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Ein Stammbaum für Prinzessin Zelda - Stadt Neu-Isenburg und DLB danken Baumspendern

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Von: Barbara Hoven

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„Blütenträume zu Ostern“ hat unser Leser Hans-Walter Schewe dieses Foto betitelt. Doch längst nicht alle Bäume im Stadtgebiet stehen so gut da wie dieses stattliche Exemplar, das er im Park „An den Platanen“ abgelichtet hat.
„Blütenträume zu Ostern“ hat unser Leser Hans-Walter Schewe dieses Foto betitelt. Doch längst nicht alle Bäume im Stadtgebiet stehen so gut da wie dieses stattliche Exemplar, das er im Park „An den Platanen“ abgelichtet hat. © -

Sie sind unverzichtbar, nicht nur in Feld, Wald und Flur: Bäume prägen das Erscheinungsbild einer Stadt, produzieren Sauerstoff, binden Staub, kühlen die Luft, mildern Strahlungsintensität, Lärm und Wind. Aber gerade in Städten sind ihre Lebensbedingungen hart. Wassermangel, Beschädigungen und Schadstoffe zehren an ihrer Lebenskraft.

Neu-Isenburg - Vor allem unter den trockenen Jahren 2018 bis 2020 hat der innerstädtische Baumbestand sehr gelitten. Viele Bäume konnten der Hitze nicht standhalten und sind abgestorben. „Um die hohen Verluste im Baumbestand möglichst schnell auszugleichen, waren und sind in den kommenden Jahren weiter höhere Ausgaben für Baumpflanzungen absehbar. Die Versorgung mit Bäumen in unserer Stadt, die Schatten spenden und die Temperatur regulieren, wird mit der Zunahme von Hitzetagen immer wichtiger und hat für uns eine hohe Priorität“, betonen Erster Stadtrat Stefan Schmitt und DLB-Chefin Petra Klink. Insgesamt stehen nach Angaben des Magistrats im Stadtgebiet etwa 6000 Bäume.

Der Dienstleistungsbetrieb (DLB) für Dreieich und Neu-Isenburg setzt schon seit Jahren auch auf Bürger als Baumspender, um den Bestand wachsen zu lassen. Der Wunsch, Neu-Isenburg ein Stückchen grüner und schöner zu machen, eint alle Baumspenderinnen und Baumspender. Die Anlässe und Geschichten hinter den Pflanzungen sind indes so unterschiedlich wie die Bäume.

Drei Bäume spendete zum Beispiel Barbara Striefler-Stange für den Dreieichplatz, zwei davon schenkte sie ihren Patenkindern Florentine und Ceris. „Ich wollte für meine Patenkinder ein Stück Zukunft verschenken“, sagt sie. „Bäume tragen zum Erhalt des Klimas bei. Wir müssen jetzt etwas für die nachfolgende Generation tun. Besonders schön finde ich die Idee, dass alle drei gespendeten Bäumen in Sichtweite untereinander stehen, so kann ich symbolisch meine beiden Patenkinder im Blick behalten.“

Der Bienenzuchtverein Dreieich spendete ebenfalls einen Baum für den Dreieichplatz in Neu-Isenburg. „Wir haben unserem Ehrenmitglied Ludwig Appel aus Neu-Isenburg zum 90. Geburtstag einen Baum geschenkt“, berichtet die Vorsitzende Susanne Stroh. „Er hat sich den Baum und den Standort noch herausgesucht, die Pflanzung aber selbst leider nicht mehr miterlebt. So wurde der Baum zu seinem Andenken gepflanzt.“

Helmut und Susanne Schmidt spendeten einen „Stammbaum“ für ihre junge Labrador-Hündin namens Prinzessin Zelda. Sie berichten: „Im August 2020 fiel uns auf, dass es drei Bäumen auf dem Spielplatz Am Mühlgraben sehr schlecht ging. Durch Bewässerung konnten wir zwei Bäume retten, aber einer hatte es nicht mehr geschafft.“ Schnell seien sie sich einig gewesen, dass mithilfe einer Baumspende an dieser Stelle ein neuer Baum gepflanzt werden sollte. „Als Spenderin soll unsere junge Labrador-Hündin Prinzessin Zelda auftreten“, erzählen die Schmidts. Sie hoffen, dass viele Hundebesitzer die Idee aufgreifen und ebenfalls einen „Stammbaum“ spenden wollen.

Auch Thomas Jäger, der seit etwa 30 Jahren in Neu-Isenburg wohnt und arbeitet, hat sich beteiligt. „Ich wollte einen kleinen Teil dazu beitragen, dass sich die heuti-gen Kinder und Jugendlichen und die noch gar nicht Geborenen in 30 Jahren auch weiterhin in Neu-Isenburg wohlfühlen können. Daher fand ich die Idee der Baumspenden durch Bürger sehr gut“, sagt Jäger.

Außerdem gibt es laut Magistrat eine Baumspenderin, die lieber anonym bleiben möchte – und ein Ehepaar, das sich besonders interessante fremdländische hitze- und trockenresistente Bäume ausgesucht hat.

„Die Anzahl an Baumspenderinnen und -spendern und die Anzahl gespendeter Bäume waren bisher noch nie so hoch wie im vergangenen Jahr“, berichtet der Magistrat: „2021 spendeten sechs Bürgerinnen sowie die Mitglieder des Bienenvereins insgesamt zehn Bäume für Neu-Isenburg.“ Dafür bedankte sich der langjährige Bürgermeister Herbert Hunkel nun noch persönlich bei den Spendern anlässlich eines Fototermins am Dreieichplatz, wo gleich drei Bäume gespendet wurden. „Die hohe Anzahl an Baumspenden freut mich sehr. Die steigende Bereitschaft für Baumspenden zeigt, dass die Themen Stadtgrün und Klimawandel bei den Bürgerinnen und Bürgern präsent sind und viele bereit sind, sich an einem Erhalt eines grünen Neu-Isenburgs zu beteiligen“, so Hunkel.

Der DLB will weitere Bürger als Baumspender gewinnen. Aber auch Schulklassen, Unternehmen und Vereine in Dreieich und Neu-Isenburg können durch eine Baumspende einen finanziellen Beitrag leisten, damit der Bestand auf Dauer erhalten werden kann. Spender haben die Wahl, ob sie nur den Baum oder einen Baum samt Pflanzung finanzieren möchten.

Bei einer Spende von 500 Euro ist die Pflanzung inbegriffen. Wer sich auf diese Weise engagiert, nimmt laut DLB keine weiteren Pflichten auf sich.  hov

Kontakt und Infos

Einen Flyer zur Baumspende gibt es im Internet (dlb-aoer.de). Ansprechpartner für das Thema beim DLB ist Sylvio Jäckel, er ist per E-Mail an s.jaeckel@dlb-aoer.de oder unter z 06102 3702355 zu erreichen.

Um den Bestand wachsen zu lassen, sind Baumspender wichtig. Für ihre Unterstützung 2021 dankten Sylvio Jäckel vom DLB (Dritter von rechts) und Herbert Hunkel (von links) Barbara Striefler-Stange mit Florentine und Ceris, Helmut und Susanne Schmidt mit „Prinzessin Zelda“, Thomas Jäger sowie (von rechts) Susanne Stroh und Monika Appel.
Um den Bestand wachsen zu lassen, sind Baumspender wichtig. Für ihre Unterstützung 2021 dankten Sylvio Jäckel vom DLB (Dritter von rechts) und Herbert Hunkel (von links) Barbara Striefler-Stange mit Florentine und Ceris, Helmut und Susanne Schmidt mit „Prinzessin Zelda“, Thomas Jäger sowie (von rechts) Susanne Stroh und Monika Appel. © -

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