Erinnerung an die „Erdrutschwahl“

Christel Passinger steckt viel Arbeit in Chronik zum 70. CDU-Geburtstag

Neu-Isenburg - Die erste offizielle Mitgliederversammlung der Isenburger Christdemokraten war am 24. Januar 1946. Im Saale Gräfenecker kamen damals 17 Gründungsmitglieder zusammen und hoben die CDU Neu-Isenburg mit Wilhelm Bremser an der Spitze aus der Taufe.

„Jetzt ist unser Jubiläumsjahr fast um – aber es ist noch nicht zu spät für eine Chronik“, sagt Stadtverbandsvorsitzender Stefan Schmitt bei der Präsentation des 150 Seiten umfassenden Werks zum 70-jährigen Bestehen. Christel Passinger, selbst seit zehn Jahren CDU-Mitglied und viele Jahre ehrenamtliche Mitarbeiterin des Stadtarchivs, hat sich mit viel Akribie an die Recherche des Buches gesetzt, das am morgigen Sonntag auf dem Neujahrsempfang der CDU vorgestellt wird. „Ich habe schon für einige Sportvereine die Chronik zusammengestellt – aber ich musste lernen, die CDU ist doch kein Sportverein“, erzählt die Autorin mit einem Lächeln, „ich habe es unterschätzt, es war mehr Aufwand als gedacht“.

Viele Stunden habe sie im Stadtarchiv gesessen, um Infos über den Stadtverband, die Gruppierungen der Partei wie die Junge Union, aber auch die politische Arbeit in den Stadtteilen zu recherchieren. Die meisten Schwierigkeiten bereiteten ihr die Fotos, die sie dann letztlich oftmals aus privatem Besitz von Mitgliedern bekommen habe. „Am spannendsten für mich persönlich waren die Portraits über die besonders verdienten Mitglieder. Einen von ihnen konnte ich sogar persönlich selbst gar nicht leiden“, berichtet Passinger. Diese Person, die sie namentlich nicht nennen wollte, bekam posthum ihre Anerkennung: „Wahnsinn, wie viel einzelne Menschen mit ihrem Engagement für die Stadt bewegen konnten.“

In der Chronik sind „goldene Zeiten“ beschrieben, wie die „Erdrutschwahl“ 1977, bei der die CDU die absolute Mehrheit im Rathaus gewann, und auch die schwierigen Jahre nur eine Legislaturperiode später, in der die Christdemokraten in die Opposition gingen und der rot-grünen Mehrheit den Vortritt lassen mussten. Neben der reinen Parteigeschichte hat Passinger auch Interviews geführt, es kommen der ehemalige Bürgermeister und heutige Landrat Oliver Quilling, Erster Stadtrat Stefan Schmitt und Walter Norrenbrock zu Wort.

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Schmitt ist froh über die Chronik, die zum Schmökern einlade. „Es ist ein übergeordneter Blick, nicht unbedingt nur mit der Parteibrille zu sehen – es sind in dem Buch auch stadtgeschichtliche Dinge dokumentiert“, bedankte sich Schmitt bei seiner Parteikollegin. Ab 21. Januar ist das Buch in der Geschäftsstelle der CDU in der Bahnhofstraße zu bekommen. Die Partei gibt es zum Selbstkostenpreis heraus, der genaue Preis ist noch nicht bekannt. (col)

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