Herbert Hunkel fing vor 60 Jahren im Rathaus an

Ehrung für Neu-Isenburger Bürgermeister

Die wiedergewählte Stadtverordnetenvorsteherin Christine Wagner und Erster Stadtrat Stefan Schmitt überreichen Bürgermeister Herbert Hunkel zum Dienstjubiläum eine Torte mit dem Bild des Rathauses.
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Die wiedergewählte Stadtverordnetenvorsteherin Christine Wagner und Erster Stadtrat Stefan Schmitt überreichen Bürgermeister Herbert Hunkel zum Dienstjubiläum eine Torte mit dem Bild des Rathauses.

Großer Vertrauensbeweis für Christine Wagner: Die Stadtverordnetenvorsteherin wird bei der konstituierenden Sitzung der 19. Legislaturperiode am Mittwochabend in der Hugenottenhalle einstimmig wiedergewählt – bei Enthaltung der eigenen Person. Da viele weitere Wahlen wie die zu ihren Stellvertretern und zum Magistrat noch nicht auf der Tagesordnung stehen, rückt Bürgermeister Herbert Hunkel in den Fokus.

Neu-Isenburg - In seinem Grußwort kündigt er – wie bereits berichtet – beiläufig an, nicht mehr kandidieren zu wollen. Am Ende folgt als Überraschung die Ehrung für sein Dienstjubiläum. Seit beeindruckenden 60 Jahren ist er im Rathaus tätig.

In seiner Rede freut sich Hunkel über die vielen jungen Gesichter im neuen Parlament. Zudem gebe es eine breit aufgestellte Altersstruktur sowie Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Nationen und aus ganz verschiedenen Berufsgruppen. „So wird es gelingen, bei der Vielzahl der Entscheidungen die Interessen aller Bevölkerungsgruppen zu diskutieren und sorgfältig abzuwägen“, betont er.

Bei allen Erfolgen im Hinblick auf die Infrastruktur, der Lebensqualität und der positiven Stadtentwicklung skizziert Hunkel auch die vorliegenden Aufgaben. Neben Corona, das die Stadt nicht gelähmt habe, gehe es um die Entwicklung des Stadtquartiers Süd und um den Stadtumbau. Da gelte es, Chancen zu nutzen. Den Begriff der „Neuen Welt“ sieht er als Leitbild für die Zukunft der ganzen Stadt: einer Zukunft unter anderem mit mehr Lebensqualität, mit integriertem Klima- und Umweltschutz, mehr Grün und einer besseren Aufenthaltsqualität, umweltgerechten Mobilitätsangeboten, Smart City und Digitalisierung, einem Integrationskonzept mit Herz, sozialer Gerechtigkeit und Solidarität und einem Kultur- und Bildungszentrum als Dritten Ort für alle. Gegen Ende kündigt er an, in seiner Eigenschaft als Bürgermeister letztmals eine konstituierende Stadtverordnetensitzung eröffnet zu haben.

Dann übergibt er das Wort an Alterspräsidentin Helga Hatzfeld (CDU), die in ihrer Rede unter anderem auf die Herausforderungen durch Corona eingeht. Nach der Pandemie werde es auf gute Ideen zum Wiederaufbau ankommen. Und da hofft sie auf Vorschläge. Es gelte zudem, in der Stadtverordnetenversammlung im gegenseitigen Respekt zu arbeiten, auch bei Meinungsverschiedenheiten. Es komme darauf an, die besten Lösungen für die Stadt zu finden.

Bedauert wird von ihr die geringe Wahlbeteiligung von 41 Prozent. Es sei nicht gelungen, die 59 Prozent Nichtwähler von der Bedeutung der Wahl zu überzeugen. Da müsse dran gearbeitet werden.

CDU-Fraktionschef Patrick Föhl schlägt Christine Wagner erneut zur Stadtverordnetenvorsteherin vor, die die großen Fußstapfen ihrer Vorgänger hervorragend ausfülle. Nach der Wahl bedankt sie sich und bietet den neuen Kolleginnen und Kollegen ihre Unterstützung an. „Ich möchte Sie einladen, den Neu-Isenburger Geist auch in den nächsten fünf Jahren weiterzuleben“, führt Wagner weiter aus. Denn für die faire Streitkultur sei die Hugenottenstadt in der Region bekannt. Helga Hatzfeld wünscht ihr viel Erfolg und die nötige Ruhe auch bei turbulenten Sitzungen.

Nach einigen Formalien wie der Bestimmung von Schriftführern und einer Wahlkommission für die nächsten fünf Jahre gibt es am Ende der knapp einstündigen Sitzung eine Überraschung für den Bürgermeister. Erster Stadtrat Stefan Schmitt verweist auf sein einzigartiges Dienstjubiläum: Hunkel hat vor 60 Jahren am 1. April 1961 im Rathaus als Lehrling angefangen. Da das nicht gefeiert werden konnte, hat sich der Magistrat die erste Stadtverordnetensitzung für die Ehrung ausgesucht. Um die Einzigartigkeit zu unterstreichen, nennt Schmitt das Beamtenrecht, das ein solches Dienstjubiläum gar nicht vorsieht. Da endet es mit dem 50., bei den Angestellten mit 40.

Schmitt überreicht dem Geehrten, der mit viel Herzblut für seine Stadt arbeitet, Urkunden des Magistrats und des Hessischen Städte- und Gemeindetages sowie einen persönlichen Brief von Ministerpräsident Volker Bouffier. Zu den Geschenken zählt neben einer Armbanduhr der Stadt und einem Hessenlöwen von Bouffier auch eine Torte mit dem Bild des Rathauses. „Das wäre doch nicht nötig gewesen“, sagt ein sichtlich gerührter Hunkel. Er lädt dazu ein, die Torte gemeinsam im Rathaus zu verspeisen.

Von Holger Klemm

Alterspräsidentin Helga Hatzfeld drückt ihre Sorge über die geringe Wahlbeteiligung aus.

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