Bürgermeister Hunkel reagiert auf Vorwürfe in Facebook

Flüchtlinge im Hallenbad: „Es liegen keine Beschwerden vor“

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Neu-Isenburg - Immer wieder werden soziale Netzwerke dazu genutzt, Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen. Auf einen aktuellen Fall in Neu-Isenburg hat Bürgermeister Herbert Hunkel sofort reagiert - und viel Zuspruch erhalten. Von Holger Klemm 

Auf der Facebook-Seite „Neu-Isenburg - wir kriegen alles mit!“ beschwerte sich eine Frau über angeblich schlimme Zustände im Hallenbad. Nach einem unschönen Zusammentreffen mit Flüchtlingen, ohne dass die Bademeisterin eingegriffen habe, wolle sie das Bad nicht mehr besuchen. Hunkel ließ die Sache nicht auf sich beruhen und sprach nach eigenen Angaben im Hallenbad mit den Bademeistern und Saunamitarbeitern. Demnach kämen im Schnitt täglich bis zu fünf Flüchtlinge, am Wochenende bis zu zehn. „Es liegen keine Beschwerden vor!!!“, versicherte Hunkel in einer ausführlichen Antwort auf der Facebook-Seite. Anfangs habe es das Problem gegeben, dass Flüchtlinge nichts über Badehosen wussten, die ihnen aber an der Kasse verkauft worden seien.

Ansonsten gebe es keine Probleme. Es stimme auch nicht, dass die Badegäste wegen der Flüchtlinge wegbleiben. „Das Gegenteil ist der Fall: Die Besucherzahlen nehmen zu – sowohl im Hallenbad als auch in der Sauna.“ Auch Saunamitarbeiter hätten ihm von keinen Schwierigkeiten mit Flüchtlingen berichtet. Ab und zu sei lediglich der Eingang der Sauna mit dem des Bades verwechselt worden.

Die ganze Angelegenheit erinnert Hunkel an die Gerüchte um den Aldi-Markt in der Rathenaustraße in der Nähe der Erstaufnahmeeinrichtung. Da sei ihm mindestens 50 Mal gesagt worden, dass Flüchtlinge den Markt gestürmt hätten, was aber nicht stimme. Das Hessische Fernsehen habe das „Aldi-Märchen“ in der Sendung „de facto“ mit einer Stellungnahme des Unternehmens widerlegt und als Beispiel dargestellt, wie ganz bewusst Gerüchte gestreut würden, um eine gewisse Stimmung bei der schweigenden Mehrheit zu erzeugen. Und diese laute: „Wir sind die Verlierer und die einzigen, die uns noch retten können, sind die Rechten.“

Eröffnung des Neu-Isenburger Hallenbads

Hunkel weist erneut auf ein weiteres Gerücht mit diesem Ziel hin. Das sei die Mär, dass von der Einrichtung in der Rathenaustraße täglich 700 Essen bestellt würden, obwohl nur 350 Besucher da seien und die restlichen 350 Essen weggeworfen würden. „Das stimmt nicht, auch dieser Sache bin ich nachgegangen“, berichtet Hunkel. Der Küchenchef im Camp habe ihm bestätigt, dass jeden Morgen die Anwesenden gezählt würden und dann die korrekte Zahl Essen bestellt werde. „Mit all den Geschichten werden Menschen, die man nicht will, in eine Ecke gestellt, einschließlich derer, die verantwortungsvoll und im christlichen Geist handeln.“ Hunkel sieht eine gezielte Strategie gewisser Kreise.

Für seine Antwort auf Facebook bekam der Bürgermeister viel Zustimmung. Ein Nutzer schrieb: „Ich bewundere, mit welcher Gelassenheit Sie diesen dummen Gerüchten immer wieder begegnen und sie mit nicht nachlassender Nachdrücklichkeit immer zeitnah entkräften.“

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