So will Bürgermeisterkandidat Thilo Seipel der ortsansässigen Wirtschaft helfen

Folgen der Krise in Neu-Isenburg abfedern

Im Naturfreundehaus hat Thilo Seipel, Bürgermeisterkandidat und FDP-Fraktionschef, sein Papier präsentiert.
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Im Naturfreundehaus hat Thilo Seipel, Bürgermeisterkandidat und FDP-Fraktionschef, sein Papier präsentiert.

Gerade das örtliche Kleingewerbe habe die Corona-Krise nicht nur schwer getroffen, die örtlichen Unternehmer und Einzelhändler müssten sich auch, anders als die großen Firmen der Industriegüter, auf einen langwierigen Kampf hin zur Normalität einstellen. Entsprechend nimmt der Neu-Isenburger Bürgermeisterkandidat Thilo Seipel, Fraktionsvorsitzender der FDP, der bisher unter dem Siegel „parteilos“ antritt, vor allem Mittelständler, Gastronomen, Solo-Selbstständige und Künstler mit einem Zehn-Punkte-Programm in den Blick.

Neu-Isenburg - „Sie prägen unser Stadtbild und unsere Nahversorgung“, sagt der Diplom-Kaufmann. Einen Antrag mit all seinen Vorschlägen wird Seipel für die kommende Stadtverordnetenversammlung einreichen.

In dieser ersten Veröffentlichung kurz nach Bekanntgabe seiner Kandidatur wird der FDP-Mann sehr konkret. So schlägt er vor, die Außengastronomie grundsätzlich dann auszuweiten, wenn ein Wirt dies beantragt. Voraussetzung: Es wird kein Rettungsweg blockiert und die Barrierefreiheit ist gewährleistet. Darüber hinaus will Seipel die aus Klimaschutzgründen umstrittenen Heizpilze im Außenbereich erlauben.

Eine zusätzliche Erleichterung für die Isenburger Betriebe und Geschäfte soll eine Wiederbelebung der von Oliver Gröll im Jahr 2006 entwickelten „Neu-Isenburger Mehrwertkarte“ (NIM) bringen. Ein Bonussystem, das von Anfang an über die simple Payback-Idee mit Einkaufsvorteilen hinausging, indem es sich auch der Förderung des Gemeindelebens verschrieben hat. Bringt es doch nicht nur spezielle Preise, Angebote und Dienstleistungen für den einzelnen Käufer, sondern auch Ausschüttungen für die Vereine.

In seinen zehn Punkten schaut Seipel aber nicht nur auf den einzelnen Anbieter, sondern schlägt auch den Bogen zur Verkehrssituation in der Innenstadt. Der Freidemokrat empfiehlt, die Fußgängerzone probeweise als sogenannten Shared Space auch für den Autoverkehr zu öffnen – und zwar immer an den Tagen, an denen kein Wochenmarkt stattfindet. Das soll Möglichkeiten für kurze Parkzeiten während des Einkaufs schaffen, die vor allem Senioren zugutekommen könnten.

Bewirken will der Bürgermeisterkandidat auf diese Weise auch eine „stärkere optische Verbindung“ zwischen der Fußgängerzone und der Kaiserpassage, um den Handel auf der Frankfurter Straße stärker in das Geschehen in der Fußgängerzone einzubeziehen. „Diese Shared-Space-Zone kann unter Umständen im Rahmen des Stadtumbauprogramms auf den Bereich zwischen Offenbacher Straße und Friedrichstraße ausgeweitet werden“, sagt Seipel. Darüber hinaus soll sich die Stadt Neu-Isenburg bei der hessischen Landesregierung für eine Lockerung der Ladenöffnungszeiten einsetzen und vor allem noch in diesem Jahr vier einkaufsoffene Sonntage ermöglichen.

Nächstes Thema Leerstand: Dort lautet das Seipelsche Zauberwort „Pop-Up-Stores“, kurzfristige und provisorische Geschäftsorte für „Gründer mit innovativen Ideen“. Seipel nennt als Beispiel leerstehende Ladengeschäfte in der Fußgängerzone und in der Passage Am Dreiherrnsteinplatz in Gravenbruch.

Mit der Aussage „Veranstaltungen fördern auch die Wirtschaft vor Ort“ begibt sich der Kandidat auf das Feld Kultur und fordert zunehmend kleinere Events, die mit ihrem Hygienekonzept auch in der Coronazeit möglich sind. „Dazu müssen der Fachbereich Stadtbelebung und die Wirtschaftsförderung stärker verzahnt werden“, stellt Seipel fest. Und überhaupt soll ganz Neu-Isenburg künftig eine Bühne sein. Seipel regt an: „Geben wir Musikern und Schauspielern Gelegenheit, sich an verschiedenen Plätzen zu präsentieren.“ Das bringe den Künstlern nicht nur Einnahmen, sondern belebe auch die Stadt.

Nicht zuletzt steht die große Vernetzung auf der Agenda von Thilo Seipel. Er möchte ein Mittelstandsforum in der Hugenottenhalle schaffen, versuchsweise als eine Art „Isenburger Messe“. Das soll die Mittelständler und Kleingewerbler stärker vernetzen und ihnen Kundenkontakte bringen, vor allem für die Branchen, die von der Covid-Krise besonders betroffen sind. „Die Messe kann an verschiedenen Tagen und mit unterschiedlichen Themen stattfinden“, führt Seipel weiter aus.

Von Barbara Scholze

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