Stadt stellt Weichen

Einkaufsperspektive fürs Birkengewann: Lidl soll kommen 

Vom Turm der Feuerwehr (deren Hof im Vordergrund zu sehen ist) aus hat unser Mitarbeiter Leo F. Postl den Bauplatz für den neuen Supermarkt fotografiert: Er entsteht an exponierter Stelle am Ortseingang auf dem jetzt noch bewachsenen Areal an der Ecke St.-Florian-Straße (vorne) und Friedhofstraße (rechts im Bild).

Neu-Isenburg - Im Bauausschuss kamen die Pläne gut an: Ein Vertreter von Lidl erläuterte den Parlamentariern das Konzept des Discounters für den Bau eines Lebensmittelmarktes im Birkengewann. Von Barbara Hoven 

Seit mehr als zehn Jahren ist dieses Projekt Thema in der Stadt; nun hat die Politik den Weg geebnet für eine baldige Umsetzung. Nicht nur eine Immobilie mit 1424 Quadratmetern Verkaufsfläche zur Nahversorgung des Neubaugebiets soll entstehen, sondern auch eine weitere Spur für die Sankt-Florian-Straße.

Kurz und klar präsentiert Dirk Brunner, Immobilienleiter der Lidl-Regionalgesellschaft Alzenau, in der Sitzung des Ausschusses für Bau, Planung, Umwelt und Verkehr am Mittwochabend die Eckpunkte des Projekts. Zu seinem Beritt gehören aktuell 79 Filialen in einem Radius vom Landkreis Offenbach bis nach Wertheim und Fulda – „und ich hoffe, dass Neu-Isenburg die 80. Filiale wird“, sagt Brunner.

Das Unternehmen will am östlichen Stadteingang direkt gegenüber der Feuerwehr, also an exponierter Stelle auf der Ecke Sankt-Florian- und Friedhofstraße, auf einem knapp 7200 Quadratmeter großen Grundstück einen nagelneuen Supermarkt mit 1424 Quadratmetern Verkaufsfläche hochziehen; plus etwa 850 Quadratmetern für Lager- und Nebenräume.

Brunner betont die nachhaltige Bauweise: Eine Photovoltaikanlage soll entstehen, bei der Technik setzen die Planer zudem auf Wärmerückgewinnung; „so schaffen wir es, selbst im Winter zu heizen und im Sommer zu kühlen“. Auch eine Elektrotankstelle steht in den Plänen, ebenso ein begrüntes Dach.

Die Autos der Kunden sollen auf 109 Pkw-Stellplätzen vor dem Markt unterkommen. Grob geplant sind zunächst außerdem 20 Fahrradstellplätze, „die können aber bei Bedarf jederzeit ausgebaut werden“.

Um das Projekt zu verwirklichen, ist eine Änderung der Verkehrsführung nötig. Viele Gespräche habe es im Vorfeld über das Thema Erschließung gegeben, berichten Brunner und Bürgermeister Herbert Hunkel; vor allem auch mit der benachbarten Feuerwehr. Denn wer künftig bei Lidl einkaufen will, dessen Weg wird über die Friedhof- und Sankt-Florian-Straße führen. Damit das dann erhöhte Verkehrsaufkommen auf der kleinen Straße nicht zu Konflikten mit der Feuerwehr führt und die Brandschützer im Ernstfall ungehindert zum Einsatz fahren können, haben sich Discounter und Stadt auf folgende Lösung verständigt: Die Sankt-Florian-Straße wird um eine dritte Fahrspur erweitert. Die Kosten für diese Verbreiterung der Straße und alles, was dazu gehört (Zufahrten, neue Ampeln), trägt Lidl.

In Verhandlungen mit Lidl befindet sich die Stadt bereits seit der Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 83 „Birkengewann“ im Jahr 2005; immer mit dem Ziel, einen Lebensmittelmarkt zur Versorgung des neuen Wohngebiets anzusiedeln. Klar war aber stets gewesen, dass der Supermarkt erst dann kommt, wenn auch das Drumherum im Neubaugebiet in die Höhe wächst. Das ist inzwischen für Jedermann sichtbar der Fall – und Hunkel und Brunner freuen sich, dass man im Projekt „nun auf der Zielgerade angekommen“ sei.

Alle, die sich vorab schon ein Bild vom Innenleben des künftigen Supermarkts machen möchten, lädt Brunner zu einem Ausflug nach Bruchköbel ein: Dort werde nämlich am 29. November ein ähnlicher Markt eröffnet.

Einweihung der Straßen im Birkengewann: Bilder

Die Erfüllung des von vielen Isenburgern seit Langem gehegten Wunsches nach einer weiteren Einkaufs-Alternative in der Stadt rückt nun also näher: Da der geplante Lebensmittelmarkt der Versorgung des jetzt schnell wachsenden Neubaugebiets dienen soll, „ist die zeitnahe Eröffnung wesentliches zwischen Lidl und der Stadt zu vereinbarendes Ziel“, ist in der Drucksache zu lesen. Festgeschrieben ist, dass der Supermarkt spätestens bis zum 31. Dezember 2020 eröffnet sein muss. Läuft alles glatt – und dafür stehen die Zeichen nach den Worten der Verantwortlichen nun gut – dürften die Isenburger auch schon deutlich früher bei Lidl einkaufen können.

Vom Bauausschuss gibt es für den städtebaulichen Vertrag zwischen Stadt und Investor am Mittwochabend einstimmig grünes Licht; die endgültige Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung in der Dezembersitzung dürfte nur noch Formsache sein. Auch mit den zuständigen Stellen bei Bauaufsicht, Naturschutzbehörden und RP habe Lidl sich bereits abgestimmt, berichtet Brunner.

Nach Beurkundung des beabsichtigten städtebaulichen Vertrags wird Lidl den Bauantrag beim Kreis einreichen. „Wenn die Genehmigung vorliegt, brauchen wir etwa sieben Monate, bis der Markt steht“, sagt Brunner.

Ob es nicht eine Option gewesen wäre, auf dem Grundstück neben dem oder am Markt noch Wohnungen zu bauen, fragt Martin Bock (Grüne). Wohl auch, weil Lidl in Frankfurt jüngst eine sogenannte Metropolfiliale hochgezogen hat – mit Wohnungen über dem Supermarkt. So etwas sei für Isenburg nicht angedacht, antwortet Dirk Brunner – zumal der Bebauungsplan für diesen Standort relativ klar sage: Gewerbe, Lebensmittelmarkt.

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