Fahrradstraße auf Probe

Änderungsantrag der Koalition mit Mehrheit angenommen: Am Trieb in der Diskussion

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Das Thema Fahrradstraßen treibt viele Isenburger um. Und die Politik beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit der Frage, welche Straßen und Routen dafür geeignet sind. (Symbolbild)

Das Thema Fahrradstraßen treibt viele Isenburger um. Und die Politik beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit der Frage, welche Straßen und Routen dafür geeignet sind.

Neu-Isenburg – Auch, weil die Sache in der Hugenottenstadt nicht ganz einfach umzusetzen ist: Viele Straßen in der City sind eng und nicht selten zugeparkt.

Im Frühjahr 2019 hatte das Stadtparlament den Magistrat beauftragt, zentrumsnahe Routen auf ihre Eignung als Fahrradstraßen zu untersuchen. Hauptstraßen sollen möglichst vermieden werden; idealerweise sollen die Fahrradstrecken parallel zu den Hauptverkehrsrouten verlaufen. Eine Ost-West-Route könnte laut Magistrat über die Bahnhof-, die Rhein- und die Lessingstraße, Am Erlenbach und An den Grundwiesen führen. Für die Nord-Süd-Route gebe es drei parallel verlaufend Varianten, die sich in ihrer Entfernung zum Zentrum unterscheiden und darin, wie aufwendig der Umbau zu einer Fahrradroute wäre.

Nun haben die Parlamentarier ein weiteres Kapitel aufgemacht: Mit Mehrheit haben sie in der jüngsten Sitzung einem Antrag der Koalition aus CDU, Grünen und FWG zugestimmt, der Magistrat solle prüfen, „mit welchen Maßnahmen und zu welchen Kosten die vorgeschlagene Ost-West-Route zur Probe eingerichtet werden kann“. Den Koalitionären schwebt ein Testlauf von einem Jahr vor, danach sollen die Erfahrungen ausgewertet werden. Es fehle in Isenburg bisher nämlich an Erfahrungswerten, wie Radstraßen hier aussehen könnten und ob die in der Magistratsvorlage beschriebenen aufwendigen Umbauten optimal möglich sind, erläutert Oliver Gröll (CDU) die Hintergründe des Änderungsantrags der Koalition. „Uns ist bewusst, dass wir für Neu-Isenburg nicht die absolute Optimallösung finden werden, weil es einfach unsere Straßen nicht zulassen.“ Das hindere, so Gröll, die Koalition aber nicht daran, „an diesem so wichtigen Zukunftsthema weiter zu arbeiten“.

Nach dem Testlauf sollen laut Antrag die Bürger bei der Auswertung umfangreich mit einbezogen werden, um schlussendlich zu definieren, welche Route wo hin soll. „Es geht nicht darum, die verschiedenen Verkehrsteilnehmer gegeneinander auszuspielen, sondern durch gegenseitiges Verständnis ein entspannteres Verkehrserlebnis zu ermöglichen“, betonen die Koalitionäre.

Auch die vom Magistrat vorgeschlagene Vorzugsvariante der Nord-Süd-Route über Luisen- und Ludwigstraße sowie die Varianten über die Beethoven- und die Waldstraße will die Koalition in einem nächsten Planungsschritt untersuchen lassen. Diesbezüglich wird der Magistrat beauftragt „zu prüfen, welche Variante der Nord-Süd-Route zu welchen Kosten zur Probe für ein Jahr eingerichtet werden kann“.

Die SPD findet indes keine Mehrheit für ihren Änderungsantrag mit dem Ziel, auch in der Straße Am Trieb probeweise eine Fahrradstraße einzurichten. Auch ein Antrag der Linken mit ähnlicher Stoßrichtung rasselt durch. Die Causa Am Trieb samt Option einer Fahrradstraße ist damit aber nicht vom Tisch: Die bereits vorliegende Drucksache dazu wurde vor Monaten geschoben, da man erst abwarten wollte, bis der Löwenanteil der Bauarbeiten am Birkengewann erledigt ist. Sie soll aber laut Stadt „demnächst wieder in den Ausschüssen beraten werden“.

Mit der Einstufung als Fahrradstraße genießen Pedaleure einige Privilegien gegenüber dem motorisierten Verkehr; sie haben Vorrang und dürfen grundsätzlich nebeneinander fahren. Kraftfahrer müssen ihre Geschwindigkeit an die des Radverkehrs anpassen; sie dürfen höchstens 30 fahren. Als Möglichkeiten für die Einrichtung einer Radstraße wurden die Bahnhofstraße, Hugenottenallee, Offenbacher- und Stoltzestraße genannt. Besonders wichtig sei ihr, so hatte Maria Sator-Marx (Grüne) schon mehrfach betont, der Fokus auf sichere Radwegsverbindungen für Schüler.

VON BARBARA HOVEN

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