Vandalismus in Neu-Isenburg

CDU erstattet Strafanzeige wegen zerstörter Wahlplakate

Neu-Isenburg - Wenn’s um das Thema Zerstörung und Verunglimpfung von Wahlplakaten geht, kommt Isenburg nicht zur Ruhe. Auch die CDU hat nun bei der Polizei Anzeige wegen Sachbeschädigung, Diebstahl und Volksverhetzung erstattet, wie der Stadtverband gestern mitteilt.

Seit Beginn der heißen Wahlkampfphase für die Kommunalwahl hätten ehrenamtliche Helfer der CDU mehr als 600 Plakate aufgehängt, berichtet der Vorsitzende der Jungen Union, Milan Gerovac, in seiner Funktion als Koordinator der Wahlplakateaktion. Leider werde der Wahlkampf von Unbekannten dazu genutzt, „ihre eigene undemokratische Vorstellung von Politik vor Ort“ zu verbreiten. „Wir haben in Gravenbruch bereits zweimal mehrere Dutzend Plakate aufgehängt. Unmittelbar danach waren sie zerknickt, beschmiert oder abgerissen worden“, so Gerovac. Aber auch in der Kernstadt sei es nicht besser. Die Plakate würden auch mit nationalsozialistischen Begriffen beschmiert. So hätten Unbekannte etwa zwei Wesselmänner – das sind die übergroßen Standplakate – mit dem Begriff „Volksverräter“ besprüht.

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„Anfangs dachten wir noch, es sei das schlechte Wetter, aber dann häuften sich diese Zerstörungen auch an Tagen mit gutem Wetter. Als dann noch diese Nazi-Schmierereien hinzukamen, wussten wir, dass es mutwillige Zerstörung war. Unsere freiwilligen Helfer, überwiegend junge Leute, leisten eine hervorragende Arbeit, das ist respektlos. Wir haben Strafanzeige erstattet. Die Polizei ermittelt nun“, erläutert CDU-Stadtverbandsvorsitzender Stefan Schmitt. „Leider waren wir gezwungen, den Schritt einer Anzeige zu gehen. In unserer Demokratie sollte es andere Wege geben, am politischen Diskurs teilzunehmen, anstatt Plakate zu zerstören. Auch das Ausmaß der Zerstörung gepaart mit diesen Nazi-Parolen war für uns nicht mehr akzeptabel und geht weit über eine Bagatelle hinaus“, so Schmitt. Insgesamt wurden laut Stadtverband 200 Plakate der CDU beschädigt oder entwendet. Den finanziellen Schaden „durch Bestellung neuer Plakate bei der Druckerei“ beziffert die CDU auf mehr als 5 000 Euro.

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Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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