Brückenbauer mit Taktgefühl

Fachbereich Kultur und Sport hat 2016 viel vor

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Auch auf der Bühne ist einiges los: So sind in der Hugenottenhalle unter anderem in den kommenden Wochen Comedykoch Horst Lichter, der britische Komiker Jimmy Carr und Comedian Ingo Appelt live zu erleben.

Neu-Isenburg - Wie steht es um das kulturelle Leben in der Stadt? Was bringt das neue Jahr an Neuerungen, was bereitet Sorgen? All dies ist stets Thema, wenn der Fachbereich Kultur und Sport zum Beginn eines Jahres vor Presseleuten Bilanz zieht. Von Barbara Hoven

Diesmal prägt ein weiteres Feld die Anstrengungen der Akteure: Der Fachbereich will mit besonderen kulturellen und sportlichen Angeboten zur Integration von Flüchtlingen beitragen. Interkulturelles Musikfestival, Kindertheater, Sprach- und Leseförderaktionen und zwei neue Sportcoaches, die sich für die Integration einsetzen: Der Fachbereich Kultur und Sport hat einiges an Ideen parat. In Neu-Isenburg sei es bislang „auch dank der Aktivitäten und Projekte in den Bereichen Sport und Kultur“ gut gelungen, Flüchtlinge zu Mitbürgern zu machen und den Flüchtlingen auf der Durchreise Schutz und Geborgenheit zu gewähren, sagt Kulturdezernent Theo Wershoven (CDU). „Gleichwohl müssen wir erkennen, dass mit der weiteren Aufnahme von Flüchtlingen unsere Integrationsbemühungen neu verortet und intensiviert werden müssen.“ Integration werde in allen Kommunen ein heißes Thema bleiben – „und sie ist kein Selbstläufer“. Vielmehr werde es über viele Jahre auch vor Ort in Isenburg „eine Herausforderung bleiben, die den guten Willen aller Beteiligten erfordert“.

Horst Lichter

Wershoven ist überzeugt, dass Kultur und Sport bei der Integration wirksam mithelfen können. Auch deshalb werde das Dezernat seine Bemühungen und Angebote in diesem Bereich 2016 weiter ausbauen. Ein Beispiel aus dem Sport: Der 2015 erstmals angebotene Aktionstag mit Mitmachangeboten soll wiederholt werden, zudem beteiligt sich die Stadt am Förderprogramm „Sport und Flüchtlinge“ des Landes Hessen. Und Neu-Isenburg hat zusätzlich zwei so genannte Sportcoaches berufen, die für Flüchtlinge Sportangebote mit hiesigen Vereinen vermitteln sollen. Diese Aufgabe übernehmen Benjamin Friedrich, Leiter der Badmintonabteilung des TV 1861, und Gerhard Gräber, der Integrationsbeauftragte der Schützengesellschaft (SGNI). Beiden sei auch daran gelegen, dass Kontakte gepflegt, Werte im Sport vermittelt und neue Freunde gefunden werden. Außerdem hat Wershoven bereits Gespräche mit der IG Vereine geführt – mit dem Ziel, noch mehr Clubs für Integrationsveranstaltungen ins Boot zu holen.

Auch die Kultur soll den Flüchtlingen nähergebracht werden und das Miteinander mit den Isenburgern fördern. So ist beispielsweise Mitte April Premiere für das interkulturelle Musikfestival „Open World“, das musikalische Einflüsse aus aller Welt zusammenbringt. Die Schirmherrschaft hat Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier übernommen. Für und mit Flüchtlingen aus Neu-Isenburg veranstalten der bekannte Jazzgitarrist Torsten de Winkel, der Komponist Volker Staub und Isenburgs Musikschulleiter Thomas-Peter Horas sowie Lehrer der Musikschule bereits seit November und noch bis April ehrenamtlich Musikworkshops. Die Ergebnisse werden gemeinsam mit Gastmusikern in einem Festivalkonzert am Donnerstag, 14. April, in der Hugenottenhalle vorgestellt. Mit von der Partie ist dann auch das One Earth Orchestra unter Leitung von Volker Staub.

Marteria in der Hugenottenhalle

Jimmy Carr

Ein entscheidendes Medium, um Brücken zu schlagen, kann nach Wershovens Erfahrung auch das Theater sein. So veranstaltet das Kulturbüro im Sommer in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge an der Rathenaustraße Kindertheater, organisiert Besuche von Clowns sowie Museumsbesuche. Aber auch in den klassischen Arbeitsfeldern des Kulurbüros ist wieder einiges geplant – von den diversen Fest-Klassikern wie Altstadtfest (10. bis 12. Juni), Weinfest (12. bis 21. August) oder Musikspektakel Open Doors (1. bis 3. Juli) bis zu den je fünf Terminen in der Theater-, Komödien- und Musikreihe. Hinzu kommen die Serenadenkonzerte im Haus zum Löwen sowie zehn Theaterstücke für Kinder. „Hier bleiben alle Angebote stabil, wir können die Abo-Reihen umfänglich weiterführen“, freut sich Dr. Bettina Stuckard, die Leiterin des Kulturbüros. Dass sich bei den Theaterreihen sogar wieder eine leichte Erhöhung der Besucherzahlen ergeben habe, führt sie auch darauf zurück, dass ihre Mitarbeiter bewusst auf eine „sehr persönliche Betreuung“ der Kulturfans setzen.

Für Unterhaltung von der Huha-Bühne aus ist auch 2016 ebenfalls gesorgt. Zwar spürt Isenburgs Veranstaltungstempel noch immer die Folgen der Eröffnung der neuen Batschkapp in Frankfurt – die nun die großen Rockkonzerte, die davor in der Huha stattfanden, in den eigenen Räumen veranstaltet. Doch das Huha-Team um Leiter Thomas Leber hat auch im neuen Jahr wieder unterhaltsame Offerten parat, darunter Gastspiele von großen Namen wie dem britischen Komiker Jimmy Carr (11. Februar), Comedykoch Horst Lichter (23. April), Comedian Ingo Appelt (19. Februar) oder Mundstuhl (8. Mai). Am 11. Mai gibt’s ein Wiedersehen mit dem Singer-Songwriter Albert Hammond.

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