SPD wird stärkste Kraft

Kleiner Erdrutsch in Zeppelinheim

+

Neu-Isenburg - Wahlnachlese, Tag zwei: In der Kernstadt steht das große „Was nun?“ im Raum, die Suche nach einer neuen Mehrheit im Stadtparlament hat begonnen.

Dass durchs Kumulieren und Panaschieren einzelne Bewerber deutlich nach oben gewählt werden können, zeigt der Blick auf die Tabelle unten. Und auch die Ergebnisse der Ortsbeiratswahlen liegen nun vor – und offenbaren eine kleine Sensation in Zeppelinheim. Einen der deutlichen Sprünge auf den Listenplätzen für die Stadtverordnetenversammlung hat Edgar (Eddi) Fischer gemacht: Den bekannten CDU-Mann haben die Wähler von 12 auf 5 gehoben. Auffällig bei den Christdemokraten auch die Platzierung von Dr. Oliver Hatzfeld, der von 24 auf 17 geklettert ist und damit sicher im Parlament vertreten ist. Auf der Grünen-Liste rückte Günther Marx von 12 auf 4 nach vorne. Auffällig bei der FDP: Parteivorsitzender Jörg Müller hat einen Platz eingebüßt, Susann Guber ist an ihm vorbeigezogen. Auch bei der AfD hat sich an der Spitze noch was gedreht: Nicht Spitzenkandidat Bernd Vohl landete auf Platz eins, sondern der pensionierte Lehrer Georg Knippel.

Apropos AfD: Da die Partei vorgestern als einzige nicht für ein Statement zum Wahlergebnis erreichbar gewesen war, sei dieses nachgeliefert. Bernd Vohl, der mit fünf anderen AfD-Vertretern im neuen Stadtparlament sitzen wird, spricht gestern von einem „sensationellen Ergebnis“ für seine Partei, das er so nicht erwartet habe. Dass alle etablierten Parteien angekündigt haben, keine Gespräche mit der AfD aufzunehmen, stört ihn nicht. Einen Sitz in der Regierung habe man ja auch gar nicht angestrebt – „wir haben von vorneherein gesagt, wir sind reine Opposition“. Vohl geht davon aus, dass sich die Zusammenarbeit im politischen Alltagsgeschäft auf kommunaler Ebene in etwa einem halben Jahr entspannen und einspielen wird. Auf die Frage, was die Wähler inhaltlich von der AfD bei „Amtsantritt“ im Parlament erwarten können, antwortet Vohl, der erste AfD-Antrag werde sich dem Thema „Sicherheit“ widmen. Seine Partei fordere mehr Polizeipräsenz.

Liveticker zur Kommunalwahl 2016

Etwas getan hat sich mit der Wahl auch in den beiden Ortsbeiräten. Von einer kleinen Sensation kann man mit Blick auf das Ergebnis in Zeppelinheim sprechen. Die SPD legt deutlich zu und holt dort 40,8 Prozent (4 Sitze). Sie überholt damit die CDU und wird stärkste Kraft. Zur Erinnerung: Bei der Wahl vor fünf Jahren waren die Christdemokraten dort ebenfalls deutlich abgerutscht und hatten erstmals seit 35 Jahren ihre absolute Mehrheit im Stadtteil verloren. Die CDU hat künftig nur noch 3 Sitze. Die Gravenbrucher CDU bleibt trotz eines Verlustes von gut sieben Prozent mit 41,4 Prozent stärkste Kraft im Stadtteil (4 Sitze), gefolgt von der SPD (2 Sitze). Nicht überraschend kommt für Beobachter, dass die AfD dort aus dem Stand 15,7 Prozent (1 Sitz) holt und drittstärkste Kraft ist – Gravenbruch gilt als AfD-Hochburg. (hov)

Galerie: Wie viele Frauen mischen in der Lokalpolitik mit?

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare