AfD-Politiker aus Saal verwiesen

Ortsbeirat spricht über Rewe-Neubau und Parkplatznot

+
Der Kran steht bereit, der symbolische erste Spatenstich für den Rewe-Neubau ist für Freitag, 6. Juli, angesetzt.

Gravenbruch - Es war eine in mehrfacher Hinsicht bemerkenswerte Sitzung des Gravenbrucher Ortsbeirats am Donnerstagabend. Einerseits stand das mittlerweile für manchen Bürger zum Reizthema gewordene Projekt des Neubaus des Rewe-Markts auf der Tagesordnung.

Und andererseits erlebten die vielen Bürger, die in die Meisenstraße gekommen waren, einen Vorgang, der so nicht alle Tage vorkommt – und besser nicht vorkommen sollte. Gleich zu Beginn entfachte sich eine heftige Diskussion – genauer: ein Rededurcheinander – zwischen Arno Groß (AfD) und Mitgliedern des Ortsbeirats, aber auch mit den anwesenden Gästen aus der Bürgerschaft. „Herr Groß fiel immer wieder den anderen ins Wort, missachtete die Geschäftsordnung und fuhr trotz zweimaliger Ermahnung in einer Art und Weise fort, die so nicht tragbar war“, schildert Ortsvorsteher Edgar Fischer die Situation.

Das Ende vom Lied: Nach etwa einer Dreiviertelstunde verwies der Ortsvorsteher den AfD-Mann Groß des Saales. „Ich glaube, er war selbst überrascht, dass ich dies so durchziehen würde“, sagt Fischer, der im Sitzungssaal Beifall für sein Durchgreifen erhielt. „Das wäre sonst eine unmögliche Sitzung geworden“, pflichtet auch Yvonne Lammersdorf (SPD) dem Vorgehen Fischers bei, dem auch Stadtverordnetenvorsteherin Christine Wagner (CDU) und Bürgermeister Herbert Hunkel zur Seite standen. „Herr Groß war nicht ausfällig oder gar provozierend, er hat sich einfach ungebührend verhalten und die Sitzung ständig gestört – das geht so nicht“, meint Wagner.

Inhaltlich stand dann vor allem die Frage nach dem Stand der Dinge in Sachen Supermarkt-Neubau im Vordergrund. In ihrer Stellungnahme zum Neubauprojekt Rewe-Markt erläuterten Bauherr Metin Altuntas als auch Axel Kittler von Rewe noch einmal die Gründe für die Verzögerungen – und versprachen „Licht am Ende des Tunnels“. Wie Altuntas berichtete, hatte es – gerade wegen der Tiefgarage – aufgrund immer neuer Auflagen wegen eines zweiten Notausgangs Verzögerungen mit der Baugenehmigung gegeben. Es mussten neue Pläne nachgereicht werden, bis eine durch die Bauaufsicht des Kreises Offenbach genehmigungsfähige Lösung gefunden worden war. Rewe-Expansionsmanager Kittler verwies auch darauf, dass es innerhalb des Rewe-Konzerns stets neue Innovationen gebe, die beim Neubau von Märkten mit umgesetzt werden müssen. Dies betrifft sowohl die Struktur der Verkaufsflächen, aber auch die Berücksichtigung neuer Erkenntnisse bei der energetischen Bauweise. Jetzt aber soll es vorangehen. Ein Kran wurde bereits aufgestellt, nächste Woche sollen die Bauarbeiten beginnen. Einen Termin für einen symbolischen Spatenstich gibt es jetzt auch: Freitag, 6. Juli, 10 Uhr. Im Herbst 2019 sollen die Gravenbrucher dann im neuen Rewe einkaufen können.

Reichlich Gesprächsstoff bietet indes weiterhin die Parksituation – um das Projekt selbst, aber auch in ganz Gravenbruch. Dass Parkplätze im Stadtteil, vor allem rund um den Dreiherrnsteinplatz, knapp bemessen sind, ist ein bekanntes Problem. Die Stadt hat nun vorgeschlagen, zunächst einmal in einer Erhebung zu ermitteln, wie viele Autos es im Stadtteil gibt, wie viele Parkplätze – und so weiter. Auf der Basis eines zu erarbeitenden „Parkraumkonzepts“, in dem die Vor-, aber auch Nachteile verschiedener Modelle aufzeigt werden sollen, will man dann schauen, wie sich die Situation für die Bürger verbessern lässt.

Tag der offenen Tür im Dienstleistungsbetrieb (DLB): Fotos

Wie der Bürgermeister berichtet, gibt es zwar eine aktuelle Statistik vom Kraftfahrt-Bundesamt. Die besagt, dass in ganz Neu-Isenburg 27.000 Autos zugelassen sind. Allein: Aussagen bezüglich der Automengen in einzelnen Stadtteilen trifft die Statistik nicht.

Bereits im März, so Hunkel weiter, habe die Stadt Grundstückseigentümer angeschrieben und erfragt, ob sie Möglichkeiten sähen, Parkplätze auf ihrem Grund und Boden zu schaffen. Einige Rückmeldungen gebe es bereits, „rund 30 Plätze wollen geschaffen werden auf Privatgrund“.

Für den Abbruch der alten Forsthausgalerie (dort sollen Parkplätze für Rewe entstehen), aber auch für den Neubau ist derzeit eine größere Fläche durch Bauzäune abgesperrt – wodurch weitere Parkplätze fehlen. Dort dürfte sich die Situation freilich erst nach Fertigstellung des neuen Gebäudes entspannen.

Sportlerehrung in Neu-Isenburg: Bilder

Generell wurde aus der Bevölkerung moniert, dass viele Fahrzeuge in den Straßen von Gravenbruch stünden, die dort nichts zu suchen hätten. Diese Situation ist jedoch nicht „Gravenbruch-typisch“, sondern trifft auch für die Kernstadt und für Zeppelinheim zu. Anwohnerparkflächen dürfen jedoch nur für 50 Prozent des verfügbaren Parkraumes ausgewiesen werden. Eine bessere und stetige Kontrolle der Parkflächen könnte eine Besserung bringen, dies erfordert jedoch wieder mehr Personal.

Auf Vorschlag von Bürgermeister Hunkel sollen nun erst einmal die Parkflächen klar markiert werden. Wer sich dann daneben benimmt (genauer: daneben steht), den könne man auch entsprechend belangen.

Thema war zudem die Optik des Dreiherrnsteinplatzes – da gab es bekanntlich den Wunsch, den zentralen Platz zu verschönern. Dem Ortsbeirat wurden nun Entwürfe vorgestellt für eine Bepflanzung und Sitzbänke im Randbereich des Platzes. (lfp)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion