Quartier Süd

Eine einmalige Chance für die Stadt

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Alfons Pissot und sein Sohn Thorsten (rechts) ließen sich von Rainer Müller (HA Stadtentwicklung, links) und Dorothee Gutmann-Hinrichs (Empfehlungsbeirat) die Entwürfe erläutern.

Neu-Isenburg - Sechs Entwürfe für das neue Stadtquartier Süd (SQS) – die Modelle dazu finden sich auf den Tischen im Stadtverordnetensitzungssaal im Rathaus.

Sie sind das Ergebnis von Vorschlägen, die Architekturbüros anhand von Wünschen und Anregungen der vorausgegangenen Bürgerdiskussionen und Workshops umgesetzt haben.

Bei allen Unterschieden fanden sich auch Ähnlichkeiten, die der Empfehlungsbeirat entsprechend berücksichtigt hat. Bei einer weiteren Informationsveranstaltung wurde nun das Ergebnis des Beirats rund 50 interessierten Bürgern vorgestellt.

„Wir wollten Ihnen nicht einen fertigen Entwurf von Fachleuten vorsetzen, sondern die Wünsche und Anregungen aus der Bevölkerung berücksichtigen“, betonte Bürgermeister Herbert Hunkel. Er zeigte sich recht angetan von den vielen unterschiedlichen Ideen, die sich dennoch in vielen Punkten deckten. Diese Varianten sollen nun in einen „Konsensplan“ münden, der eine erste zielgerichtete Version fürs Stadtquartier Süd sei.

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Erster Stadtrat Stefan Schmitt verwies darauf, dass man die Planung nicht ganz so schnell weiterführen will wie vorgesehen. Den Wünschen im Bauausschuss entsprechend, soll noch einmal eine Diskussionsrunde eingefügt werden. Vorgesehen sei im Juni eine abschließende Beratung. Der dann zu verabschiedende Zielentwurf soll schließlich die Grundlage für den späteren Flächennutzungsplan darstellen.

Der Empfehlungsbeirat, besetzt mit fachkundigen Bürgern aus Neu-Isenburg wie Dorothee Gutmann-Hinrichs, Thomas Russ, Eberhard Schaaf, Norbert Schniotalla und Professor Eberhard Voigt – allesamt Architekten –, sei nicht nur ein Gremium mit hoher Kompetenz, sondern auch „politisch ausgewogen“, so Schmitt.

„Hosenträger-Lösung“

Die Mitglieder hatten acht Maßnahmen vorgeschlagen, darunter die Berücksichtigung der verschiedenen Nutzungen, die Erschließung, aber auch öffentliche Freiflächen und insbesondere eine hohe Wohnqualität und -atmosphäre. „Eine solche Chance gibt es wahrscheinlich in Neu-Isenburg so schnell nicht wieder“, betonte Torsten Becker vom Büro BS+ Städtebau und Architektur in Frankfurt, der das Ergebnis erläuterte.

Blickt man aus der Vogelperspektive auf das Areal, wird dieses durch eine „Hosenträger-Lösung“ verkehrstechnisch erschlossen. Entlang einer Grünflächenachse soll es westlich davon eine Wohnbebauung, aber auch Cafés, Kulturangebote und eine Kindertagesstätte geben, östlich eine reine Wohnbebauung. Nördlich der Schleussnerstraße ist die Haltestelle der geplanten Regionaltangente West vorgesehen. „Uns war wichtig, hier eine Vernetzung zur Innenstadt zu schaffen“, so Becker. Für das ehemalige DLB-Gelände an der Hugenottenallee wird dagegen eine rein gewerbliche Nutzung vorgeschlagen.

Ein besonderer Schwerpunkt soll jedoch auf der Schaffung eines hochwertigen Wohngebietes liegen, denn ruhiger als im Stadtquartier Süd sei es wohl an keinem anderen Ort in der Hugenottenstadt. Aus diesem Grund war auch Alfons Pissot zur Vorstellung gekommen. „Ich habe 60 Jahre in Neu-Isenburg gewohnt, bin dann wegen des Fluglärms nach Offenthal gezogen und würde jetzt gerne wieder zurückkommen.“

lfp

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