Gnadenlos verbembelt

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Das Mund Art Theater und das Mainhattan Pops Orchester servieren in der Hugenottenhalle Ebbelwoi und hessisches Liedgut.

Neu-Isenburg - Hier wird ein Stück deutscher Fernsehgeschichte wieder zum Leben erweckt: In Anlehnung an Heinz Schenks Sendung „Zum Blauen Bock“ wird bei „En Bembel voll Spaß!“ ebenso gesungen, getrunken und gefeiert. Von Sina Gebhardt

Gastgeber Thorsten Wszolek lud mit seinem Mund Art Theater zum hessischen Abend in die Hugenottenhalle ein, musikalisch begleitet vom Mainhattan Pops Orchester.

Bierzeltgarnitur, Handkäs’ mit Musik und Possmanns Bester – der Saal der Hugenottenhalle hat sich authentisch in eine typisch hessische Ebbelwoikneipe verwandelt. Hier wird fleißig mitgesungen und – geschunkelt, wenn es heißt „Trink, trink, Brüderlein trink“ oder „Wer soll das bezahlen?“. Als gut gelaunter Entertainer führt Wszolek durch den Abend, leider ohne Bembelwirtin Margit Sponheimer, die gesundheitlich verhindert ist.

Die musikalische Reise reicht von deutschen Volksliedern wie „Jetzt trink’n mer noch a Flascherl Wein“ über Schlagerhits wie „Man müsste noch mal zwanzig sein“ bis zu eigenen Kreationen Wszoleks. Für das Mundart-Musical „Mei Fair Lissbeth“ hat der Frankfurter Titel wie „Ich hab’ getankt heut’ Nacht“ („Ich hätt’ getanzt heut’ Nacht“) und „Steck die Händ’ in die Tasch’“ („Mit ’nem kleinen Stück Glück“) gnadenlos südhessisch „verbembelt“.

Aufgelockert wird die Schlagerparade von Sketchen, Zaubertricks und Klamauk. Corinna Weiß mimt eine übereifrige Teleshopping-Verkäuferin, Lars Ruth einen „Mentalisten“ à la Uri Geller und Fritz Lorz den Brezelbub, der einen Kalauer nach dem nächsten bringt.

Während Wszolek die eine oder andere Anekdote vom Stapel lässt, treten nicht nur die Schlümpfe nebst Vader Abraham (Horst Becker) auf den Plan, sondern auch Volksmusik-Legenden Maria und Margot Hellwig (Helga Kolb und Corinna Weiß). Bei deren schwungvollem Auftritt verselbstständigt sich dann eine blonde Perücke – ein Fauxpas, der beim Publikum für Lachsalven sorgt.

Zum Abschluss werden ruhigere Töne angeschlagen. Wszolek stimmt am Klavier eine Heinz-Schenk-Trilogie mit „Wir sind alle Marionetten“, „Es ist alles nur geliehen“ und „Alles kann der Mensch sich kaufen“ an, bevor er seine Kollegen zum schwungvolleren Finale „Hier beim M.A.T.“ auf die Bühne holt. Nach einer Zugabe geht mit Beifallsstürmen und stehenden Ovationen der zünftige Abend zu Ende.

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