Stadt bekundet Interesse am Hopper, will aber lokale Taxifirmen beteiligen

Flexibel zu Wunschzielen in Neu-Isenburg

Der Hopper der KVG ist bislang im Ostkreis unterwegs.
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Der Hopper der KVG ist bislang im Ostkreis unterwegs.

Seit einem Jahr fährt der sogenannte Hopper in Seligenstadt, Hainburg und Mainhausen. Dabei handelt es sich um per App oder telefonisch individuell bestellbare Kleinbusse, die in den Lücken des bestehenden Liniennetzes aus Bussen und Bahnen verkehren. Jetzt möchte die Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach (KVG) den Hopper, wie der kleine „Bus auf Abruf“ heißt, der Wunschziele ansteuert, in weiteren Städten wie Neu-Isenburg einführen.

Neu-Isenburg - KVG-Geschäftsführer Andreas Maatz hat das Verkehrskonzept kürzlich dem Neu-Isenburger Magistrat vorgestellt. Dies ist nach Angaben aus dem Rathaus „allerdings mit Kosten in zweistelliger Millionenhöhe verbunden, die nach der Vorstellung der KVG durch die Kreisumlage finanziert werden sollen“. Grundsätzlich bekundet die Hugenottenstadt nun auch Interesse an der Einführung des Bedarfsbus-Angebots in Neu-Isenburg, stellt aber Forderungen.

„Interessant an der Idee des ‘Bus auf Abruf’ ist vor allem die flexible und direkte Verbindung zu Wunschzielen in der Kernstadt, in Gravenbruch und Zeppelinheim, beispielsweise in die Senioreneinrichtungen, ins Rathaus, die Bürgerämter, zur Straßenbahn, zum Waldfriedhof oder in das Facharztzentrum“, sagt Bürgermeister Herbert Hunkel. „Allerdings wollen wir die Neu-Isenburger Wirtschaft einbeziehen und bitten die KVG, zu prüfen, ob anstelle eines deutschlandweit ausgeschriebenen Hoppers die örtlichen Taxiunternehmen eingebunden werden können.“ Grundsätzlich wolle die Stadt prüfen, „ob wir die Synergieeffekte eines Busses auf Abruf nutzen können und ob ein Hopper den Stadtbusverkehr gerade am Abend oder an den Wochenenden entlasten kann. Die Stadt Neu-Isenburg bittet die KVG, ein Unternehmenskonzept auf der Basis der Einbindung von Taxiunternehmen zu erarbeiten. Da-nach wird die Stadt abschließend entscheiden.“ Ein Neu-Isenburger Taxiunternehmen hat nach Angaben des Rathauschefs bereits Interesse bekundet, an dem Projekt teilzunehmen.

Die Frage nach den Vorteilen für Neu-Isenburg beantwortet der Magistrat wie folgt: „Ein Bus auf Abruf würde den ÖPNV in Neu-Isenburg attraktiver und komfortabler machen. Insbesondere könnten alle Senioreneinrichtungen in der Stadt erschlossen werden sowie die Stadtteile Zeppelinheim und Gravenbruch.“ Eine direktere Anbindung von Wunschzielen wäre möglich, wie zum Beispiel die Straßenbahnhaltestelle von Gravenbruch aus, Waldschwimmbad und Sportpark oder das Rathaus von Zeppelinheim aus; ebenso die zusätzliche Erschließung innerstädtischer Bereiche wie das Neubaugebiet Birkengewann oder die Siedlung Buchenbusch.

Der Bus auf Abruf könnte aus Sicht der Stadt auch anstelle des Stadtbuslinienverkehrs in den Abendstunden ab 21 Uhr – aktuell fahren die Stadtbuslinien im Stundentakt bis etwa 0.30 Uhr – oder an Samstagen sowie an Sonn- und Feiertagen eingesetzt werden. „Die möglichen Vorteile eines Hoppers können wir auch durch die Einbindung der schon vorhandenen Taxiunternehmen erreichen“, so der Rathauschef.

Dem Vorschlag der Finanzierung über die Kreisumlage stimmt die Stadt nicht zu. „Wir fordern eine gerechte Finanzierung des ÖPNV-Angebotes, in der neben einer Grundpauschale für die Bereitstellung der Einrichtung vor allem die Nutzerzahlen maßgeblich sind“, sagt Herbert Hunkel. Die Kreisumlage berechne sich nach anderen Maßstäben, wie zum Beispiel der Wirtschaftskraft der Kommune. „Mit der Anzahl von Stadtbussen und der Art der ÖPNV-Linienführung hat die Kreisumlage nichts gemein.“  hov

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