Seit 20 Jahren hilft das Stadtarchiv hilft mit Auskünften zur Geschichte weiter

Eifrige Erinnerungsbewahrer in Neu-Isenburg

Im Stadtarchiv findet sich auch diese  Erinnerung an die Gaststätte „Zur Erholung“, die Anfang des 20. Jahrhunderts eröffnet wurde. Der Riesenbembel im Garten machte sie zu einem beliebten Ausflugsziel. 
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Im Stadtarchiv findet sich auch diese Erinnerung an die Gaststätte „Zur Erholung“, die Anfang des 20. Jahrhunderts eröffnet wurde. Der Riesenbembel im Garten machte sie zu einem beliebten Ausflugsziel. 

Schüler suchen hier nach Informationen für Referate, Juristen recherchieren nach Erbberechtigten in Nachlassangelegenheiten, Bürger forschen nach Ergänzungen zu ihrem Familienstammbaum: Das Stadtarchiv, das die Geschichte der Stadt Neu-Isenburg bewahrt, schreibt in diesem Jahr selbst Geschichte: Am 23. Februar 2001, also fast genau vor 20 Jahren, öffnete das publikumsoffene Stadtarchiv – damals noch in der Beethovenstraße 55 – zum ersten Mal seine Türen.

Neu-Isenburg - Es war ein großer Moment für das neue Archiv-Team, für den damaligen Ersten Stadtrat Herbert Hunkel sowie die Bürger Isenburgs: Denn bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Akten im Keller des Rathauses archiviert. Jetzt endlich konnte das Archivgut nicht nur sicher, trocken und übersichtlich aufbewahrt werden, sondern es wurde auch den Bürgern zugänglich gemacht.

In der kommenden Woche sind es nun also schon zwei Jahrzehnte, in denen das Stadtarchiv mit Auskünften zur Geschichte Neu-Isenburgs weiterhilft. Mittlerweile – seit einem Umzug im Sommer 2012 – befindet sich die Sammlung von Dokumenten, Zeitungsbänden, Fotos und anderen Unterlagen bekanntlich in einer großen und hellen neuen Bleibe im ersten Stock des Alten Stadthauses in der Frankfurter Straße 53 bis 55. Dort gibt es nun auch einen großen Vorraum für Ausstellungen und Veranstaltungen – auch wenn der derzeit natürlich wegen der Pandemie ungenutzt bleibt. Untätig ist das Team aber dennoch nicht: Kommen Anfragen per E-Mail rein, werden diese beantwortet. Bürgermeister Herbert Hunkel nutzt den 20. Geburtstag, um sich bei allen ehrenamtlichen Archivaren, den sogenannten Paten, zu bedanken: „In unzähligen Stunden haben sie Interessantes und Spannendes zur Zeitgeschichte entdeckt und aufgearbeitet. Sie unterstützen die Bürger bei Recherchen für wissenschaftliche Arbeiten genauso wie bei der Erarbeitung von Dokumentationen oder Ausstellungen. Oder bei der privaten Ahnenforschung. Vielen Dank, dass sie das Stadtarchiv mit Leben füllen.“

Im Stadtarchiv werden historische Schätze und das Wissen vergangener und gegenwärtiger Zeiten archiviert und bewahrt, Dokumente werden nutz- und verstehbar gemacht, auch für nachfolgende Generationen. Historische und aktuelle Fotos spiegeln das Stadtbild im Wandel der Zeit. Es gibt Publikationen zu verschiedenen Themenbereichen wie zum Beispiel über 100 Jahrgänge des Neu-Isenburger Anzeigeblattes. Wechselnde Ausstellungen zeigen die Vielfalt der Stadt oder informieren über historische und gesellschaftliche Ereignisse. Themen waren in den vergangenen Jahren beispielsweise die Hugenotten, die hessische Küche, der Alte Ort, die verschiedensten Straßen und Orte in Neu-Isenburg, Firmen und Vereine, Veranstaltungsorte und historisch Bedeutsames.

Die Leitung des Stadtarchivs liegt von Anfang an in den bewährten Händen der Stadtarchivarin Claudia Lack. Sie wird unterstützt von ehrenamtlichen Paten, die sowohl bei der Betreuung der Besucher, bei der Aufbereitung des Archivguts und der Vorbereitung von Ausstellungen sowie bei den Recherchen mitarbeiten. Paten der ersten Stunde waren beispielsweise Renate Koenen, Heidelore Kretschmann, Christel Passinger, Birgit Schäfer, Dr. Klaus Hammerschmied, Inge und Peter Voigt, Gabriele Trapold sowie Werner A. Stahl. Das Stadtarchiv arbeitet außerdem eng mit dem Verein für Geschichte, Heimatpflege und Kultur (GHK) zusammen.

Zusammen mit der Gedenkstätte Bertha-Pappenheim-Haus wurde über Frauenrechte und außergewöhnliche Isenburgerinnen recherchiert, das Frauenwahlrecht thematisiert und über die Grenzen der Stadt hinweg mit der Jüdischen VHS, der Bildungsstätte Anne Frank und anderen Institutionen zusammengearbeitet. Mit vielen Kooperationspartnern wurden Lesungen, Vorträge, Führungen und Infoveranstaltungen angeboten, neue Menschen getroffen, kennengelernt und viel Wissen zutage gefördert und wieder der Öffentlichkeit zugeführt sowie ehemalige Zwangsarbeiter begrüßt, Wissenschaftler unterstützt und Publikationen begleitet.  (hov)

Kontakt

Das Team des Stadtarchivs ist per E-Mail erreichbar unter claudia.lack@stadt-neu-isenburg.de.

Das Bild entstand 1973 zum 40. Geburtstag des Kult-Delikatessen-Geschäfts Kümmerle in der Fußgängerzone und war Teil der Ausstellung „Isenburger Unternehmen – gestern und manchmal auch heute“.

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