Sturm auf das Rathaus

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Mit einem Schnitt eröffneten Margit Lützow-Wonneberger (links) und Petra Kapferer den Tag der offenen Tür.

Neu-Isenburg - Die fünfte Jahreszeit hat die Hugenottenstadt zwar fest im Griff, doch am Wochenende stürmten nicht die Narren das Rathaus. Mehr als 1000 Interessierte waren es, die das neue alte Verwaltungszentrum und die neu eingerichtete Polizeistation unter die Lupe nahmen. Von Enrico Sauda

„Wir möchten Ihnen die Gelegenheit bieten, einen Einblick in das neue Gebäude zu bekommen“, begrüßte Bürgermeister Herbert Hunkel die Scharen Neugieriger, die sich im Foyer eingefunden hatten und vor einem Absperrband auf Einlass warteten. Das zerschnitt nicht etwa der Rathauschef persönlich, sondern Margit Lützow-Wonneberger und Petra Kapferer.

„Mein Mann hatte damals den Wettbewerb um den Bau des Rathauses gewonnen“, erzählte Petra Kapferer, Frau des verstorbenen Architekten Hans Kapferer, der das ursprüngliche Gebäude geplant hatte. „Wir haben im Rathaus auch geheiratet, das Gebäude hat uns Glück gebracht“, ergänzte Petra Kapferer. „Aber weil er damals erst 27 Jahre alt war, dachte man, es wäre besser, ihm einen erfahrenen Kollegen zur Seite zu stellen.“ Dieser war Alex Weber, dessen Tochter Margit bei der offiziellen Eröffnung des Rathauses an der Seite Petra Kapferers stand.

Geschichte und die Kosten des Umbaus

In seiner Ansprache ging der Rathauschef auf die Geschichte und die Kosten des Umbaus ein. Zudem erläuterte er, warum sich die Verantwortlichen 2009 für einen Um- und gegen einen Neubau aussprachen. Es sei zum einen eine wirtschaftliche Entscheidung gewesen - ein neues Haus hätte statt der ausgegebenen 12,5 Millionen gleich 20 Millionen Euro verschlungen. „Außerdem hängt mein Herz an diesem Rathaus. Dieses Gebäude gehört einfach zum Stadtbild und so soll es auch bleiben“, erklärte der Bürgermeister.

„Ich finde das Rathaus gelungen“, sagte Claus-Peter Drexel, der mit Frau und Kindern einer der vielen Besucher war. „Besonders die Terrasse beim Büro des Bürgermeisters hat uns gefallen.“ Das Geld für den Umbau sei gut investiert. „Allein wegen der energetischen Sanierung.“ So wie das Gebäude zuvor ausgesehen habe, „war es wirklich nicht hübsch anzusehen“.

Bilder vom neuen Rathaus und der Polizeistation

Neue Polizeistation im Rathaus

Die Veranstalter ließen sich einiges einfallen, um den Besuchern abwechslungsreiche und informative Stunden zu bieten. „Mit so viel Andrang hatten wir gar nicht gerechnet“, sagte Cornelia Doebel von der Pressestelle und auch Bürgermeister Hunkel überraschte die Resonanz. „Neu-Isenburg hat wieder mehr als 36.000 Einwohner – und wenn ich sehe, wie viele gekommen sind, dann glaube ich das.“

Polizeihauptkommissar Uwe Bennewitz führte Besuchern den Fingerabdruck-Scanner vor.

Zum umfangreichen Programm gehörten auch Gespräche von Zeitzeugen. So tauschten sich unter anderem Landrat Oliver Quilling – ehemaliger Bürgermeister Isenburgs – und Rathauschef Hunkel über die „alten Zeiten“ aus. Schließlich tüftelten beide jahrelang an den Plänen für die Sanierung. Zudem ließ Hunkel die Höhepunkte vergangener Jahre anhand der Einträge im Goldenen Buch Revue passieren. Er erinnerte an die 300-Jahr-Feier, an die Ernennung der Kammersängerin Anny Schlemm und des Astronauten Thomas Reiter zu Ehrenbürgern der Stadt sowie an den Besuch des Dalai Lamas.

Zudem sprachen Elfi Kettler, ehemalige Geschäftsführerin der Gewobau, Zeitungsmann Heinz Schickedanz, Fritz Spamer und Sportamtsleiter Günter Salzmann über ihre Beziehung zum Rathaus. „Mit ihm verbindet uns sehr viel, denn der Bürgermeister ist auch immer der Aufsichtsratsvorsitzende“, sagte die 71-jährige Elfi Kettler, die einst ihre Ausbildung im Rathaus beginnen wollte, dann aber zur Gewobau kam. Den Neubau findet sie gut - „besonders das Trauzimmer“.

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