Nächster Akt in der Diskussion um die Regionaltangente West:

„Ein Sechser im Lotto für Neu-Isenburg“

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Neu-Isenburg - Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: „Angesichts der heißen Diskussionen“ um die Regionaltangente West (RTW) und deren Verlängerung bis ins Birkengewann melden sich gestern Isenburgs Grüne mit einem flammenden Plädoyer für das Verkehrsgroßprojekt zu Wort.

Die RTW sei in den Augen der Grünen „ein Glücksfall für Neu-Isenburg, ein Sechser im Lotto“, schreibt Günther Marx in seiner Funktion als Sprecher des Ortsverbands. „Durch Mittel der EU, des Bundes und des Landes erhalten wir Zuschüsse in Millionenhöhe für die unbedingt notwendige Anbindung an den Schienenverkehr. “ Die Verkehrsprognosen belegten eindeutig, dass Neu-Isenburg ohne RTW im Individualverkehr ersticke. „Ja, es werden Bäume für das Projekt gefällt werden müssen“, so Marx. Er betont, dass die Grünen „mit Argusaugen darauf achten“ werden, dass die vorgeschriebenen Ersatzpflanzungen für jeden gefällten Baum kommen.

Natürlich bleibe es den Anwohnern der Friedhofstraße unbenommen, ihre Sorgen zu formulieren. Den Grünen sei daran gelegen, „mit ihnen ins Gespräch zu kommen und sie von den Vorteilen der RTW auch für ihre Umgebung zu überzeugen“. Die Sanierung der Kanäle und der Straßen rund um die RTW-Trasse und die entsprechenden Lärmschutzmaßnahmen würden in den kommenden Wochen und Monaten auch in der von der Stadt aufs Gleis gesetzten Planungswerkstatt mit Bürgern im Detail besprochen. „Wir hoffen, dass sich vor allem die Anwohner intensiv an der Umsetzung beteiligen“, schreibt Marx.

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Die bisher vorgetragenen Argumente der RTW-Skeptiker sind aus Sicht der Grünen nicht stichhaltig: „Den Anwohnern würden auch die jetzigen Bäume nichts nutzen, wenn die Friedhofstraße im Dauerverkehrsgestank erstickt“, merkt die Ökopartei an. Und „das mit dem Klein-stadt-Flair“ habe sich längst erledigt, merken die Grünen in Richtung der Initiatoren der Online-Petition gegen die RTW (wir haben berichtet) an. Hinzu komme, dass „Busse hier auch nicht unbedingt weiter helfen, denn die bleiben auch im Stau stehen und sind weniger umweltfreundlich als der Schienenverkehr.“ Marx erinnert daran, dass die Grünen sich bisher immer für die Weiterführung der Straßenbahn nach Sprendlingen eingesetzt hätten: „Wir halten dies auch nach wie vor für eine sinnvolle Maßnahme. Da man aber nicht alles auf einmal haben kann und damit auch enorme Kosten für die Stadt verbunden wären, stellen wir diesen Vorschlag zunächst zurück, da wir die RTW sozusagen zum Vorzugspreis erhalten können.“ Die Grünen betonen, sich mit Nachdruck für die Verlängerung der RTW ins Birkengewann einsetzen zu wollen, „damit der Park-and-Ride-Verkehr nicht in der Mitte Neu-Isenburgs stattfindet“. Am östlichen Stadtrand müsse ein Parkhaus entstehen, „das uns den Autoverkehr aus der Stadt hält und einen attraktiven Umstieg zur RTW bietet“.

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Die Zeichen für die öffentliche Sitzung des Bauausschusses heute (19.30 Uhr, Rathaus) stehen also auf Diskussion. Dort stellen, wie berichtet, die Planer das Stadtentwicklungskonzept Mobilität 2030 für Neu-Isenburg vor, das als wichtige Grundlage für eine abschließende Einschätzung zur RTW gilt. (hov)

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