Fördergelder für Lärmgeplagte

Neu-Isenburg - Wem winkt Bares für den passiven Schutz gegen Fluglärm? „Ich rate den Isenburgern dringend, sich zu informieren und im Internet nachzuschauen, ob das eigene Haus für zusätzliche Fördermittel in Frage kommt“, sagt Erster Stadtrat Stefan Schmitt.

Anlass seines Appells ist die Umsetzung der Förderrichtlinien zum Regionalfondsgesetz. Wie berichtet, ist der von der hessischen Landesregierung verabschiedete Regionalfonds gegen Fluglärm, von dem neben Offenbach auch Neu-Isenburg und Zeppelinheim profitieren, zum 1. Januar 2013 in Kraft getreten.

„Die Förderrichtlinien regeln eine zusätzliche Vergabe von Barmitteln für passiven Schallschutz und zur Verbesserung des Raumklimas in Höhe von 115 Millionen Euro sowie zinsgünstige Darlehen in Höhe von 150 Millionen Euro, die von der WiBank bereitgestellt werden“, berichtet Markus Bucher. Der promovierte Biologe ist bei der Stadt und für die Isenburger Ansprechpartner in Sachen Fluglärm und Lärmschutz.

Betroffene der Tagschutzzone 1 und der Nachtzone können jetzt Ansprüche stellen

Er betont, dass zudem die betroffenen Bürger, die ursprünglich erst ab dem 13. Oktober 2016 ein gesetzliches Anrecht auf die Erstattung von Aufwendungen für den passiven Schallschutz gehabt hätten, bereits jetzt ihre Ansprüche stellen können. Dies betreffe alle Gebiete, die in der Tagschutzzone 1 beziehungsweise in der Nachtschutzzone liegen.

Darüber hinaus würden aus dem Regionalfonds zusätzliche Mittel bereitgestellt. Diese belaufen sich auf maximale Zuschüsse in Höhe von 4 350 Euro und Darlehen bis zu 8 500 Euro pro Haushalt. Anträge können innerhalb einer Frist von fünf Jahren gestellt werden. Außerdem, so informiert die Stadt weiter, würden Darlehen für Nebenkosten beim Verkauf einer Immobilie und gleichzeitigem Neuerwerb von Wohneigentum vergeben. Dabei muss die alte Immobilie innerhalb und die neue außerhalb des Fördergebiets liegen. Die maximale Höhe des Darlehens beträgt 36 000 Euro. Markus Bucher erläutert, dass im Stadtgebiet Neu-Isenburgs die Konturen des Regionalfonds im Wesentlichen mit der Tageschutzzone 1 übereinstimmen. Jedoch gebe es in Zeppelinheim einige Grundstücke, denen jetzt die zusätzliche Förderung zugute komme, obwohl sie außerhalb der Tagesschutzzone 1 liegen.

Förderung auch für die Stadt

Wie berichtet, gibt es neben der Förderung von Privathaushalten auch Gelder für die Stadt Neu-Isenburg – und zwar zur Verbesserung des Lärmschutzes von Kindertagesstätten sowie 2,542 Millionen Euro für die nachhaltige Kommunalentwicklung. Geplant sei, diesen Betrag für die Finanzierung der Kindertagesstätte Alte Wilhelm-Hauff-Schule und die U3-Einrichtung im Alten Stadthaus bereitzustellen, teilt die Stadt mit.

Unter diesen Links kann jeder Bürger überprüfen, ob sein Grundstück von der Förderung betroffen ist: www.hessenviewer.hessen.de (Kartenansicht) oder www.hessen.de/Schallschutz (Adressenansicht). Infos zu den Zuschüssen erteilt das Regierungspräsidium Darmstadt. Isenburger, die Fragen haben, können sich zudem an Markus Bucher (Telefonnummer:  06102 241764) wenden. 

nn

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare