SPD besichtigt die A 380-Wartungshalle

Direkter Dialog zu Fluglärm-Thema

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Gruppenbild mit Riesenflieger: Zum Abschluss der Veranstaltung gab es für die Isenburger noch Gelegenheit für die Aufnahme eines Erinnerungsfotos vor einer A380 in der Wartungshalle.

Neu-Isenburg - Bereits zum zweiten Mal boten Isenburgs Sozialdemokraten interessierten Bürgern die Möglichkeit, den direkten Dialog zum Thema „Flughafen und Fluglärm“ mit Verantwortlichen zu suchen:

Nach dem Besuch der Baustelle des Terminals 3 der Fraport im September stand diesmal ein Besuch der Lufthansa-A380-Werft im SPD-Veranstaltungskalender. Der Ausflug bot den passenden Rahmen, um mit Fachvertretern der Lufthansa ins Gespräch zu kommen, Infos aus erster Hand zu erhalten und einen Einblick in das größte Passagierflugzeug der Welt zu erhalten. .

Ihren Besuch begannen die rund 30 Ausflügler im Lufthansa Aviation Center. Von dort ging es mit dem Transfer weiter auf die andere Seite des Flughafens, samt obligatorischer Sicherheitskontrolle. In der Wartungshalle angekommen, staunten die Isenburger nicht schlecht ob der überwältigenden Größe der Maschinen. „Der A380 ist ein wunderschönes Flugzeug und es ist eine überwältigende Ingenieursleistung, solch einen Giganten in die Lüfte zu bekommen“, beschreibt Nadine Rüttiger, Vorstandsmitglied der Isenburger SPD , ihre Eindrücke beim Anblick der „Johannesburg“ getauften A380.

In der Maschine angekommen, gab es interessante Einblicke – so auch in die Bordküchen, Ruheräume der Crew, das Cockpit und die First Class.

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Ein Pilot der Langstreckenflotte stand der Gruppe Rede und Antwort. Besonders spannend, so berichtet die SPD, war die Fragestellung, unter welchen Sicherheitsaspekten heutzutage noch das sogenannte „Fuel-dumping“, also das tonnenfache Ablassen von Kerosin im Flug, zulässig und vor allem notwendig ist. Um das maximal mögliche Gewicht bei der Landung zu erreichen, könne in Ausnahmefällen mit besonderer Genehmigung Sprit während des Fluges abgelassen werden. Wiederum unklar geblieben sei, warum nach wie vor Landungen unter Verwendung der besonders lauten Gegenschubfunktion durchgeführt werden, obwohl dies nur in besonderen Fällen notwendig erscheint. „Bei Landungen auf der Nordbahn scheint es noch Potenziale zu geben, den Einsatz der lärmenden Gegenschubfunktion zu minimieren und somit auch für die Einwohner Kelsterbachs etwas Entlastung vom Fluglärm zu ermöglichen“, fasst SPD.Vorstandsmitglied Florian Obst, Organisator der Veranstaltung, zusammen. „Wenn man sich den Beschaffungswert einer Flugzeugbremse aus Carbon vor Augen hält, scheint es einleuchtend zu sein, warum manche Airlines lieber mit den Triebwerken bremsen lassen, aber die Lärmreduzierung muss für alle Beteiligten oberste Prämisse sein.“

Andrea Gerlach, Kandidatin für die Landtagswahl der SPD im Wahlkreis 44 und stellvertretende Vorsitzende der Kreis-SPD, ergänzt: „Zwar wird durch den Flughafenbetreiber Fraport ein lärmbasierendes Gebührenmodell vorangetrieben, aber neue, leisere Flugzeuggenerationen werden nur sukzessive in die Flotten der Airlines eingeführt. Das geht mit der üblichen Nutzungsdauer eines Flugzeuges einher. Es müssen daher Start- und Landeverfahren gerade unter dem Fokus der Lärmminimierung auf den Prüfstand gestellt und optimiert werden. Der Flughafenbetreiber Fraport und der Lufthansa-Konzern als Jobmotoren für die Region und insbesondere für Neu-Isenburg als Gewerbesteuerzahler sind hier besonders in der Verantwortung, Entlastung für die Bürger zu erwirken.“ Die schwarz-grüne Landesregierung, kritisiert Gerlach, habe hier „bisher viel versprochen und nur wenig gehalten“.

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Wegen der guten Resonanz will die SPD künftig weitere Veranstaltungen dieser Art anbieten. „Denkbar wäre auch eine stärkere Einbindung der Bürger in unsere politische Arbeit vor Ort durch direktere Beteiligung, gerade bei solch bewegenden Themen wie dem Fluglärm“, so Obst. (nn)

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