst aus. Ich schleife dann den rohen Diamanten.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare