FDP ist mit der aktuellen Entwicklung der Stadt nicht ganz glücklich

Bürgerbeteiligung angemahnt

Traditionell unterstützt die Neu-Isenburger FDP alljährlich eine sozial engagierte Organisation mit einer Zuwendung. Diesmal hatte man sich für die „Löschdrachen“ (den jüngsten Nachwuchs der Freiwilligen Feuerwehr) entschieden. Stadtbrandinspektor Stefan Werner (Dritter von links) nahm den Scheck über 500 Euro entgegen von (von links) Jörg Müller, Luka Sinderwald, Thilo Seipel, Andreas Frache sowie Susann Guber.

Neu-Isenburg -  Die FDP will ihre „Handschrift“ bei der Neugestaltung der Stadt hinterlassen. Dies stellten die Liberalen kurz vor dem Jahreswechsel klar.

Neu-Isenburg steht ein Umbruch in der Stadtentwicklung bevor. Dies betrifft nicht nur die Bebauung des Neubaugebietes Birkengewann, wo bereits alles „abgesteckt“ ist. Mit dem Stadtquartier Süd gilt es, das auf absehbare Zeit wohl letzte große Areal im Sinne eines „Stadtbildes“ zu besiedeln, wobei bereits parlamentarische Grundsatzentscheidungen getroffen wurden. Mit dem Kalbskopfgelände bleibt noch ein weiteres Fleckchen zu gestalten. Doch auch bereits bebaute Gebiete könnten künftig eine größere Veränderung erfahren. Dabei sei nur die geplante Verlängerung der RTW (Regionaltangente West) von der einst angedachten Endstation Güterbahnhof bis an den östlichen Stadtrand erwähnt.

Im Rahmen ihrer traditionellen Jahres-Pressekonferenz gaben Neu-Isenburgs Liberale ihre Ideen, Wünsche und Forderungen zur künftigen Stadtplanung preis. Mit dem im Stadtparlament angenommenen Antrag, die Bebauungsgrenze um den geplanten Quartiersplatz im Stadtquartier Süd als Freiraum ohne Zäune zu den umgebenden Gebäuden hin zu erhalten, haben sie bereits einen ersten Erfolg verbucht. Ferner drängt die Isenburger FDP darauf, das Branntweinmonopol-Gelände, auch wenn dieses in den Besitz der städtischen Gewobau überführt wurde, als Keimzelle für Start-Up-Unternehmen zu entwickeln.

„Mit einigen Punkten, die die Entwicklung des Stadtquartiers Süd betreffen, sind wir dennoch nicht so glücklich, da scheinen uns die Interessen der Bürger gegenüber rein wirtschaftlichen zurückgestellt“, betont Susann Guber und verweist auf Interessenkonflikte mit Investoren. „Und auch von der einmal so groß angeleierten Bürgerbeteiligung hört man nichts mehr, es gibt nur immer wieder mal neue Vorschläge aus der Verwaltung“, bedauert die stellvertretende FDP-Ortsverbandsvorsitzende. FDP-Fraktionschef Thilo Seipel fordert eine ähnliche Bürgerbeteiligung wie im Birkengewann.

Bürgermeister und Landräte aus der Region

Offenbach: Felix Schwenke gewann 2017 die Oberbürgermeisterwahl und wurde Anfang 2018 als neuer OB Offenbachs vereidigt.

Frankfurt: Peter Feldmann (Jahrgang 1958) von der SPD ist seit 2012 Oberbürgermeister.

Hanau: Claus Kaminsky (Jahrgang 1959) von der SPD ist seit 2003 Oberbürgermeister.

Darmstadt: Jochen Partsch von den Grünen ist seit 2011 Oberbürgermeister. Im März 2017 wurde er wieder gewählt.

Rodgau: Jürgen Hoffmann (Jahrgang 1961) von der SPD ist seit 2010 Bürgermeister. Er wurde 2015 wieder gewählt.

Dreieich: Dieter Zimmer (Jahrgang 1958) von der SPD ist seit 2006 Bürgermeister.

Neu-Isenburg: Herbert Hunkel (Jahrgang 1945) ist parteilos und seit 2010 Bürgermeister, er wurde 2015 wieder gewählt. 

Langen: Frieder Gebhardt (Jahrgang 1949) von der SPD ist seit 2008 Bürgermeister, er wurde 2014 wieder gewählt.

Dietzenbach: Jürgen Rogg (Jahrgang 1961) ist parteilos und seit 2009 Bürgermeister, er wurde 2015 wieder gewählt.

Mühlheim: Daniel Tybussek (Jahrgang 1977) von der SPD ist seit 2011 Bürgermeister. Er wurde im März 2017 wieder gewählt.

Rödermark: Roland Kern (Jahrgang 1947) von den Grünen ist seit 2005 Bürgermeister. Im Februar 2017 wurde er wieder gewählt.

Seligenstadt: Dr. Daniell Bastian (Jahrgang 1975) wurde 2015 zum neuen Bürgermeister in Seligenstadt gewählt, er löste Dagmar B. Nonn-Adams ab.

Babenhausen: Joachim Knoke (Jahrgang 1969) von der SPD ist seit 2015 Bürgermeister.

Dieburg: Der frühere CDU-Politiker und nun parteilose Frank Haus ist seit März 2017 Bürgermeister. 

Münster: Gerald Frank (Jahrgang 1959) von der SPD ist seit 2014 Bürgermeister.

Mainhau sen: Ruth Disser (Jahrgang 1965) von der SPD ist seit 2004 Bürgermeisterin.

Heusenstamm: Im Oktober 2015 gewann Halil Öztas (SPD) die Bürgermeisterwahl in Heusenstamm. Er löste Peter Jakoby ab.

Eppertshausen: Carsten Helfmann (Jahrgang 1973) von der CDU ist seit 2003 Bürgermeister er wurde zuletzt 2014 wieder gewählt.

Hainburg: Alexander Böhn (links) beerbte 2017 Bernhard Bessel (rechts) als Bürgermeister.

Kreis Offenbach: Dirk-Oliver Quilling (Jahrgang 1965) ist seit 2010 Landrat.

Main-Kinzig-Kreis: Thorsten Stolz (links) wurde im März 2017 zum Nachfolger von Erich Pipa als Landrat gewählt.

Kreis Darmstadt/Dieburg: Klaus P. Schellhaas (Jahrgang 1960) ist seit 2009 Landrat.  

Obertshausen: Roger Winter (Jahrgang 1969) von den Grünen ist seit 2014 Bürgermeister.

Egelsbach: Tobias Wilbrand (Grüne) ist seit 2018 Bürgermeister.

Mit der Bebauung einhergehend fordert die Neu-Isenburger FDP auch eine Verkehrsleitplanung. Mit dem Antrag für ein Parkleitsystem wurde sie schon mal vorstellig; im kommenden Haushalt sind 100.000 Euro für eine entsprechende Untersuchung eingestellt. Ein funktionierendes Parkleitsystem könnte auch mehr Besucher in die Fußgängerzone Bahnhofstraße bringen, so die Ansicht der FDP. „Dort muss aber auch noch mehr passieren. Wieso öffnet man nicht mal Teilbereiche für den Verkehr? Das funktioniert doch auch in der Schillerstraße in Frankfurt“, so Müller. Völlig ergebnisoffen stehen die Isenburger Liberalen der Prüfung einer Verlängerung der Straßenbahn durch die Frankfurter Straße bis in die Stadtmitte – und gar bis Sprendlingen – gegenüber.

„Derzeit passieren sehr viele Dinge gleichzeitig, es ist deshalb wichtig, mal einen Anker zu setzen“, betont Stadtrat Andreas Frache mit Blick auf das nun genehmigte Förderprogramm zum Stadtumbau. Dies wollen die Isenburger Liberalen auch auf ihr Kompetenz-Thema Bildung angewendet wissen. „Wir haben eine tolle Stadtbibliothek mit tollem Bestand und engagiertem Personal, aber um eine Lesung zu veranstalten, müssen jedes Mal Regale verschoben werden – so kann es nicht weitergehen“, sieht Susann Guber eine Vorrangigkeit im Ausbau der Stadtbibliothek. Zwar wurden in den Haushalt 2019 250.000 Euro Planungskosten eingestellt – doch etwas spät, wie die FDP bemängelt. (lfp)

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