Die allerschönste Sach’

Narren huldigen der Ära des Rock ‘n’ Roll

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Auftakt nach Maß: Die Schlabbadengla aus Bruchsal bringen die Jecken in der Hugenottenhalle in Fahrt.

Neu-Isenburg - Rock ‘n’ Roll vor der Jukebox – die Karnevalssitzung der Schwarzen Elf stand am Samstagabend im Zeichen einer rockigen Nostalgie-Reise.

Bekannte Gesichter machten dem Narrenvolk ihre Aufwartung, das Prinzenpaar ließ sich in der Mitte seiner Untertanen nieder – Rock ‘n’ Roll würden sie auch gern tanzen, ließen sie verlauten, aber mit den Hebefiguren hätten sie’s nicht so.

Vorhang auf für den Elferrat, der vor einer überdimensionalen Jukebox die Hüften kreisen lässt. Mittendrin legen Günther Marx, der sich dem Publikum zuvor als harter Rocker vorgestellt hat, mit seiner Maria einen flotten Rock ‘n’ Roll aufs Parkett. Die Kulisse ist knallbunt. Sitzungspräsident Stefan Ritzel und Vize Thorsten Appel versprechen eine heißen Rock ‘n’ Roll Nacht.

Fulminanter Beginn mit den Schlabbedengla

Und die beginnt fulminant mit den Schlabbedengla (Schuhsohlenklopfer) aus Bruchsal: An die 60 Musiker rocken mit ihrer Guggemusik die Hugenottenhalle. Das Narrenvolk fordert mehrere Zugaben, bevor der elfjährige Linus Junker und sein Freund David Litzenberger (12) ihren Frust über das anstrengende Leben angehender Teenager teilen. Noch jünger sind nur die Minikids, die als kleine Bibi Blocksbergs und Feen selbst hartgesottene Rock ‘n’ Roller bezaubern. Wenn sie groß sind, wollen sie sicher mal tanzen wie die Polkaformation, die in neuen Kostümen und mit neuer Choreografie einen starken Auftritt hinlegt.

Horst Schimkat, der Protokoller der Schwarzen Elf, nimmt wieder die großen und kleinen Ereignisse des Jahres ins Visier: „Jetzt weiß ich ach, warum die Fußballfans immer rufe: ,Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!‘. Fliesche geht ja net, bei dem Schlamassel dort.“ Äußerst humorvoll kommt denn auch Iseborschs „schrecklich nette Familie“ daher. Der Opa (Stefan Ritzel) verzweifelt am PC. Der „Gschbusi“ der Mutter, Herr von Flüterich (Oliver von der Herberg), hat auch tagsüber Schlafstörungen. Und Sohn Zeppelinheim (David Litzenberger) will nicht kapieren, warum 6 + 4 = 10 ist, wo doch gestern noch 5 + 5 = 10 war. Und noch weniger versteht er seine Mutter (Thorsten Appel), die jetzt Thai-Schi macht – obwohl doch in Thailand gar kein Schnee liegt.

Job als Ballettmäuschen

Außerdem plaudert Mäuschen Marion Radtke offenherzig über ihren harten Job als Ballettmäuschen, die Maxi-Garde schwingt die Beine und Teenies der 50er Jahre huldigen dem Lollipop und Hula-Hoop.

Die vier Cappuccinos, Wolfgang Paul, Norbert Engl, Thorsten Appel und Stefan Ritzel, geben auch dieses Mal allerlei Lustiges über Sitten und Gebräuche in Isenburg und Umgebung zum Besten. Natürlich darf auch die Liebeserklärung ans Städtchen nicht fehlen: „Ich bin in Iseborsch geborn“. Die Showgruppe der Schwarzen Elf begibt sich auf große Entdeckungsreise in die Schlager-Welt der 50er Jahre. Walter Ritzel lamentiert über sein Dasein als Vater eines Bräutigams und die Champagner Girls treten ganz andächtig auf, bevor sie einen fetzigen Cancan hinlegen.

Bilder von der Fastnachtssitzung der Schwarzen Elf

Karnevalssitzung der Schwarzen Elf

Für seinen vermeintlich letzten Auftritt in der Hugenottenhalle – sie wollen künftig nur noch im eigenen Verein aktiv sein – heimst das Florian-Duo von der Freiwilligen Feuerwehr Heusenstamm stehende Ovationen ein. Doch Iseborschs listiger Sitzungspräsident überreicht Petra Klein und Werner Konrad als Dankeschön eine Mitgliedsurkunde der Schwarzen Elf. „So viel Schlauheit muss belohnt werden“, meint das perplexe Florian-Duo.

Dann landen auch noch Außerirdische auf der Erde und tanzen mit hübschen Girls. Auf das Männerballett folgen die Mädels der Showtanzformation Funtasia, die von allem träumen, was das Leben schön macht: Kleider, Schmuck, Geld – es ist eben eine „Material World“. Schließlich werfen sie ihre Blaumänner in die Ecke und tanzen in zauberhaften Kostümen. Zum großen Finale heizen die Cappuccinos noch mal ein. Alle Mitwirkenden samt Prinzenpaar, Oberlump und Watz singen jenes Lied, das die Isenburger Sängerknaben geschrieben haben: „Die aller, allerschönste Sach’, ist die Isenburger Fasenacht“.

lfp

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