Breiter aufgestellt

Feuerwehr Neu-Isenburg: Neue Satzung bringt Aufgabenerweiterung

Bei der Technik für den Einsatz sei Neu-Isenburgs Feuerwehr sehr gut ausgerüstet, betont die Stadt. Weitere Investitionen in neue Fahrzeuge sind geplant.
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Bei der Technik für den Einsatz sei Neu-Isenburgs Feuerwehr sehr gut ausgerüstet, betont die Stadt. Weitere Investitionen in neue Fahrzeuge sind geplant.

Ein Einsatzaufkommen, das sich seit Jahren auf konstant hohem Niveau bewegt: Allein im Jahr 2019 mussten die Feuerwehren der Stadt Neu-Isenburg insgesamt 697 Mal ausrücken. Und dazu mehr Organisation, mehr Bürokratie, immer vielfältigere Aufgaben: Auch der Aufwand für das Führungspersonal bei Isenburgs Freiwilligen Feuerwehren wird immer größer.

Neu-Isenburg – Deshalb soll die Spitze der Stadtbrandinspektion noch breiter aufgestellt werden: Eine redaktionelle Änderung in der neuen Satzung für die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt macht die Einführung einer oder eines zweiten Stellvertretenden möglich. Eine Personalunion von Ämtern – beispielsweise Stadtbrandinspektion und Wehrführung – ist nur noch bei den stellvertretenden Positionen der Stadtbrandinspektion möglich. Bereits in der Jahreshauptversammlung 2018 hatte die Wehr beschlossen, von der Möglichkeit einer zweiten Stellvertretung bei der Stadtbrandinspektion und der Wehrführung Gebrauch zu machen. Grund ist, dass die Aufgaben immer vielfältiger werden. Erstmals werden diese Positionen mit den Neuwahlen im Januar 2021 besetzt.

Neben dieser und zahlreichen weiteren redaktionellen Änderungen ist in der neuen Satzung für die Feuerwehren, die das Stadtparlament jüngst beschlossen hat, auch eine Aufgabenerweiterung jetzt formell verankert: Die Mitwirkung der Freiwilligen Feuerwehren in kommunalen Aufgaben des Zivil- und Bevölkerungsschutzes sowie die Beratung der städtischen Gremien durch Stadtbrandinspektion und Wehrführungen ebenso wie die Wahrnehmung von Aufgaben des Katastrophenschutzes. Die Stadt ist verpflichtet, die Rahmenbedingungen für die Aus- und Fortbildung zu stellen.

„Gerade die Corona-Pandemie zeigt, wie wichtig es ist, im Bereich des Zivil- und Bevölkerungsschutzes gut aufgestellt zu sein. Die Freiwilligen Feuerwehren mussten hier ihren Ausbildungsturnus ändern und die Besatzungen auf den Feuerwehrfahrzeugen wurden reduziert. Zudem wurden alle Mitglieder mit Schlauchschals für den Einsatz ausgestattet“, erläutert Bürgermeister Herbert Hunkel. Und lobt: „Wir sind froh und dankbar, dass wir uns immer auf die hervorragende Unterstützung ebenso wie auf eine kompetente Beratung unserer Feuerwehren verlassen können.“ Das gebe den Neu-Isenburgern „ein gutes Stück Sicherheit“, so der Rathauschef. „Dafür können wir gar nicht genug danken.“

Redaktionelle Änderungen der Satzung waren laut Magistrat auch notwendig, um geänderten gesetzlichen Vorgaben beim Brandschutz Rechnung zu tragen. Dazu gehören im Wesentlichen auch die Aufnahme einer Gleichstellungsbestimmung am Anfang der Satzung sowie Anzeigepflichten. Wichtig ist auch das Bekenntnis, für die freiheitlich demokratische Grundordnung einzutreten, das jetzt zu den Voraussetzungen für die Mitgliedschaft in den Feuerwehren zählt.

Weitere Ergänzungen betreffen den Ausschluss bei rechtskräftiger Verurteilungen wegen Brandstiftung sowie die Möglichkeit einer Suspendierung und eines befristeten Ausschlusses bei Verstößen gegen die Regularien. Mitglieder der Ehrenabteilung können nun bei entsprechender Eignung für bestimmte Aufgaben bis zum 70. Lebensjahr tätig sein. Dazu zählen die Ausbildung, Gebäude- oder Fahrzeugpflege sowie die Wartung der Gerätschaft ebenso wie die Brandschutzerziehung oder Nachmittagsangebote in den Schulen.

Um die Aufgaben bewältigen zu können, wird auch spezielles Equipment benötigt. Bei der Technik für den Einsatz sei Isenburgs Feuerwehr sehr gut ausgerüstet, sagt Hunkel; dies sei der Stadt wichtig. Für weitere Anschaffungen etwa neuer Fahrzeuge stünden 690 000 Euro im städtischen Haushalt bereit. (hov)

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