Kommunalpolitik

Bürgermeisterwahl in Neu-Isenburg: Ein gefasster Verlierer - „Ich bin Demokrat“

Oliver Gröll verpasst den Einzug in die Stichwahl.
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Oliver Gröll verpasst den Einzug in die Stichwahl.

Gehofft, gebangt und doch verloren: Oliver Gröll, Grünen-Kandidat bei der Bürgermeisterwahl in Neu-Isenburg, denkt dennoch nicht ans Aufgeben.

Neu-Isenburg - „Wir haben bis zum Schluss gezittert, dass es doch noch klappt.“ Doch kurz nach 23.30 Uhr am Sonntag zerplatzten die Träume von Bürgermeisterkandidat Oliver Gröll und seiner Partei, den Grünen. Mit elf Stimmen Vorsprung zieht, wie berichtet, Gene Hagelstein (SPD) mit 20,7 Prozent neben dem Ersten Stadtrat Stefan Schmitt (CDU), der auf 39,1 Prozent kommt, in die Stichwahl ein.

Gröll muss sich mit 20,6 Prozent begnügen. „Klar tut es weh, aber ich bin nicht verbittert und sauer. Ich bin Demokrat“, zeigt sich der Verlierer gefasst. Insgesamt sei er nicht unzufrieden. Wichtig sei ihm der faire Umgang der Kandidaten im Wahlkampf gewesen. „Wir wollen ja weiter Politik für Neu-Isenburg machen.“

Bürgermeisterwahl in Neu-Isenburg: Grüne spüren den Bundestrend zur SPD

Der Bundestrend zugunsten der SPD habe sich durchaus bemerkbar gemacht. Und auch Michael Louis Adam dürfte den Grünen Wind aus den Segeln genommen haben.

Auch wenn noch keine Entscheidung gefallen ist, geht Gröll davon aus, dass seine Partei die Wahl von Stefan Schmitt empfehlen wird. Die Grünen befinden sich in einer Koalition mit der CDU und wollen weiter erfolgreich für Neu-Isenburg arbeiten. Gröll will auf jeden Fall kommunalpolitisch weiter aktiv bleiben. „Es gibt keinen Grund, aufzugeben.“ Es gebe durchaus Möglichkeiten, Dinge für die Stadt durchzusetzen, auch wenn man nicht Bürgermeister ist. „Jetzt machen wir weiter Politik.“

Bürgermeisterwahl in Neu-Isenburg: Wahlbeteiligung deutlich unter der bei der Bundestagswahl

Als nicht ganz perfekt bezeichnet der unabhängige Kandidat Michael Louis Adam sein Ergebnis von 6,1 Prozent. Er sei aber zufrieden, zumal er nur minimal Wahlkampf betrieben und vor allem auf Mundpropaganda gesetzt habe. Adam will sich überlegen, wie er sich weiter für seine Stadt einsetzen kann. „Bei der nächsten Wahl in sechs Jahren bin ich wieder dabei.“ Auf die Frage, welchen Kandidaten er in der Stichwahl unterstützt, nennt Adam ohne zu zögern Gene Hagelstein. Er will auch eine Empfehlung für den SPD-Kandidaten abgeben.

Erstaunlich ist bei der Bürgermeisterwahl, dass die Beteiligung von 59 Prozent deutlich unter der bei der Bundestagswahl (70 Prozent) liegt. Die Entscheidung über den neuen Bürgermeister fällt am Sonntag, 10. Oktober. Dann steht auch die Stichwahl zur Landratswahl an. Wenn es nach den Neu-Isenburgern gegangen wäre, hätte es diese nicht geben müssen. Denn Amtsinhaber Oliver Quilling kam in seiner Heimatstadt auf 64 Prozent. (Holger Klemm)

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