Feier für Neu-Ruheständler Eberhard Röder

Abschied voller Wertschätzung

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Eberhard Röder (hinten links) hatte auf Geschenke verzichtet und stattdessen um Spenden für die Multiple-Sklerose-Gesellschaft sowie den Förderverein der Fröbelschule gebeten. Gestern überreichte er in Anwesenheit seines Nachfolgers Kirk Reineke (Mitte) einen Scheck über 2600 Euro an Roswitha Komnig (MS-Selbsthilfegruppe) und einen über 1600 Euro an Ingrid Bickmann vom Förderverein der FFS.

Neu-Isenburg - Viele Worte des Lobes und der Anerkennung für Eberhard Röder und manch erbauliche Anekdote über ihn: All das gab es gestern bei der offiziellen Verabschiedungsfeier für den langjährigen Stadtwerke-Chef, der jetzt in den Ruhestand geht.

Auch Röders Nachfolger Kirk Reineke war unter den mehr als 100 geladenen Gästen in der Hugenottenhalle. Wenn er etwas macht, dann richtig. So war es vor fast genau zwölf Jahren, als Eberhard Röder sich entschied, die Herausforderung auf dem Chefsessel der Stadtwerke anzunehmen und das Unternehmen zukunftsfähig zu machen. Und dies galt auch für seine Entscheidung, ab einem bestimmten Punkt im Leben auch wieder los zu lassen. „Ich habe mir vorgenommen, dann aufzuhören, wenn ich in meinem Leben noch etwas sinnvolles machen kann, insbesondere mit meiner Frau“, begründet Röder den Schritt in den Ruhestand.

Wie berichtet, hat er seinen Hut nicht etwa spontan genommen – sondern alles lief ganz nach Plan ab: Röder hatte seine Entscheidung früh seinem Dienstherren, der Stadt, mitgeteilt, die Suche nach einem Nachfolger so rechtzeitig auf den Weg gebracht. Und als dieser in Kirk Reineke gefunden war, nutzte Röder seine letzten Monate im Dienst noch, um die Geschäfte gut zu übergeben. „Es ist immer schwer etwas loszulassen, besonders wenn es einem Freude gemacht hat, doch man sollte auch an jene denken, die bisher gerade durch mein berufliches Engagement auf viel verzichten mussten“, meinte der scheidende Stadtwerke-Chef mit Blick auf seine Frau Sabine.

Gestern bereiteten Stadtwerke und Stadt ihm einen gebührenden Abschied. Viele Gratulanten aus seinem beruflichen Umfeld nutzten die Gelegenheit, sich beim ihm als „Geschäftsfreund“ zu verabschieden.

Es war Landrat Oliver Quilling, der damals noch als Bürgermeister Neu-Isenburgs die Personalie Röder zu entscheiden hatte. „Es war eine der glücklichsten Personalentscheidungen, die wir treffen konnten, denn sowohl wirtschaftlich als auch das innerbetriebliche Klima war damals nicht zum Besten bestellt“, blickte Quilling gestern zurück. Damals versuchten große Konzerne, die „kleinen Stadtwerke“ aufzukaufen, um den Markt noch besser diktieren zu können.

Heute hingegen seien die Stadtwerke für die Zukunft bestens gerüstet, lieferten nicht nur Energie, sondern betrieben auch noch erfolgreich Buslinien und das Schwimmbad, hob Quilling hervor. „Wir dürfen Ihnen für die zwölf Jahre überaus dankbar sein“, lobte der Landrat Röder.

Auch Bürgermeister Herbert Hunkel erinnerte daran, dass es mit Röder gelungen sei, schwere Stadtwerke-Zeiten zu überwinden. Als besondere Schwerpunkte der Ära Röder nannte das Stadtoberhaupt den Schwimmbadumbau und dass er sich als „vorbildlicher Förderer des Umweltschutzes“ hervorgetan und in Sachen Energieeinsparung Zeichen gesetzt habe. Insbesondere die Kundenbindung mit 85 Prozent aller Isenburger Haushalte sei ein nachhaltiger Beleg für das positive Wirken des scheidenden Stadtwerke-Chefs. Aber auch die hohe Sozialkompetenz werde einen bleibenden Eindruck hinterlassen, so der Bürgermeister.

Bilder: Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr Zeppelinheim

Nachfolger Reineke, seit Juli bereits im Amt, nannte weitere bedeutsame Stationen auf Röders Weg – wie die Erschließung des Gehespitzgeländes als Gewerbegebiet, aber auch eine vorausschauende Infrastruktur für die Elektromobilität im Birkengewann. Und: „Sein Erfolgsprinzip von Fördern und Fordern hat auch die Mitarbeiter im Unternehmen fit für die Zukunft gemacht.“

Der so Gelobte selbst blickte auf eine sehr erfüllte Zeit mit sehr angenehmen Partnern in Isenburg zurück. Und jetzt will er die Gestaltung so manchen Tages einfach mal dem Zufall überlassen – oder seiner Frau Sabine. (lfp)

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